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Kulturnachrichten

Samstag, 24. September 2016

Hofer Filmtage erinnern an verstorbenen Gründer

Ehemaliger Chef Heinz Badewitz wird mit Retrospektive geehrt

Nach dem Tod ihres langjährigen Leiters erinnern die Hofer Filmtage in diesem Jahr an ihren ehemaligen Chef Heinz Badewitz mit einer Retrospektive. Gleichzeitig soll mit der Filmschau das 50-jährige Bestehen des Festivals dokumentiert werden, wie die Filmtage mitteilten. Gezeigt werde unter anderen "Letzte Worte" (1968) von Werner Herzog, "Messer im Kopf" (1978) von Rainhard Hauff und Doris Dörries Erfolgsstreifen "Männer" von 1985. Die drei Regisseure werden bei dem vom 25. bis 30. Oktober dauernden Festival ebenso erwartet wie die Schauspielerin Eva Löbau und Filmemacher Wim Wenders. Filmtage-Mitbegründer Badewitz war am 10. März im Alter von 74 Jahren während des Besuchs eines Filmfestivals im österreichischen Graz gestorben.

Staatspräsident für Rückgabe des Parthenon-Frieses

Friesteile sind seit 200 Jahren im Besitz des British Museum

Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hat sich für eine Rückgabe der Parthenon-Friesteile durch Großbritannien ausgesprochen. Auf Grund der weltweit kulturellen Einzigartigkeit des Parthenon-Tempels sei die Rechtmäßigkeit dieses Anspruchs eine Selbstverständlichkeit, sagte Pavlopoulos einem Bericht des Radiosenders Athina 984 zufolge bei einer internationalen Konferenz zum Thema. Die antiken Marmorelemente des Parthenon sind seit 200 Jahren im Besitz des British Museum. Der britische Botschafter in Konstantinopel, Lord Elgin, hatte sie einst abmontieren und in das Vereinigte Königreich bringen lassen - ein Akt des Vandalismus und der Plünderung, wie Pavlopoulos in seiner Rede betonte. Seit 1982 fordert Griechenland die «Elgin Marbles» zurück, die Briten verweigern dies bislang. Der Parthenon ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenland.

Besucherrekord bei Reeperbahnfestival erwartet

Organisatoren ziehen positive Bilanz

Neue Künstler, konstruktive Konferenzen und ein Besucherrekord - zum Abschluss des Hamburger Reeperbahnfestivals haben die Organisatoren eine positive Bilanz gezogen. «Wir sind sehr zufrieden», sagte Festivalchef Alex Schulz. "Auch in diesem Jahr gab es wieder jede Menge aufregende neue Acts zu entdecken. Dazu kamen konstruktive Diskussionen und Veranstaltungen auf unserer Branchenkonferenz." Laut den Veranstaltern dürfte das elfte Reeperbahnfestival mit einem Besucherrekord zu Ende gehen. Mit Spannung erwartet wird zudem die erstmalige Verleihung des "Anchor"-Awards, für den acht Musik-Acts im Rennen sind. Gastland in diesem Jahr waren die Niederlande. Das Nachbarland war mit zwölf Künstlern auf dem Festival sowie mehreren Fachveranstaltungen auf der begleitenden Branchenkonferenz vertreten. Dort kamen 4400 Vertreter der Musik- und Digitalwirtschaft aus 40 Ländern zusammen.

