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Freitag, 14.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 29. Juni 2018

Humboldt-Uni gründet Institut für Islamische Theologie

Kritik an einseitiger Zusammensetzung des Beirats

Die Berliner Humboldt-Universität hat der Gründung eines Instituts für Islamische Theologie zugestimmt. Bei der Abstimmung im Kuratorium habe es eine Enthaltung gegeben, teilte die Hochschule mit. Am Institut sollen Imame und Religionslehrer ausgebildet werden. Die Neugründung ist umstritten, weil dem Institutsbeirat nur traditionell-konservative Islamvertreter angehören sollen. Dies kritisieren liberale Muslime, darunter die Menschenrechtsanwältin Seyran Ates, sowie die Berliner CDU und die Grünen. Zum Wintersemester 2018/19 werden am Institut fünf Professuren eingerichtet. Das Land Berlin stellt bis 2022 13 Millionen Euro zur Verfügung.

Haubrok droht mit Auszug

Haubrok: "Wir befinden uns in Gesprächen bezüglich anderer Orte"

Axel Haubrok, einer der profiliertesten Kunstsammler Berlins, droht mit einer Aufgabe seines Kreativquartiers in der einstigen DDR-"Fahrbereitschaft". Grund ist ein Ausstellungsverbot, das der Bezirk Lichtenberg vor zwei Monaten überraschend verhängt hat. Die "Fahrbereitschaft" liege in einem Gewerbegebiet, das keine kulturelle Nutzung vorsehe, hieß es zur Begründung. Bis dahin war sein Engagement immer stillschweigend geduldet worden. Haubrok kündigte am Freitag aus Protest gegen das Verbot seine Mitgliedschaft im Kulturbeirat des Bezirks. Bei einer ihm übermittelten Vorlage des Bezirksamts handele es sich lediglich um vage Absichtserklärungen, de facto bestehe das Ausstellungsverbot weiter, kritisierte der Sammler. Die laufende Präsentation in der "Fahrbereitschaft" ende am 7. Juli, weitere Projekte seien nicht geplant. "Wir befinden uns stattdessen bereits in Gesprächen bezüglich anderer Orte, sowohl in Berlin als auch außerhalb", so Haubrok weiter. Der Unternehmer hatte vor fünf Jahren zusammen mit seiner Ehefrau das fast 20 000 Quadratmeter große, heruntergekommene Gelände im tiefsten Osten Berlins gekauft. Eigenen Angaben zufolge hat er mittlerweile vier Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt. Inzwischen gibt es rund 70 Mieter auf dem Gelände.

Dokumentarfilmpreis für "Of Fathers and Sons"

Film porträtiert syrische Familie während des Bürgerkriegs

Die deutsch-syrisch-libanesische Dokumentation "Of Fathers and Sons" bekommt den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2018. Wie der Südwestrundfunk (SWR) am Freitag anlässlich der Verleihung in Stuttgart mitteilte, bekommt Filmemacher Talal Derki, ein in Berlin lebender Syrer, ein Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro. Für den Film mit dem deutschen Titel "Kinder des Kalifats" kehrte er in seine Heimat zurück. Derki folgt darin der Familie eines islamistischen Kämpfers während des syrischen Bürgerkriegs. "Der Film führt uns in eine fremde, essenziell verstörende Welt, ohne Schutz, aber mit großer dokumentarischer Geduld", hieß es in der Begründung der Jury. Derki habe den Zuschauern die Welt radikaler Islamisten mit ihren Widersprüchen und ihrer Tragik gezeigt. Der Preis wird seit 2017 jährlich verliehen - davor alle zwei Jahre.

Ed Sheeran auf Zahlung von 100 Mio. Dollar verklagt

Er soll sich an einem Song von Marvin Gaye bedient haben

Der britische Popstar Ed Sheeran ist auf Zahlung von 100 Millionen US-Dollar verklagt worden, weil er sich angeblich bei einem Song des Soul-Sängers Marvin
Gaye bedient haben soll. Das berichtete am Freitag die britische
Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Gerichtsdokumente aus New
York. Sheeran, so der Vorwurf, habe unter anderem Rhythmus und Melodie des
Gaye-Songs "Let's Get It On" aus dem Jahr 1973 für seinen Hit
"Thinking Out Loud" verwendet. Kläger ist demnach eine Firma, die einen Anteil an den Urheberrechten des Gaye-Songs hält. Ähnliche Vorwürfe gegen Sheeran brachten bereits vor zwei Jahren die Erben des 2003 gestorbenen Edward Townsend vor. Townsend hatte "Let's Get It On" gemeinsam mit Gaye geschrieben. Sheeran wies die Vorwürfe stets zurück. Laut BBC ist unklar, ob der Streit mit den Townsend-Erben beigelegt wurde.

Bayer will den "Dresdner Mars" verkaufen

Widerstand aus der Kunstwelt

Die Bayer AG will den "Dresdner Mars" von Renaissancebildhauer Giambologna aus seiner Sammlung zu Geld machen und erntet starken Gegenwind. Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, forderte den Pharmakonzern am Freitag zum Verzicht auf den Verkauf der Bronzestatuette auf. "Ich appelliere in aller Eindringlichkeit an das Unternehmen, das sich einen Namen im Kultursponsoring machen will, und das Gewissen seines Vorstandes", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange erklärte: "Ich finde es sehr ärgerlich, wie ein großer Konzern wie die Bayer AG mit nationalem Kulturgut umgeht." Nach ihren Angaben gibt es auf vielen Ebenen Bemühungen, "noch zu einem guten Ergebnis" zu kommen. Sie hofft, dass die bevorstehende Versteigerung verhindert werden kann. Doch ein Sprecher der Bayer-Kulturabteilung auf Anfrage der dpa: "Wir haben entschieden, den 'Mars' zu versteigern, weil wir verstärkt in junge Kunst investieren wollen, und halten daran fest." Ziel sei, "einen möglichst hohen Preis zu bekommen". Die knapp 40 Zentimeter hohe Bronzestatue ist laut Katalog mit drei bis fünf Millionen Pfund veranschlagt. Nachfahren eines Vorbesitzers indes mahnten, den Verkauf abzusagen und den "Mars" den SDK zu schenken, "als Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr". Auch die Bayer AG habe die Bronze einst geschenkt bekommen. "Ein solches Geschenk muss und darf nicht im Sinne des Shareholder-Value verwertet werden."

Preis für Kulturelle Bildung verliehen

Drei Initiativen erhalten jeweils 20 000 Euro

Drei Initiativen, die beispielhaft mit den Mitteln der Kunst, Menschen und Lebenswelten verbinden, sind mit dem Preis für Kulturelle Bildung ausgezeichnet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergab die mit jeweils 20 000 Euro dotierten Auszeichnungen am Freitagabend in Berlin. "Solche Projekte, solchen Elan und solche Leidenschaft für unser Zusammenleben brauchen wir mehr denn je", erklärte sie. Zu den drei gleichberechtigten Preisträgern gehört das bundesweite Projekt "Jugend hackt", in dem junge Leute sich kritisch mit der digitalen Technik auseinandersetzen. Auch die Kunstschule Offenburg überzeugte die Jury mit ihrem Projekt "KorresponDanSe": Beim Tanz auf einer Brücke, die die Städte Kehl und Straßburg verbindet, können deutsche und französische Jugendliche die Grenze zwischen ihren Ländern problemlos überqueren, während sie für junge Geflüchtete eine Barriere bildet. Weiterer Gewinner ist der Münchner Verein "Spielen in der Stadt", der 22 Jugendlichen aus neun Nationen ermöglichte, sich ein Jahr lang intensiv mit verschiedenen Aspekten der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Beteiligt waren auch eine Münchner Mittelschule, das NS-Dokumentationszentrum und die KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Preis wird seit zehn Jahren vergeben. Organisator ist die Stiftung Genshagen. Rund 100 Vorschläge wurden eingereicht.

