Seit 01:05 Uhr Tonart

Donnerstag, 21.02.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Fazit / Archiv | Beitrag vom 02.10.2013

Hoffentlich kommen die Chinesen!

Neu im Kino: "Global Player - Wo wir sind isch vorne"

Von Jörg Taszman

Podcast abonnieren
Regisseur Hannes Stöhr lässt die Chinesen rein. (picture alliance / dpa / Marcus Brandt)
Regisseur Hannes Stöhr lässt die Chinesen rein. (picture alliance / dpa / Marcus Brandt)

Ein kleiner mittelständischer Familienbetrieb möchte gerne von einem chinesischen Investor aufgekauft werden. Hannes Stöhr liefert mit seinem Film über die fiktive Textilmaschinenfabrik "Bogenschütz und Söhne" eine unterhaltsame Geschichte über die alltägliche Globalisierung.

Hannes Stöhr, der aus dem schwäbischen Hechingen stammt und seit über 20 Jahren in Berlin lebt, ist für seinen neuen Film in seine schwäbische Heimat zurückgekehrt. Seine soziale Tragikomödie "Global Player" beschreibt den Überlebenskampf eines schwäbischen Familienbetriebes in den Zeiten der Globalisierung.

Schon lange hat man gerade auch in der Provinz mit mittelständischen Betrieben Erfahrungen auf dem Weltmarkt, vor allem im Osten mit China gemacht. Und so hat die fiktive Textilmaschinenfabrik "Bogenschütz und Söhne" nur eine Chance: Sie muss von den Chinesen übernommen werden. Der fast 90-jährige Seniorchef Paul Bogenschütz hat jedoch etwas dagegen. Sein Sohn Michael, der die Firma führt, muss gegen den "Alten" und mit seinen Geschwistern (die zwar Teilhaber sind, aber sich sonst kaum für die Firma interessieren) versuchen, die Firma zu retten.

Das ist ebenso tragikomisch wie unterhaltsam ,denn Hannes Stöhr ist neben Andreas Dresen wohl derzeit der einzige deutsche Regisseur, der Alltagsgeschichten eben so genau verortet, sie aber auch mit Humor, liebevoll unterfüttert. Nach seinen beiden großen Publikumserfolgen "Berlin is in Germany" und "Berlin Calling", der über ein Jahr lang in den Kinos lief und zum Kultfilm avancierte, hat Hannes Stöhr nun einen Provinz- und Familienfilm gedreht, einen klugen und unterhaltsamen Kommentar zur Globalisierung fernab der großen Metropolen abgegeben.

Mehr Inforamtionen auf der Filmwebsite

Deutschland 2013; Regie: Hannes Stöhr; Darsteller: Christoph Bach, Walter Schultheiß, Inka Friedrich; 98 Minuten

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsManipulation und Gehirnwäsche
Das Bild zeigt vier Fernsehgeräte in vier verschiedenen Farben vor einer grauen Wand. (imago / Westend61)

Die Feuilletons beschäftigen sich mit dem viel diskutierten "Framing-Manual" der ARD, das Vorschläge macht, wie die Sendeanstalt sich sprachlich möglichst positiv darstellen und abgrenzen kann. Nicht sehr überraschend sehen die Kritiker es skeptisch.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 11Von Vielfalt und Verstärkung
Ein Darsteller des Musicals "Miss Saigon" mit einem angeklebten kleinen Stirnmikrofon steht am 25.01.2019 in Köln bei einem Fototermin auf der Bühne. (imago / Horst Galuschka)

Wer spricht wie auf deutschen Bühnen? Es gibt zwar immer mehr Schauspieler*innen mit angeklebten Mikrofonen, aber noch zu wenige aus benachteiligten Gruppen. Um Diversity und Mikroports geht es in Folge #11 des Theaterpodcasts.Mehr

Folge 10Wachgerüttelt, durchgeschüttelt
Eine Frau hat sich einen #MeToo-Schriftzug auf den Unterarm geschrieben. (imago stock&people)

Was bleibt im Rückblick auf die Debatten dieses Theaterjahres? #MeToo, ganz klar. Über Gleichstellung sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp mit France-Elena Damian vom Verein Pro Quote Bühne und diskutieren darüber, ob Theatermacher mit rechten Ideologen reden sollten.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur