Klangkunst, vom 13.01.2021, 22:03 Uhr

Hörstück von Heiner Goebbels mit Texten von Henri MichauxGegenwärtig lebe ich allein

Hörstück in 9 Bildern mit Texten von Henri Michaux
 Henri Michaux's (1899-1984) "Bataille" von 1952 (picture alliance / akg-images / Maurice Babey)
Henri Michaux's (1899-1984) "Bataille" von 1952 (picture alliance / akg-images / Maurice Babey)

"Ich reise nicht mehr. Reisen, was für ein Interesse sollte das für mich haben?" Das schreibt der Maler und Dichter Henri Michaux. Der große Eigenbrödler in der Kunst des 20. Jahrhunderts betrachtet die Welt mit radikaler Subjektivität: "Berge stelle ich mir hin, wann es mir passt und wo es mir passt, falls der Zufall oder geheime Neigungen mich einmal nach Bergen gierig gemacht haben."

Michaux betreibt "mit seinen poetischen, nachdenklichen, beschwörenden und explosiven Texten eine Art Exorzismus gegen sich und den Rest der Welt. Mit seinen Bildern sucht er das Unsagbare auszudrücken." Das fasziniert den Komponist Heiner Goebbels. Während einer Zeit aufgezwungener Ruhe hat er versucht, Michaux‘ Werk auf seine Weise näherzukommen: mit einer Klangkomposition, die ausschließlich auf der Stimme von David Bennent und Goebbels‘ eigenem Klavierspiel beruht.


Ursendung
Gegenwärtig lebe ich allein
Hörstück in 9 Bildern mit Texten von Henri Michaux
Von Heiner Goebbels
Mit: David Bennent (Stimme) und Heiner Goebbels (Klavier)
Ton: Martin Eichberg und Andreas Stoffels
Produktion: SWR/Deutschlandfunk Kultur 2021
Länge: 50'


Heiner Goebbels, geboren 1952 in Neustadt/Weinstraße, lebt seit 1972 in Frankfurt am Main. Er ist Komponist, Musiktheater- und Hörspielmacher. 1999–2018 war er Professor für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, 2018 wurde er auf die dortige Georg-Büchner-Professur berufen. 2012–14 war er Intendant der Ruhrtriennale. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Internationalen Ibsen-Preis, dem Prix Italia, dem Karl-Sczuka-Preis und dem Hörspielpreis der Kriegsblinden.

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