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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Januar 2018

Hohenzollerngruft im Berliner Dom vor der Sanierung

Arbeiten könnten im Januar 2019 beginnen

Die schon lange geplante Sanierung der Hohenzollerngruft im Berliner Dom soll im kommenden Januar beginnen. Domsprecherin Pelzel sagte der dpa, man hoffe, dass nach der europaweiten Ausschreibung im Februar bis zum Sommer die Architekten gefunden werden. Pelzel zufolge gibt es inzwischen die feste Finanzierungszusage von Land und Bund. Im Keller der einstigen Staatskirche in der historischen Mitte Berlins ruhen fast 100 Hohenzollern, darunter der erste Preußenkönig Friedrich der Erste und seine zweite Gattin Sophie-Charlotte. Die Grabstätte soll umfassend saniert und der Zugang barrierefrei ausgebaut werden.

Start des Europäischen Kulturerbejahrs in Deutschland

Schwerpunkt liegt auf Architektur und Archäologie

Am kommenden Montag wird im Hamburger Rathaus das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland eröffnet. Die EU-Kommission will das Bewusstsein für die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des kulturellen Erbes schärfen. Unter dem Motto "Sharing Heritage" (Erbe teilen) finden deshalb in allen Mitgliedsländern Ausstellungen, Führungen und Vorträge statt. Deutschland beschäftigt sich vor allem mit seinem baulichen und archäologischen Erbe. Die Bundesregierung fördert 34 Projekte mit insgesamt 3,6 Millionen Euro. Schirmherr ist Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Die zentrale Eröffnung des Europäischen Kulturerbejahrs fand bereits am 7. Dezember vergangenen Jahres in Mailand statt.

Starkes Besucherinteresse an Holocaust-Ausstellung

500 000 Menschen besuchten Informationsort unter Holocaust-Mahnmal

Im vergangenen Jahr haben eine halbe Million Menschen den "Ort der Information" unter dem Berliner Holocaust-Denkmal besucht. Damit seien die Besucherzahlen unverändert hoch, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mit. Sie betreut das Mahnmal. Im Sommer sei es zum größten Besucherandrang seit Eröffnung des Denkmals im Jahr 2005 gekommen. Die Stiftung betreut auch die Denkmäler für die verfolgten Homosexuellen, die ermordeten Sinti und Roma sowie die Opfer der Euthanasie-Morde. Der Besucherandrang an den vier Erinnerungsorten zeige, dass das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Teil des Selbstverständnisses als Nation sei, sagte Direktor Neumärker.

Wiener Secession: Kunst braucht offene Gesellschaft

Künstlervereinigung befürchtet Vereinnahmung durch österreichische Regierung

Die Wiener Secession hat der Instrumentalisierung von Künstlern eine klare Absage erteilt. Nachdem die neue österreichische Regierung aus ÖVP und FPÖ das Motto der Secession "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit" in ihr Regierungsprogramm aufgenommen hatte, erklärte der Vorstand der Künstlervereinigung: "Mit der Freiheit der Kunst ist unabdingbar Internationalität, Diversität und Dialog verbunden. Die Idee, dass Kunst einer kollektiven nationalen Identitätsstiftung dient, ist eine Form der Instrumentalisierung, die im Widerspruch zur Vielfalt künstlerischer Inhalte steht." Die Freiheit der Kunst bedürfe einer offenen Gesellschaft, schreibt der Vorstand weiter in seiner Erklärung. Wenn eine Regierung nicht für eine freie Gesellschaft eintrete, habe ihr Versprechen einer Freiheit der Kunst nur rhetorischen Charakter.

Vorchristliches Tonsiegel an Klagemauer gefunden

Zeitdokument des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem

Israelische Forscher haben bei Ausgrabungen an der Klagemauer in Jerusalem ein etwa 2700 Jahre altes Tonsiegel gefunden. Auf dem münzgroßen Tonstück stehe auf antikem Hebräisch die Prägung "Dem Gouverneur der Stadt", teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Es handele sich um eine "einzigartige und wichtige Entdeckung". Das Fundstück stamme aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels. Er wurde vor rund 3000 Jahren gebaut und im Jahr 586 vor Christus von den Babyloniern zerstört. Nach Angaben der Forscher belegt der Fund die Aussage der Bibel, dass es damals einen Gouverneur in Jerusalem gab.

ZDF ist offen für Kooperation mit Streamingdiensten

Intendant Bellut lehnt Vorschlag für nur ein öffentlich-rechtliches TV-Programm ab

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat sich offen für Kooperationen mit Streaming-Diensten wie Netflix gezeigt. Der Sender habe bereits mit Netflix beim Kinderprogramm zusammengearbeitet und die Serie "4Blocks" von TNT Serie für ZDFneo eingekauft, sagte Bellut der Deutschen Presse-Agentur. Zum Spardruck der Öffentlich-Rechtlichen sagte Bellut, weitere Einsparungen seien über die Sender-Struktur nicht zu erreichen ohne Einschnitte beim Programm machen zu müssen. Bellut bekannte sich klar zur Programmaufteilung mit der ARD. Dadurch erreichten beide Sender das Publikum optimal. Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra hatte vorgeschlagen, nur das ZDF als nationalen Sender zu erhalten.

