Klangkunst, vom 31.05.2019, 00:05 Uhr

Hörstück über automatische AkzenterkennungA Series of Gaps Rather Than a Presence

In der Friedrich-August-Kaserne in Chemnitz wurden während des Ersten Weltkriegs Stimmen von Kriegsgefangenen aufgenommen. (Foto: Luiza Prado de O. Martins)
In der Friedrich-August-Kaserne in Chemnitz wurden während des Ersten Weltkriegs Stimmen von Kriegsgefangenen aufgenommen. (Foto: Luiza Prado de O. Martins)

Der Klangkünstler und Kulturwissenschaftler Pedro Oliveira beschäftigt sich mit Artikulationen von Gewalt in Klang- und Hörpraktiken. Seine künstlerische Forschung widmet sich der Untersuchung der disziplinarischen Nutzung von Klangphänomenen in staatlichen Sicherheitssystemen, aber auch der Vielfalt gewalttätiger und oftmals widerständiger Klang- und Musikformen der Straße. In seinem Stück befasst er sich mit Techniken der algorithmischen Akzenterkennung durch Klangbiometrien im deutschen Migrations- und Grenzsystem. Inwiefern setzen sich in den Sicherheitsarchitekturen und ihren taxonomischen Praktiken koloniale Gewaltverhältnisse fort? Und welche Möglichkeiten gibt es, sich diesen zu widersetzen?

Kopie einer Akte, die die Ergebnisse vom Software zeigt. Die Töne wurden von Oliveira Pedro invertiert. Kopie einer Akte, die die Ergebnisse vom Software zeigt. Die Töne wurden von Oliveira Pedro invertiert.


Ursendung
A Series of Gaps Rather Than a Presence
Von Pedro Oliveira
Übersetzung aus dem Englischen: Julia Tieke
Komposition und Realisation: Pedro Oliveira
Stimme: Enana, Mariana Bahia, /Lio.DIC/.
Aufnahmen: Martin Eichberg
Produktion: DeutschlandfunkKultur/CTM Festival 2019
Länge: 41’12

Vielen Dank an das Lautarchiv an der Humboldt-Universität zu Berlin und an Anna Biselli für die Unterstützung der Recherche.


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