Seit 19:05 Uhr Konzert

Samstag, 18.01.2020
 
Seit 19:05 Uhr Konzert

Interview / Archiv | Beitrag vom 13.06.2019

Horst Bredekamp zum HumboldtforumErleichtert über die spätere Eröffnung

Moderation: Dieter Kassel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine Ansicht des künftigen Humboldtforums in Berlin mit eingerüsteter Kuppel (imago stock&people)
Die Gründungsintendanz habe schon 2018 darum gebeten, die Bauzeit des Humboldtforums um ein Jahr zu verlängern, sagt Horst Bredekamp. (imago stock&people)

Bedauerlich, aber richtig: Horst Bredekamp begrüßt es, dass das Berliner Humboldtforum erst 2020 eröffnet wird. Qualität geht vor, findet der frühere Gründungsintendant des Forums. Außerdem werde kein Bauwerk dieser Größenordnung je punktgenau fertig.

Heizung, Kühlung, Brandschutz: Was nach der Dauerbaustelle BER klingt, beschreibt die Probleme beim künftigen Humboldtforum in Berlin. Das Vorzeigeprojekt im wieder aufgebauten Schloss kann nicht wie geplant in diesem Jahr zum 250. Geburtsjahr Alexander von Humboldts eröffnet werden.

Jetzt ist 2020 angepeilt - aus gutem Grund, wie der Kunsthistoriker Horst Bredekamp findet: "Wenn es um Qualität geht, darf man keine Kompromisse machen", sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Natürlich sei jede Verzögerung bedauerlich. Aber zugleich sei sie eine "Befreiung von verschiedenen Nöten". Das betreffe vor allem die Bauqualität.

Bredekamp, der neben Neil MacGregor und Hermann Parzinger Gründungsintendant des Humboldtforums war, sieht noch ein weiteres Argument, das für eine Eröffnung 2020 spricht: Vor 100 Jahren sei das Hohenzollern-Schloss in öffentlichen Besitz übergegangen. Damit sei eine "Demokratisierung" des Gebäudes einhergegangen - und das sei "mindestens ein so guter Termin wie das 250. Jubiläum der Geburt Alexander von Humboldts".

"Fetischisierung" des Humboldt-Jubiläums

Letzteren Jahrestag beurteilt der Kunsthistoriker auch kritisch - im Hinblick auf den hohen Erwartungsdruck bei der Bauzeit: "Ich kenne aus der Baugeschichte überhaupt kein Unternehmen dieser Größenordnung, das punktgenau auf den Eröffnungstermin hin tatsächlich eröffnet wurde." Im Gegenteil - Verzögerungen um das Doppelte oder Dreifache habe es schon gegeben.

"Das Humboldtforum stand immer unter dem Label, unter dem Vorzeichen, das Desaster des Flughafens in gewisser Weise zu kompensieren", so Bredekamp. Das habe die "Fetischisierung" des Humboldt-Jubiläums bewirkt. Aber: "Es ist und bleibt ein Mirakel, dass ein derartig komplexes Gebilde so gut wie punktgenau eröffnet wird, im nächsten Jahr dann."

(bth)

Mehr zum Thema

Humboldtforum - Eröffnung verzögert sich
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 12.06.2019)

Forscher über "Benin-Bronzen" - Die Rückgabe ist unumgänglich
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 24.04.2019)

Berliner Stadtschloss - Preußisches Traumschloss umgeben von Chaos
(Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 14.08.2018)

Interview

Libyen-Konferenz Erwartungen an ein starkes Signal
Absperrgitter stehen am Brandenburger Tor in Berlin. Hier werden bereits Sicherheitsvorkehrungen für die Libyen-Konferenz getroffen. (picture-alliance/dpa/Annette Riedl)

Bei der Libyen-Konferenz gehe es darum, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen, sagt der Journalist Mirco Keilberth, der aus Tripolis berichtet. Allerdings müsse man dafür erst einen Staat gründen und mit lokalen Strukturen zusammenarbeiten. Mehr

Anti-Rassismus-Klausel Erste Verträge an Theatern
Auf dem Foto sieht man einen Scheinwerfer, auf einen roten Theater-Vorhang gerichtet. (picture alliance / Tetra Images)

Vor einem Jahr wurde eine Anti-Rassismus-Klausel entworfen, die Theater in ihre Verträge aufnehmen können, um ihre Mitarbeiter vor Rassismus besser zu schützen. Erste Häuser übernehmen die Klausel jetzt, sagt die Juristin Sonja Laaser. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur