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Aus den Archiven | Beitrag vom 30.05.2020

Hollywood-Legende Clint Eastwood Der Mann ohne Namen

Von Birgit Kahle

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Gemaltes Plakatmotiv mit Clint Eastwood in Poncho und cooler Pose vor blau illuminiertem Hintergrund. (imago images / Everett Collection)
Coole Pose, cooler Blick: Über den Umweg des Italowesterns - hier das Plakatmotiv zu "Für ein paar Dollar mehr" - wurde Clint Eastwood zum internationalen Star. (imago images / Everett Collection)

Clint Eastwoods Karriere begann in billigen Horrorfilmen und Westernserien. Zum Superstar wurde er erst im italienischen Western der 60er. Seitdem ist der Mann mit den hageren Zügen aus dem Kino nicht mehr wegzudenken.

Am 31. Mai 2020 ist Clint Eastwood 90 Jahre alt geworden. Wir wiederholen aus diesem Anlass ein RIAS-Radiofeature aus dem Jahr 1990: Birgit Kahle führt durch Leben und Werk des Schauspielers, der als Schauspieler im Kino gerne den harten Kerl mimt, als Regisseur aber auch die einfühlsamen Töne anschlagen kann.

Hollywoodstar über Umwege

Eine unwahrscheinliche Karriere, wenn man auf die Anfänge blickt: Eastwood war Schwimmlehrer in der Army, wechselte schließlich zum Film. Seine ersten Auftritte als Nebendarsteller fielen der Schere zum Opfer. Lange schien es, als würde er auf den ewigen Nebendarsteller in der zweiten Reihe abonniert sein. Routine entwickelte er schließlich in der Westernserie "Rawhide". In den 60ern bedeutete eine Karriere im Fernsehen allerdings meist das Aus - nur wenigen glückte der ersehnte Sprung ins Kino.

Die Rettung kam von unerwarteter Seite: Der italienische Regisseur Sergio Leone engagierte Eastwood für seinen Western "Für eine Handvoll Dollar". Dass Western auch in Europa entstehen und trotzdem Kasse machen können, hatte zuvor die bundesrepublikanische "Winnetou"-Reihe bewiesen.

Für Eastwood steckte ein einfaches Kalkül hinter dem Film: Würde der Streifen floppen, würde das zu Hause in den USA keiner mitbekommen.

Doch es kam anders: Leones Film wurde nicht zuletzt dank Eastwoods unrasierter Coolness ein internationaler Kassenschlager, dem zwei lose Fortsetzungen mit dem Schauspieler folgten. Der Western all'italiana - deutlich raubeiniger, dreckiger, existenzialistischer als die oft gestriegelten US-Vorbilder - wurde zur Marke.

Und Eastwood zum internationalen Superstar, der schließlich auch als Regisseur von sich reden machte. Spätestens seit seinem oscarprämierten "Unforgiven" aus dem Jahr 1992 - der in unserem Feature von 1990 natürlich noch keine Rolle spielt -, ist Eastwood auch in der Filmkritik als Meisterregisseur anerkannt.

(thg)

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