Richard Gere lädt Obdachlose ins Kino ein

Schauspieler besuchte Obdachlosen-Zentrum in San Sebastian

Hollywood-Star Richard Gere hat Dutzende Obdachlose auf dem 64. Internationalen Filmfestival von San Sebastian zur Vorführung seines Films "Time Out Of Mind" eingeladen. "Diese Menschen genießen meinen höchsten Respekt. Mit meinem Film versuche ich, unsere Gesellschaft und die Medien für ein soziales Drama zu sensibilisieren, das viel zu häufig ignoriert wird", erklärte Gere bei der Vorstellung seines Films. Gere hatte die Obdachlosen bereits am Freitagnachmittag kennengelernt, als er in San Sebastian ein Obdachlosen-Zentrum besuchte. In dem Drama "Time Out Of Mind" verkörpert Gere einen Obdachlosen auf den Straßen New Yorks, dessen Leben von Einsamkeit und harten Schicksalsschlägen bestimmt wird. Teilweise wurde der Film mit versteckten Kameras gedreht. Die Passanten erkannten den "Pretty Woman"-Darsteller nicht. "Es fühlte sich schlimm an, von den anderen als Mensch vollkommen ignoriert und marginalisiert zu werden", sagte Gere.

Kritik an Junggesellenabschied im Palazzo Pitti

Uffizien-Leiter Eike Schmidt verteidigt Vermietung eines Hofs

Teile italienischer Medien kritisieren die Vermietung eines Uffizien-Hofs für eine angeblich wilde Junggesellen-Sause. Uffizien-Leiter Eike Schmidt bestreitet dies und sagte, es handelte sich lediglich um ein vorhochzeitliches Abendessen eines italienischen Unternehmers, der am Samstag geheiratet hat. "Es gab nichts vulgäres oder exzessives" an den Dekorationen für das Abendessen in einem von den Uffizien bereitgestellten Hof, so Schmidt. Außerdem sei er sehr verwundert über die Aufregung mancher Medien. Schließlich ist es seit Jahrzehnten in Italien nicht unüblich, dass Museen Räumlichkeiten für Galas oder Partys vermieten. Ohne diese Art Einnahmen (70 000 Euro betrug die Vermietungsgebühr für fraglichen Abend) müssten Museen Eintrittspreise erhöhen oder Einschnitte bei Restaurierungsarbeiten vornehmen, so Schmidt weiter.

Springsteen kritisiert Trump-Kandidatur scharf

Rock-Musiker zu Gast in norwegisch-schwedischer Talk-Show

Bruce Springsteen sieht Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur als "eine große Peinlichkeit" für US-Amerikaner. Das sagte "The Boss" als Gast der norwegisch-schwedischen Talk-Show "Skavlan". Die Online-Ausgabe der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter veröffentlichte Auszüge aus dem Interview. Darin sagt Springsteen weiter: "Es ist mehr als absurd, aber er hat es schon so weit geschafft, dass es einen nervös machen kann. Ich glaube zwar nicht, dass er gewinnen wird, aber seine Kandidatur allein ist eine große Peinlichkeit für Amerikaner." In einem separaten Interview für "Rolling Stone" sagte Springsteen: "Die Republik wird im Grunde von einem Idioten belagert. Ohne übertreiben zu wollen: Es ist eine Tragödie für unsere Demokratie." Desweiteren warf Springsteen Trump vor, simple Antworten für sehr komplexe Probleme anzubieten. Hillary Clinton hingegen wäre "eine sehr, sehr gute Präsidentin."

40. "Kulturpreis Schlesien" in Polen verliehen

Preis des Landes Niedersachsen wurde in Breslau verliehen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat in Breslau den 40. "Kulturpreis Schlesien" des Landes Niedersachsen verliehen. Die beiden mit je 4000 Euro dotierten Hauptpreise gingen an die Direktorin des Städtischen Museums "Gerhart-Hauptmann-Haus" im polnischen Jelenia Góra-Jagniatków, Julia Izabela Zaprucka, und an den Autor und Regisseur Hans-Dieter Rutsch. Der 1954 in Berlin geborene Schriftsteller hat mehrere Bücher über Schlesien geschrieben. Zwei mit je 3000 Euro dotierte Sonderpreise erhielten das Papiermuseum in Duszniki Zdrój und die Deutsche-Sozial-Kulturelle Gesellschaft Breslau. Der Kulturpreis wurde 1977 ins Leben gerufen. Mit ihm werden Künstler, Wissenschaftler oder Persönlichkeiten ausgezeichnet, die hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Literatur, der Bildenden Kunst oder der Musik geleistet haben. Sie stammen entweder selbst aus Schlesien oder ihre Werk weist Bezüge auf.