Museum Barberini: Werkschau mit Gerhard Richter

Bislang nie ausgestellte Werke sind zu sehen

Das Potsdamer Museum Barberini eröffnet am Samstag seine neue Ausstellung mit einer Werkschau von Gerhard Richter. Bis zum 21. Oktober sind unter dem Titel "Gerhard Richter. Abstraktionen" mehr als 90 Werke des 86-jährigen Künstlers zu sehen. Diese sind zwischen den frühen 1960er-Jahren und heute entstanden. Neben abstrakten Gemälden wird auch eine große Glasskulptur aus dem Jahr 2013 gezeigt. Zu sehen sind unter anderem auch Bilder aus Privatsammlungen, die bislang noch nie ausgestellt wurden. "Abstraktion ist das große Thema von Gerhard Richter", sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider bei der Vorstellung der Schau. "Aber es gab noch nie eine Ausstellung, die sich darauf fokussiert."

Capital Gazette: Freitagsausgabe nach Überfall

Donald Trump verurteilt die Attacke scharf

Die von einem Schützen angegriffene Zeitung im US-Staat Maryland hat am Tag danach wie versprochen ihre Freitagsaugabe herausgebracht. Die "Capital Gazette" berichtet darin ausführlich über den Angriff und bringt Nachrufe auf die fünf getöteten Menschen. Unter dem Hauptbericht zur Schießerei gibt es einen Blick auf das Wetter des Tages und einen Teaser für einen Bericht im Innern der Zeitung. "Wir sind untröstlich, am Boden zerstört. Unsere Kollegen und Freunde sind weg", schreibt der Herausgeber der Zeitung, Rick Hutzell. Die Meinungsseite bleibt bis auf wenige Worte leer. Das Entsetzen über die Tat ist groß. Präsident Donald Trump drückte den Opfern und ihren Angehörigen via Twitter sein Mitgefühl aus, zudem verurteilte er die Attacke noch einmal scharf und nahm den Berufsstand der Journalisten in Schutz: "Journalisten, wie alle Amerikaner, sollten bei ihrer Arbeit frei sein können von der Angst gewalttätiger Angriffe", sagte der Präsident. Er kündigte an, seine Regierung werde nicht ruhen, ehe alles getan sei, um die Fälle von Gewaltverbrechen zu reduzieren.

Wissenschafts-Akademie hat sieben neue Mitglieder

U.a. neu berufen: Sebastian Conrad und Heike Solga

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat sieben neue Mitglieder. Neu berufen wurden die Physiker Immanuel Bloch (München) und Jörg Wachtrup (Stuttgart), der Toxikologe Martin Lohse sowie der Mikrobiologe Andreas Diefenbach (beide Berlin). Aus den Geisteswissenschaften kommen der Historiker Sebastian Conrad und die Soziologin Heike Solga hinzu. Daneben wurde der Ägyptologe Tonio Sebastian Richter (alle Berlin) gewählt. In die Akademie mit derzeit mehr als 170 Ordentlichen und 76 Außerordentlichen Mitgliedern kann berufen werden, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat. Als neue Vizepräsidenten wurden Carola Lentz und Klaus Petermann gewählt, die die bisherigen Amtsinhaber Annette Grüters-Kieslich und Christoph Markschies ablösen.

