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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 23.07.2008

Hunde und junge Liebhaber als Hilfe zum Ausbruch

Neu im Kino: "Underdogs" und "42plus"

Vorgestellt von Jörg Taszman

In "Underdogs" sollen Häftlinge Hunde zu Blindenhunden ausbilden und erhalten so die Chance, sich zu rehabilitieren. Ein anrührender Männerfilm. "42plus" soll das Porträt einer 42-jährigen selbstbewussten Frau sein, verliert sich aber in Klischees und bedeutungsschwangeren Dialogen.

"Underdogs"
Deutschland 2007. Regie: Jan Hinrik Drevs. Darsteller: Thomas Sarbacher, Clelia Sarto, Hark Bohm, Ingo Naujoks, Kida Ramadan, Thorsten Merten, Wladimir Tarasjanz, Philipp Baltus. Länge: 94 min.

Einer der schönsten deutschen Filme des Jahres um eine Reihe von Schwerverbrechern, denen die Chance gegeben wird im Knast Blindenhunde aufzuziehen und auszubilden. Das Problem ist nur, nach der Ausbildung müssen die Hunde wieder abgegeben werden. Ohne die Knastbrüder und ihre Taten (Mord, Totschlag, Bandenkriminalität) zu verherrlichen oder zu verharmlosen, ist ein im besten Sinne des Wortes überzeugender Männerfilm entstanden, bei dem eine Frau, die Gefängnisdirektorin, eine wichtige Rolle jenseits aller Klischees spielt. Gut gespielt und in Szene gesetzt, dabei durchaus fesselnd und rührend. Wer kann schon kleinen Hunden widerstehen?


42plus
Österreich 2007. Regie: Sabine Derflinger. Darsteller: Claudia Michelsen, Ulrich Tukur, Petra Morzé, Tobias Moretti, Vanessa Krüger, Jacob Matschenz u.a. Länge: 95 Minuten

"42plus" (NUR IM ZUSAMMENHANG MIT DEM FILMSTART)Wie immer fährt Christine mit ihrem Mann Georg und der 16-jährigen Tochter nach Ischia. Aber in diesem Sommer ist alles anders. Die Eheleute haben sich in ihren Lebenslügen eingerichtet. Georg hat eine junge Geliebte, die er heimlich anruft und Christine weiß das.

Was Georg jedoch nicht weiß, ist dass ihn Christine mit seinem besten Freund und Kollegen betrügt. Als Christine in ihrem Schlafzimmer dem Tramper Tamaz begegnet, beginnt sie mit ihm zu flirten, obwohl sie ihn hinauswirft. Später gehen beide eine Affäre ein, die Christine von ihrem kleinbürgerlichen Ballast befreit...

Die Regisseurin wollte das Porträt einer selbstbewussten 42-jährigen Frau zeigen, die aus gesellschaftlichen Konventionen und Lügen ausbricht, hat ihren kleinen Film jedoch mit zu vielen Personen und Handlungssträngen überfrachtet und vor allem viel zu bedeutungsschwangere Dialoge geschrieben, die so gar nicht aus dem Leben gegriffen sind.

Claudia Michelsen vermag in der Hauptrolle zu überzeugen, kann aber gegen die Klischees des Drehbuchs auch nicht anspielen. Weniger wäre mehr gewesen!

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