New Yorker Ballett-Chef zurückgetreten

71-Jähriger weist Belästigungsvorwürfe zurück

Der langjährige Chef des New Yorker Balletts, Peter Martins, hat angesichts von Vorwürfen wegen sexuellem Fehlverhalten seinen Rücktritt erklärt. Peter Martins habe der Führung des New York City Ballet am Montag schriftlich seinen Rückzug mitgeteilt, berichtete die "New York Times". Zugleich habe er betont, gegenüber Mitgliedern des Ensembles nicht übergriffig geworden zu sein und auch niemanden belästigt zu haben. Das Ballet dankte Martins für seine Arbeit und erklärte, die Untersuchung werde fortgesetzt. Dem 71-Jährigen war in einem anonymen Brief Belästigung vorgeworfen worden. Das Ballet engagierte eine Anwaltskanzlei und stellte Martins für den Zeitraum der Ermittlungen frei. Dies gilt auch für seine Arbeit als Chef der School of American Ballet.

Großer Andrang bei Gurlitt-Ausstellung in Bern

Kunstmuseum zieht positive Zwischenbilanz

Das Kunstmuseum Bern ist vom Ansturm der Besucher bei seiner Gurlitt-Ausstellung überwältigt. Seit der Eröffnung Anfang November bis zum Jahresende seien gut 78 000 Besucher gekommen, sagte die Direktorin des Museums, Nina Zimmer, der Deutschen Presse-Agentur. Das sind mehr als 1500 pro Tag. Cornelius Gurlitt, Sohn eines der Kunsthändler Hitlers, hatte seinen erst 2012 entdeckten Bestand überraschend dem Schweizer Museum vermacht. Ein Teil davon ist zurzeit auch in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Zimmer räumt ein, dass es sich bei Gurlitts Nachlass eher um einen Lagerbestand als eine bedeutende Sammlung handelt. Es seien aber sehr schöne Werke dabei. Weil sie nie zu sehen waren, wirkten sie taufrisch, sagte die Museums-Direktorin.

Debatte um Doppelausstellung der "documenta"

Aufsrichtsratschef sieht Entscheidung für Athen nicht als Fehler

Die Kunstausstellung documenta könnte auch in Zukunft an mehreren Standorten stattfinden. Der documenta-Aufsichtsratschef und Kasseler Oberbürgermeister Geselle sagte dem „k-Kulturmagazin in Kassel, die vergangene Ausstellung mit Zweit-Standort Athen sei kein Fehler gewesen. Athen sei Teil der künstlerischen Freiheit des polnischen Kurators Szymczyk. Die Ausstellung hatte in Griechenland ein Defizit von voraussichtlich 5,4 Millionen Euro eingefahren. Momentan wird in Kassel ein Nachfolger für Szymczyk gesucht. Bisher gibt es laut Geselle noch keinen Kandidaten. Die nächste documenta findet im Jahr 2022 statt.

Historiker warnt vor "Bunkersterben"

Kommunen wollen die Betonbauten aus dem Zweiten Weltkrieg abreißen

Vor einem "Bunkersterben" in den Städten und einem Verlust an geschichtlicher Substanz hat der Historiker KlausJürgen Becker gewarnt. Die Betonbauten aus dem Zweiten Weltkrieg stünden oft an Stellen, die die Kommunen verkehrstechnisch umplanen wollten - und würden deshalb zur Debatte gestellt, sagte der Geschäftsführer des neuen Arbeitskreises Bunkermuseum Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur. Dabei seien sie ein "sehr gutes Medium", um den Nationalsozialismus zu erklären und sich kritisch mit ihm auseinanderzusetzen. Während ein Abriss bis vor einigen Jahren noch viel zu teuer gewesen sei, sei das inzwischen kein großes Problem mehr, so Becker. Deshalb bestehe "permanent die Gefahr des Bunkersterbens und damit auch der Entsorgung der Geschichte, ohne dass sie vernünftig aufgearbeitet wird", warnte er. Becker wies darauf hin, dass in mehreren deutschen Städten Bunker bereits als Museen genutzt werden - zum Beispiel in Mannheim.

Medizinhistorisches Museum erinnert an Frankenstein

Veranstaltungsreihe in Ingolstadt

Das Deutsche Medizinhistorische Museum in Ingolstadt befasst sich im neuen Jahr mit dem Thema "200 Jahre Frankenstein". Dazu habe man ein Programm zusammengestellt, das sich dem Titel aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Formaten widme, teilte das DMM mit. Im Zentrum stehe aber nicht die schaurige Kreatur Frankensteins, sondern vielmehr die Autorin Mary Shelley, die Medizin ihrer Zeit sowie der Wunsch des Menschen, Leben zu erschaffen oder es zumindest zu optimieren. Den Auftakt der Frankenstein-Veranstaltungen bildet die im Januar startende Vortragsreihe "Menschen machen". Der Schauerroman "Frankenstein or The modern Prometheus" erschien im Jahre 1818 und gilt heute als herausragendes Werk der englischen Literatur.

Italien verbucht 2017 als touristisches Rekordjahr

Museen verzeichnen mehr Besucher und höhere Einnahmen.

Die Zahl der ausländischen Besucher stieg um sieben Prozent. Das teilte Kulturminister Dario Franceschini mit. Der Tourismus in Italien befinde sich in einem "kräftigen Wachstum", so Franceschini. Maßnahmen zu einer Saisonentzerrung zeigten positive Signale. Auf einem guten Weg bewertete der Minister auch einen nachhaltigen Tourismus. So habe sich der 2017 gewählte Themenschwerpunkt auf historische italienische Landgemeinden als Erfolg erwiesen. In diesem Jahr soll die italienische Gastronomie als Teil des kulturellen Erbes im Mittelpunkt stehen. In diesem Rahmen wollten sich die Museen mit einer Social-Media-Kampagne beteiligen, so Franceschini.

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