Hollywood in Karlsbad

Terry Gilliam und Robert Pattinson werden erwartet

Im tschechischen Karlsbad hat am Freitag das internationale Filmfestival begonnen. Zum Auftakt trafen unter anderen die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm und US-Regisseur Richard Linklater ein. Auf dem Programm der abendlichen Eröffnungsgala stand der Spielfilm "Die Liebe einer Blondine" des Regisseurs Milos Forman. Er wird in einer digital neu restaurierten Fassung gezeigt. Den Kristallglobus für außerordentliche Verdienste um das Weltkino nimmt der US-Schauspieler Tim Robbins ("Mystic River") entgegen. Als Gäste erwartet werden auch der britische Kult-Filmemacher Terry Gilliam, "Rain Man"-Regisseur Barry Levinson, die Schauspielerin Anna Paquin ("Das Piano") sowie Robert Pattinson, bekannt aus den Verfilmungen der "Twilight"-Vampirsaga. Das Filmfestival von Karlsbad gilt als eines der größten und ältesten mit internationalem Wettbewerb in Mitteleuropa. Bekannt ist es auch wegen seiner familiären Atmosphäre. Die meisten jungen Besucher übernachten nicht in einem der vielen Luxushotels, sondern in einer großen Zeltstadt.

Fatih Akin geht nach Hollywood

Deutscher Erfolgsregisseur wird Stephen-King-Roman verfilmen

Der deutsche Erfolgsregisseur Fatih Akin wird seinen ersten Hollywoodfilm drehen. Wie das Fachblatt "Hollywood Reporter" berichtete, verfilmt der 44-Jährige für die Universal Studios und die Produktionsfirma Blumhouse den Horrorroman "Feuerkind" von Stephen King. Der Roman dreht sich um ein kleines Mädchen, das allein kraft seines Willens Brände auslösen kann und von Geheimagenten entführt wird. Das Buch wurde schon einmal 1984 verfilmt, mit Drew Barrymore, Heather Locklear und Martin Sheen in den Hauptrollen. Akin wurde im Januar für seinen Thriller "Aus dem Nichts" mit dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Der Film lehnt sich in seiner Handlung an die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) an. Die Golden Globes sind die zweitwichtigsten US-Filmpreise nach den Oscars.

Neue Welterbestätten: Antike Orte und eine Oase

Entscheidungen über die deutschen Nominierungen am Wochenende

Das Unesco-Welterbekomitee hat drei neue Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen: die Archäologische Stätte Thimlich Ohinga in Kenia, die Antike Stadt Qalhat in Oman und die Oase Al-Ahsa. Voraussichtlich am Wochenende entscheidet das Komitee in Bahrain auch über die deutschen Nominierungen der Archäologischen Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk sowie des Naumburger Doms. Thimlich Ohinga ist ein Komplex aus Trockenstein im Gebiet des Viktoriasees in Kenia. Schätzungen zufolge wurde er im 15. Jahrhundert erbaut. Der Ohinga diente dem Schutz der Bevölkerung und des Viehbestands. Gleichzeitig war er ein kleines wirtschaftliches, religiöses und soziales Zentrum. Die Antike Stadt Qalhat liegt an der Ostküste Omans und war einst ein bedeutendes Handelszentrum. Qalhat war vom 11. bis zum 15. Jahrhundert ein wichtiger Hafen von Arabien, der sich unter der Herrschaft des Sultans von Hormus entwickelte. Die Oase Al-Ahsa liegt im östlichen Teil der arabischen Halbinsel. Sie ist die größte Oase der Welt mit mehr als 2,5 Millionen Palmen.

Streit um Semperoper-Intendanz endet mit Vergleich

Freistaat Sachsen und gekündigter Intendant Dorny einigen sich

Im Rechtsstreit zwischen dem Opernintendanten Serge Dorny und dem Freistaat Sachsen haben sich beide Seiten auf einen Vergleich geeinigt. Das sächsische Kunstministerium zahlt 350.000 Euro an Dorny. Damit sei das Gerichtsverfahren beendet. Das Ministerium hatte Dorny 2014 fristlos gekündigt, noch ehe er sein Amt als Intendant der Semperoper Dresden antreten konnte. Dagegen hatte er geklagt und das Gehalt aus seinem Fünf-Jahres-Vertrag von rund 1,7 Millionen Euro gefordert. Seit der Kündigung führte Wolfgang Rothe als Kaufmännischer Intendant die Semperoper. Mit Beginn der kommenden Spielzeit 2018/2019 wird der Schweizer Peter Theiler die Leitung des Hauses übernehmen. Der 62-Jährige ist derzeit Intendant am Dreisparten-Staatstheater Nürnberg.

