Freispiel, vom 16.03.2015, 00:05 Uhr

Hörspielpreis der KriegsblindenHate Radio

Hörspiel von Milo Rau

"Hate Radio" zeigt, dass Worte töten können. Und es getan haben. Vor über 20 Jahren begann in Ruanda ein Völkermord. Dieser Massenmord hatte einen "Soundtrack": Auf dem populären Sender RTLM wurden coole Moderationen, aktuelle Sportnachrichten und die neuesten Hits verbunden mit Hasspropaganda und gezielten Aufrufen zum Mord.

Szene aus "Hate Radio" im Hebbel am Ufer, Berlin (imago)
Szene aus "Hate Radio" im Hebbel am Ufer, Berlin (imago)

Wenn die Hörer anriefen, wünschten sie sich Musik und denunzierten die Verstecke derjenigen, die als nächste zu Opfern des Genozids werden sollten.

"Hate Radio" verdichtet O-Ton-Material, Interviews und Aufzeichnungen zu einer Radiostunde und wurde 2014 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jury: "Das Stück zeigt drastisch, zu welcher Manipulation Radio fähig sein kann – und hinterlässt die Frage, wie schnell ein solcher Zivilisationsbruch auch anderswo, auch hier möglich wäre".

Bearbeitung und Regie: Milena Kipfmüller
Mit: Max von Malotki, Bianca Hauda, Uwe Wassermann, Ill-Young Kim, Edda Fischer, Hüseyin Michael Cirpici, Benny Hogenacker
Produktion: WDR / ORF 2013

Länge: 53'

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, Regisseur, Autor, arbeitet mit Mitteln des theatralen Reenactments. 2014 erhielt er den Schweizer Theaterpreis.

 

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