Klangkunst, vom 06.03.2020, 00:05 Uhr

Hörstück über biologische NamensgebungYou Will Go Away One Day But I Will Not

Botanischer Garten Berlin - das große Tropenhaus (Foto: I. Haas/Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin)
Botanischer Garten Berlin - das große Tropenhaus (Foto: I. Haas/Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin)

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine zarte Seerose. Mit ihren filigranen Blüten bevölkert sie Sümpfe und Wasserflächen in Südamerika. Die westliche Wissenschaft nennt sie: Nymphoides humboldtiana, Humboldts Seekanne. 
Mindestens ebenso gut steht ihr aber der Name Yvoty mboporã pónhuregua: "Fünfblättrige Blume des Geistes der Felder und Wälder: Du wirst eines Tages fortgehen, aber ich nicht." Diese Bezeichnung stammt von dem Guarani-Lehrer Maximino Rodrigues. Seine Vorfahren lebten in Südamerika, lange bevor Humboldt dort auftauchte.

Das Hörstück "You Will Go Away One Day But I Will Not" basiert auf einer gleichnamigen Klanginstallation im Botanischen Garten Berlin. Bitte mit Kopfhörern genießen!


Ursendung
You Will Go Away One Day But I Will Not
Von Maria Thereza Alves und Lucrecia Dalt
Mit: Guarani aus dem Jaguapiru Reservat in Mato Grosso do Sul / Brasilien
Aylin Esener, Karim Cherif (Deutsch / Latein)
Daniela Huerta (Maya), Chaska Paucar (Quechua), Nguyen Phuong-Dan (Vietnamesisch), Festus Ojo (Edo), Freweyni Habtemariam (Tigrinya), Sukandar Kartadinata (Indonesisch), Najwana Al Serawan (Arabisch), Mitgliedern der Wiwa Gemeinschaft in der Sierra Nevada, Kolumbien
Räumliche Audioproduktion: usomo by FRAMED immersive projects
Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin / Junge Akademie / CTM Festival 2020
Länge: 48'01

Feldaufnahmen von Lucrecia Dalt im Chocó-Wald bei Nuquí, Kolumbien
mit freundlicher Unterstützung von Más Arte Más Acción und dem 
Goethe Institut Bogotá
Weitere Feldaufnahmen: David Toop, Jean C. Roché, Francisco Lopez u.a.


Videodokumentation

Model: Zuzia Jablonska
Kamera: Sil Egger und Christiane Schmidt
Schnitt: Sonja Rebel
Regie: Uli Dziallas

Podiumsgespräch

Natur. Nach Humboldt: Art meets Science – Matinee, 2. Februar 2020, Botanischer Garten Berlin
Mit:
Maria Thereza Alves
Michael Bies (Freie Universität Berlin, Mitglied der jungen Akademie)
Thomas Borsch (Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin)
Friederike Krippner (Wissenschaftliche Koordinatorin Jahresthema 2019l20 "Naturgemäde", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)
Moderation: René Aguigah, Deutschlandfunk Kultur
Länge: 40'45


Maria Thereza Alves, geboren 1961 in São Paulo, lebt als Künstlerin in Berlin. In ihrem Werk erforscht sie soziologische und kulturelle Phänomene. Zentrale Themen sind die Auswirkungen der spanischen Eroberung Mittel- und Südamerikas sowie die des portugiesischen Kolonialismus auf die indigenen Völker Brasiliens. Alves stellt Bezüge zwischen Ökologie, Heimatgeschichte, Stadtentwicklung und Naturausbeutung her. Seit 1980 arbeitet sie mit Guarani aus dem Jaguapiru Reservat in Dourados / Mato Grosso do Sul in Brasilien.

Lucrecia Dalt, geboren 1980 in Pereira, Kolumbien, studierte Bauingenieurwesen. Heute lebt und arbeitet sie als Musikerin, Klangkünstlerin und Radiomacherin in Berlin. Sie veröffentlicht Alben und spielt Konzerte zwischen Avantgarde und zeitgenössischer elektronischer Musik. Zuletzt  für Deutschlandfunk Kultur: "Catábasis" (gemeinsam mit Regina de Miguel, 2019).

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