Volksbühne ist für Castorf "wie eine Liebe, die vorbei ist"

Situation des Theaters ist für Ex-Intendanten "verletzend"

Rund ein Jahr nach dem Ende seiner Intendanz an der Berliner Volksbühne trauert Regisseur Frank Castorf seinem alten Theater nicht mehr hinterher. "Es ist wie mit einer Liebe, die vorbei ist. Ich hätte auch nicht die Kraft, es noch einmal zu machen", sagte Castorf der "Süddeutschen Zeitung". "Die Volksbühne war ein gut funktionierendes Theater, jetzt ist es tot. Natürlich ist das verletzend", gab der Regisseur zu. Verglichen mit den Problemen anderer Leute wolle er sich aber nicht beschweren. Gegenüber seinem nach nur einigen Monaten gescheiterten Nachfolger Chris Dercon empfinde er keine Schadenfreude, betonte Castorf. «Ich kann mich doch nicht freuen, dass man vor einem Scherbenhaufen steht und die Leute im Kostümfundus und in den Werkstätten Depressionen haben." Am Freitag hat Castorfs Inszenierung von "Don Juan" am Münchner Residenztheater Premiere.

Berliner Jazzfest stellt sich neu auf

Jazz aus Chicago und Europa, afroamerikanische Musik uns Ragtime aus Polen

Das Jazzfest Berlin geht neue Wege. In ihrer ersten Saison will Leiterin Nadin Deventer ganze Abende unterschiedlichen Stilen und Weltregionen widmen. So beginnt die 55. Ausgabe des Festivals am 1. November mit einem auf fünf Stunden angesetzten Eröffnungsabend auf fünf Bühnen im Haus der Berliner Festspiele. Mit zwölf Formationen widmet sich das Jazzfest der europäischen Szene - von Griechenland bis Norwegen. Bis zum 4. November stehen unter anderem der Jazz aus Chicago und Europa sowie die afroamerikanische Musik auf dem Programm. Zu den Gästen des diesjährigen Jazzfests zählen Mary Halvorson, Rob Mazurek mit seinem Exploding Star Orchestra sowie der Saxophonist, Klarinettist und Komponist Roscoe Mitchell. Auch wird diesmal beim Jazzfest getanzt - unter anderem zu Ragtime aus Polen sowie zum Musik-Cocktail der französischen Band Freaks und den Punk-Jazzern des britischen WorldService Project. Die Musikerin, Kuratorin und Dramaturgin Nadin Deventer hat zuvor unter anderem beim Festival van Vlaanderen in Brüssel und der Ruhrtriennale gearbeitet. Das komplette Programm soll am 3. September veröffentlicht werden.

Filmfest in München eröffnet

Viel Beifall zum Auftakt für "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm"

Mit dem Film "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" ist das Filmfest München eröffnet worden. Das Kinodebüt von Regisseur Joachim A. Lang wirft einen kritischen Blick auf die Branche. Bei der Uraufführung des mit Brecht-Liedern gespickten Films gab es viel Beifall vom Premierenpublikum, allen voran für Lars Eidinger als Brecht, aber auch für Darsteller wie Robert Stadlober, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Claudia Michelsen. Das Filmfest zeigt bis zum 7. Juli 185 Filme aus 43 Ländern. Als Ehrengäste werden die britische Schauspielerin Emma Thompson und der Monty-Python-Mitbegründer Terry Gilliam erwartet. Sie erhalten beide den Ehrenpreis des Festivals, den CineMerit-Award.

