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Konzert / Archiv | Beitrag vom 13.12.2016

Hyeyoon Park bei der Mecklenburgischen StaatskapelleInnig und nobel

Live aus dem Staatstheater Schwerin

Die Geigerin Hyeyoon Park (Giorgia Bertazzi/Konzertdirektion Schmid)
Die Geigerin Hyeyoon Park (Giorgia Bertazzi/Konzertdirektion Schmid)

Die hochgelobte Geigerin Hyeyoon Park spielt an diesem Abend in Schwerin Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert. GMD Daniel Huppert leitet das drittälteste Orchester unseres Landes in Antonín Dvořáks Sechster Sinfonie.

Er war der letzte Schüler von Jean Sibelius - ein Werk des im vergangenen Sommer verstorbenen finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara eröffnet den Abend im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin - die Orchesterfantasie "Lintukoto" (Insel der Seligkeit), ein süffig-symphonisches Werk, das im Laufe der postmodernen Phase des einstmals avantgardistisch komponierenden Rautavaara entstand.

Weltweit unterwegs ist inzwischen die junge Geigerin Hyeyoon Park. Sie wurde 1992 in Seoul geboren und hat schon viele Preise und Stipendien gewonnen, beim 58. ARD-Musikwettbewerb erhielt sie den 1. Preis als eine der jüngsten Teilnehmerinnen überhaupt. Auf ihrer Reise, die sie mit ihrer Cremoneser Geige Storioni-Geige von 1781, die sie als Leihgabe von der Deutschen Stiftung Musikleben erhalten hat, durch die Konzertsäle der Welt macht, arbeitete sie schon mit den namhaftesten Dirigenten und Ensembles zusammen. Als Solistin im e-Moll-Konzert von Felix Mendelssohn Bartholdy ist Hyeyoon Park in Schwerin zu erleben. Die FAZ lobte vor Jahren ihren besonders innigen und makellos detaillierten Zugang zu diesem Werk: "Die spezifische Noblesse des Konzertes konnte sich wunderbar entfalten", schrieb der Kritiker der Zeitung.

Großes und einziges Werk im zweiten Teil ist die sechste Sinfonie Antonín Dvořáks. Das zu Lebzeiten als erste Sinfonie veröffentlichte Werk wird bis heute unterschätzt und weniger häufig gespielt als die berühmte Neunte und ebenso beliebte Achte Sinfonie des tschechischen Meisters. Dabei zeigt sie ganz viel originellen Dvořák, die unnachahmliche melodische Vielfalt und seine tiefe Verwurzelung in der klassischen Tradition Europas. Hierin können die Solisten der Mecklenburgischen Staatskapelle glänzen. Zugleich ist es aber Aufgabe des altehrwürdigen Orchesters, einen warm-weichen und dennoch präzisen Klang zu finden, der die psychodelischen Aufwallungen auf Rautavaaras Trauminsel und die zeitlos "klassische Romantik" in Mendelssohns Violinkonzert nicht vergessen macht, aber doch ergänzt oder übermalt.

Live aus dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin

Einojuhani Rautavaara
"Lintukoto" (Insel der Seligkeit), Fantasie für Orchester

Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64

ca. 20.50 Uhr Konzertpause, darin ein Gespräch mit dem Intendanten des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, und mit dem Generalmusikdirektor Daniel Huppert

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60

Hyeyoon Park, Violine
Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin
Leitung: Daniel Huppert

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