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Interview | Beitrag vom 13.06.2019

Horst Bredekamp zum HumboldtforumErleichtert über die spätere Eröffnung

Moderation: Dieter Kassel

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Eine Ansicht des künftigen Humboldtforums in Berlin mit eingerüsteter Kuppel (imago stock&people)
Die Gründungsintendanz habe schon 2018 darum gebeten, die Bauzeit des Humboldtforums um ein Jahr zu verlängern, sagt Horst Bredekamp. (imago stock&people)

Bedauerlich, aber richtig: Horst Bredekamp begrüßt es, dass das Berliner Humboldtforum erst 2020 eröffnet wird. Qualität geht vor, findet der frühere Gründungsintendant des Forums. Außerdem werde kein Bauwerk dieser Größenordnung je punktgenau fertig.

Heizung, Kühlung, Brandschutz: Was nach der Dauerbaustelle BER klingt, beschreibt die Probleme beim künftigen Humboldtforum in Berlin. Das Vorzeigeprojekt im wieder aufgebauten Schloss kann nicht wie geplant in diesem Jahr zum 250. Geburtsjahr Alexander von Humboldts eröffnet werden.

Jetzt ist 2020 angepeilt - aus gutem Grund, wie der Kunsthistoriker Horst Bredekamp findet: "Wenn es um Qualität geht, darf man keine Kompromisse machen", sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Natürlich sei jede Verzögerung bedauerlich. Aber zugleich sei sie eine "Befreiung von verschiedenen Nöten". Das betreffe vor allem die Bauqualität.

Bredekamp, der neben Neil MacGregor und Hermann Parzinger Gründungsintendant des Humboldtforums war, sieht noch ein weiteres Argument, das für eine Eröffnung 2020 spricht: Vor 100 Jahren sei das Hohenzollern-Schloss in öffentlichen Besitz übergegangen. Damit sei eine "Demokratisierung" des Gebäudes einhergegangen - und das sei "mindestens ein so guter Termin wie das 250. Jubiläum der Geburt Alexander von Humboldts".

"Fetischisierung" des Humboldt-Jubiläums

Letzteren Jahrestag beurteilt der Kunsthistoriker auch kritisch - im Hinblick auf den hohen Erwartungsdruck bei der Bauzeit: "Ich kenne aus der Baugeschichte überhaupt kein Unternehmen dieser Größenordnung, das punktgenau auf den Eröffnungstermin hin tatsächlich eröffnet wurde." Im Gegenteil - Verzögerungen um das Doppelte oder Dreifache habe es schon gegeben.

"Das Humboldtforum stand immer unter dem Label, unter dem Vorzeichen, das Desaster des Flughafens in gewisser Weise zu kompensieren", so Bredekamp. Das habe die "Fetischisierung" des Humboldt-Jubiläums bewirkt. Aber: "Es ist und bleibt ein Mirakel, dass ein derartig komplexes Gebilde so gut wie punktgenau eröffnet wird, im nächsten Jahr dann."

(bth)

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