Grundstein für jüdisches Museum in Köln gelegt

Fertigstellung ist für 2021 vorgesehen

Mit einem Festakt hat die Stadt Köln den Grundstein für das Jüdische Museum im Archäologischen Quartier gelegt. Bis zum Jahr 2021 soll vor dem Historischen Rathaus das "MiQua" entstehen, das "Museum im Quartier". Das Museum werde archäologische Denkmäler von europäischer Bedeutung zeigen, darunter das Praetorium, den Palast des römischen Statthalters, das mittelalterliche jüdische Viertel und das christliche Goldschmiedeviertel, hieß es. In einem rund 600 Meter langen Parcours sollen so über 2.000 Jahre Kölner Geschichte erlebbar gemacht werden. Bauherrin des rund 77 Millionen Euro teuren Museums ist die Stadt Köln.

Banksy bekennt sich zu Kunstwerken in Paris

Street-Art-Künstler veröffentlicht Bilder auf Instagram

Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat sich zu einigen neuen Kunstwerken in Paris bekannt. Er veröffentlichte in dem sozialen Netzwerk Instagram Fotos von drei Bildern, die am Wochenende an Hauswänden in der französischen Hauptstadt aufgetaucht waren. Eines der Bilder ist in der Nähe der Sorbonne-Universität zu sehen: Es zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält - dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins. Die beiden anderen Werke zeigen Ratten: Auf dem einen ist ein Nagerpaar mit Schirm und Melone zu sehen, das den Eiffelturm in der Ferne zu bewundern scheint. Ein weiteres prangt an einer Hauswand in der Nähe des Kunstmuseums Centre Pompidou und zeigt eine vermummte Ratte mit einem Teppichmesser. Dazu schrieb Banksy auf Instagram: "Fünfzig Jahre nach dem Aufstand in Paris 1968: Der Geburtsort der Schablonenkunst." Banksy und andere Street-Art-Künstler malen oder sprühen ihre Bilder mit Hilfe von Schablonen auf Hauswände.

Kulturetat steigt um fast neun Prozent

Beschlüsse des Haushaltsausschusses

Der Bundeshaushalt für Kultur und Medien steigt in diesem Jahr um fast neun Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik stehen gut 956 Millionen Euro zur Verfügung - 33 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Das ergibt sich aus den Beschlüssen bei einer sogenannten Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von einem "herausragenden Zeichen" für den Wert der Kultur. 30 Millionen Euro sollen Denkmalschutzprojekten in ganz Deutschland zugute kommen. Die Mittel für die Deutsche Welle werden um bis zu 35 Millionen Euro erhöht - unter anderem für den Ausbau eines türkischsprachigen Angebots. Die für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zuständige Staatsministerin Michelle Müntefering (SPD) kündigte an, mit den zusätzlichen Geldern solle unter anderem die Arbeit von Mittlerorganisationen wie dem Goethe-Institut und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst gestärkt werden.

Bund gibt 80 Millionen für Mannheimer Theater

Wochenlange Verhandlungen

Nach der Zusage des Bundes von 80 Millionen Euro für die Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim ist das Land Baden-Württemberg gefragt. "Ich setze nun fest darauf, dass das Land in gleicher Weise wie der Bund die Sanierung unterstützt", sagte der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte am Mittwochabend nach wochenlangen vertraulichen Verhandlungen den Beschluss über die Mittel gefasst. Die Landesregierung zeigte sich offen, zur Sanierung beizutragen, nannte aber keine Beträge. Oberbürgermeister Kurz strebt eine Beteiligung von Bund, Land und Stadt von je einem Drittel an. Die Modernisierung des 60 Jahre alten denkmalgeschützten Baus kostet 200 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten von 40 Millionen Euro, etwa für eine Ersatzspielstätte und für ein Zentrallager. Wegen Brandschutzmängeln läuft die Betriebserlaubnis für das Haus Ende 2022 aus. Die Renovierung soll 2021 beginnen.

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