Holocaust-Überlebender Max Mannheimer gestorben

Für sein Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen

Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer ist im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben. Dies teilte die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, mit. Wie kein Zweiter habe sich Mannheimer mit seiner ganzen Person eingebracht, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten. Mannheimer sei am Freitagnachmittag gestorben. "Das ist eine sehr traurige Nachricht. Die Gedenkstätte und ihre Mitarbeiter trauern um einen guten Freund", sagte Hammermann. Mannheimer wurde für sein Wirken mit vielen Auszeichnungen geehrt. Die jüdische Familie Mannheimer aus Mähren im heutigen Tschechien geriet trotz Flucht in die Hände der Hitler-Schergen. Mannheimer verlor fast seine ganze Familie in den Konzentrationslagern Theresienstadt und Auschwitz-Birkenau. Er selbst war mehr als zwei Jahre gefangen. Danach wurde es seine Lebensaufgabe, öffentlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu kämpfen. Unermüdlich setzte er sich seit den 1980er Jahren als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein.

Schloss Branitz erhält englische Pückler-Erstausgabe

Gastgeschenk von Queen Elisabeth II. bekommt neue Heimat

Schloss Branitz in Cottbus erhält eine englische Erstausgabe der "Briefe eines Verstorbenen" von Fürst Pückler (1785-1871) als Dauerleihgabe. Es handelt sich nach Angaben der Staatskanzlei in Potsdam um das Gastgeschenk, das Queen Elisabeth II.
bei ihrem Deutschland-Besuch im vergangenen Jahr Bundespräsident Joachim Gauck mitbrachte. Die Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland wurde im Schloss Branitz überreicht. Es war der Alterssitz von Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Der leidenschaftliche Gartengestalter konzipierte rund um das Schloss einen riesigen Park. Dort ist er auch beigesetzt - in einer Erdpyramide mitten in einem See. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt.

Autor Jan Koneffke mit Uwe-Johnson-Preis geehrt

Auszeichnung ist Höhepunkt der Uwe-Johnson-Tage

Für seinen Roman "Ein Sonntagskind" ist der Schriftsteller Jan Koneffke mit dem Uwe-Johnson-Literaturpreis geehrt worden. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung ist traditioneller Höhepunkt der Uwe-Johnson-Tage der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, die noch bis 11. Oktober laufen. Johnson wird zu den großen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts gezählt. In dem Roman entwerfe Koneffke ein Panorama, das vom Zweiten Weltkrieg über das Jahr 1989 bis in die Gegenwart führe, urteilte die Jury. Wie bei Johnson werde offenkundig, auf welche Weise der Einzelne im 20. Jahrhundert in gesellschaftliche Zeitläufe hineingezogen wurde und es zu Brüchen in der Biografie kam. "Die Ehrung bedeutet mir sehr viel", sagte Koneffke der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin ein großer Verehrer Johnsons."

Museum für Afroamerikanische Geschichte öffnet

Errichtung nach Plänen des Architekten David Adjaye kostete 480 Millionen Euro

US-Präsident Obama eröffnet am Samstag das neue Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur auf der Museumsmeile in der Hauptstadt Washington. Das Museum wurde für umgerechnet 480 Millionen Euro nach Plänen des ghanaisch-britischen Architekten David Ajaye errichtet. Die Entscheidung dafür fiel in der Amtszeit von Präsident George W. Bush im Jahr 2003. Leitidee des Museums ist es, neben der oft leidvollen Geschichte der Afroamerikaner einschließlich der Sklaverei und Rassentrennung auch das reiche Erbe dieser Kultur zu präsentieren. Das Erdgeschoss zeichnet die geschichtliche Entwicklung in Richtung Gleichberechtigung nach, das obere Geschoss präsentiert die Bereiche Sport, Musik, Unterhaltung und Ernährung.

Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur

Programme setzen auf starke Marke

Deutschlandradio Kultur wird im nächsten Jahr seinen Namen ändern. Das Programm heißt dann Deutschlandfunk Kultur und setzt damit auf seine stärkste Marke, sagt der Intendant des Deutschlandradios, Willi Steul. In einer Internetwelt, in der das Programm mit Tausenden von Sendern konkurriere, müsse der Absender für den Hörer ganz klar sein, so der Intendant Willi Steul im Deutschlandradio Kultur. "Eine Untersuchung hat uns dann gezeigt, Deutschlandfunk ist bei über 80 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik bekannt und sie verbinden damit höchste Qualität und höchste Glaubwürdigkeit", begründet Steul die Entscheidung für einen Namenswechsel. Die drei Programme sollen ab Sommer 2017 folgende Namen tragen: Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Neuer Verlagsleiter bei "Cicero" und "Monopol"

Jörn Christiansen übernimmt den Posten zum 15. Oktober

Jörn Christiansen wird neuer Verlagsleiter beim Politikmagazin "Cicero" und dem Kunstmagazin "Monopol". Der 54-Jährige war zuvor Verlagsleiter Vertrieb und Lesermarkt bei der Rheinischen Post Mediengruppe in Düsseldorf und am bereichsübergreifenden Salesdesk. Christiansen wird künftig mit den geschäftsführenden Gesellschaftern des Res Publica Verlags, Alexander Marguier und Christoph Schwennicke, zusammenarbeiten. Die beiden Journalisten hatten die Magazin-Titel von der Schweizer Ringier AG übernommen. Der bisherige Verlagsleiter, Thorsten Thierhoff, werde den Verlag zum 31. Dezember "im freundschaftlichen Einvernehmen" verlassen, wie es in der Mitteilung heißt. Christiansen übernimmt den Posten zum 15. Oktober.

Schneiderhan vorerst Präsident der Kriegsgräberfürsorge

Ehemaliger Bundeswehrgeneral führte den Verband bereits als Vizepräsident

Nach dem Rücktritt von Markus Meckel als Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernimmt zunächst sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Schneiderhan dieses Amt. Der ehemalige Bundeswehrgeneral werde die Funktion "bis auf weiteres" ausüben, sagte Sprecher Fritz Kirchmeier am Rande einer Bundesvertreterversammlung des Verbandes in Göttingen. Meckel hatte am Donnerstag seinen sofortigen Rücktritt als Volksbund-Präsident erklärt. Der letzte Außenminister der DDR und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete führte den Verband seit Oktober 2013. Schneiderhan teilte mit, er wolle "keinen Zweifel daran lassen, dass der aktuelle Reformprozess für den Volksbund notwendig und wichtig ist". Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr war seit 2014 einer von zwei Vizepräsidenten des Volksbundes. Der 1919 gegründete Volksbund hat mehr als 117.000 Mitglieder und betreut aktuell 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten. Jedes Jahr fördert der Volksbund außerdem internationale Jugendbegegnungen mit fast 20.000 Menschen in ganz Europa.

Arbeitszimmer von Helmut Schmidt rekonstruiert

Ehemaliges Bundeskanzleramt in Bonn kann besichtigt werden

Das Arbeitszimmer von Helmut Schmidt und andere Räume im ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn sind mit einer Feierstunde für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Da das Gebäude seit 2005 Sitz des Bundesentwicklungsministeriums ist, müssen sich die Besucher vorher allerdings anmelden. Die ersten Führungen gibt es ab Januar, organisiert vom Bonner Haus der Geschichte. Schmidt hatte die Einrichtung seines Arbeitszimmers nach dem Ende seiner Kanzlerschaft 1982 zunächst mit in sein Bonner und dann später in sein Berliner Büro genommen. "Es ist ein großartiges Geschenk, dass er uns sein Original-Kanzlerbüro vermacht hat", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) "Sie können es förmlich riechen - wie wenn er noch da wäre!"

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