Klangkunst, vom 30.07.2021, 00:05 Uhr

Hörstück mit japanischen KurzgedichtenMorgen weht der Wind von Morgen

JahresZeitBilder nach japanischen Haiku
Von Nadja Schöning

Drei Zeilen, siebzehn Silben – der japanischen Haiku gilt als kürzeste Gedichtform der Welt. Nadja Schöning komponiert ein Hörspiel entlang seiner Merkmale: Fokus auf Naturbeobachtungen, Lautmalerei, Doppeldeutigkeit und Humor.

Das komponierte Hörspiel von Nadja Schöning basiert auf Naturbeobachtungen. (EyeEm / Kim Nesbitt )
Das komponierte Hörspiel von Nadja Schöning basiert auf Naturbeobachtungen. (EyeEm / Kim Nesbitt )

Die Besonderheit des Haiku ist, so der französische Philosoph Roland Barthes, dass in ihm "Wort und Ding in eins fallen". Als formale Struktur zwischen Bild und Text, zwischen Reduktion und Ambiguität fangen die Kurzgedichte – einmal laut vorgetragen – häufig selbst zu klingen an. Deshalb sind sie auch kaum übersetzbar.

Die Klangkünstlerin Nadja Schöning hat den japanischen Haiku auf ihre eigene Art übersetzt: Ihre Komposition umkreist Geräusche, Klänge, Wortsinn und Wortspiel und nähert sich der kürzesten Gedichtform der Welt von der akustischen Seite.


Morgen weht der Wind von Morgen
JahresZeitBilder nach japanischen Haiku
Von Nadja Schöning
Mit: Yuki Iwamoto, Rosel Zech, Kristi Becker
Technische Realisation: Rudolf Grosser und Angelika Körber
Produktion: NDR 2010
Länge: 38'00


Nadja Schöning, geboren 1975 in Köln, ist Medienkünstlerin, Regisseurin und Komponistin. 1997 gewann sie den Prix Phonurgia Nova, im April 2008 wurde ihr Soundpainting nach William Turner "...or the Loves of Painting and Music" als "Hörspiel des Monats" ausgezeichnet. Zahlreiche Ausstellungen und Radiokompositionen. Zuletzt: "KlangPostkarte: Bauhaus-Museum Weimar" (Klassik Stiftung Weimer 2019).

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