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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 05.12.2018

Ian Stewart: "Größen der Mathematik"Wie Mathematiker die Welt verbesserten

Von Gerrit Stratmann

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Auf dem Cover des Buches sind verschiedene Mathematiker zu sehen. Im Hintergrund ist ein Mann dargestellt, der Formeln auf eine grüne Tafeln (picture-allicance / dpa / Jens Kalaene)
Ian Stewarts Werk umfasst 25 Biografien von einflussreichen Mathematikern (picture-allicance / dpa / Jens Kalaene)

Von Archimedes bis zu Thurston: Ian Stewart würdigt in seinem Buch "Größen der Mathematiker" 25 einflussreiche Wissenschaftler. Dabei kombiniert er Wissenswertes über Erfindungen mit Szenen aus den Leben der Erfinder.

Fallen Ihnen 25 berühmte Mathematiker ein? Oder zehn? Oder wenigstens fünf? Nein? Die Mathematik fristet ein Schattendasein im öffentlichen Bewusstsein. Ian Stewarts Buch "Größen der Mathematik" könnte daran etwas ändern. Es rückt 25 Denker aus 23 Jahrhunderten ins Rampenlicht. Ohne deren Ideen sähe nicht nur die Mathematik heute anders aus, sondern auch unsere Welt.

Denker und Denkerinnen würdigen

Die Eulersche Zahl e, Fermats letzter Satz, die Gaußsche Normalverteilung, der Riemann-Raum – viele mathematische Gebilde sind mit den Namen ihrer Entdecker verknüpft. Ian Stewart zeigt, wer diese Menschen waren, wann, wo und unter welchen Umständen sie gelebt und geforscht haben und worin ihre größten Beiträge zur Mathematik bestanden.

Seine reizvolle Zusammenstellung von 25 Denkern ist ein subjektiver Ausschnitt – und notwendig unvollständig. Sie ergibt keine Geschichte der Mathematik, sondern versteht sich eher als Würdigung verschiedener Denker und Denkerinnen und Pioniere aus verschiedenen Ländern der Erde.

Den Anfang macht der Grieche Archimedes, der im 3. Jahrhundert vor Christus lebte. Archimedes war ein Tausendsassa. Der umtriebige Tüftler ist ebenfalls bis heute Namensgeber einer Vorrichtung für den Wassertransport (archimedische Schraube) und einer Erklärung für den Auftrieb (archimedisches Prinzip). Außerdem hat er eine Methode zur Berechnung von Pi entwickelt und sich mit Kugeln, Kegeln und Parabeln beschäftigt.

Das streng chronologisch geordnete Buch endet in jüngster Zeit mit dem 2012 verstorbenen Amerikaner William Thurston, der ein Experte auf dem Gebiet der Raumverformung (Topologie) war und ein mathematisches Verfahren fand, um eine Kugel nach bestimmten Regeln von Innen nach Außen zu stülpen.

Ian Stewarts ausgewogene Auswahl bezieht chinesische, arabische und indische Beiträge mit ein, wo nicht wenige Rechenverfahren bereits früher entdeckt wurden als in Europa. Und auch drei Frauen finden sich in der Sammlung: Ada Lovelace, Sofja Kowaleskaja und Emmy Noether.

Mathemaik mal weniger abstrakt

"Größen der Mathematik" leistet dadurch zweierlei: Es gibt dem Laien einen oberflächlichen Eindruck von ausgewählten Fragestellungen aus zentralen Bereichen der Mathematik, allen voran aus Geometrie, Trigonometrie, Algebra, Mengenlehre, Topologie und Logik.

Und es zeigt die unterschiedlichen Bedingungen unter denen Menschen über Mathematik nachgedacht und sie weiterentwickelt haben. Insbesondere durch die Lebensgeschichten seiner Protagonisten gelingt es Ian Stewart, Mathematik zu einer weniger abstrakten Angelegenheit für die Leser zu machen.

Ian Stewart: "Größen der Mathematik. 25 Denker, die Geschichte schrieben"
Aus dem Englischen übersetzt von Monika Niehaus und Bernd Schuh 
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018
478 Seiten, 12 Euro

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