Hörspielmagazin, vom 30.10.2018

Hörspielmagazin: Gespräch "Neuland" - sechsteilige Feature-Serie im Dlf

(Wolfgang Schiller)
Die Autorin Dörte Fiedler mit Ursula Werner und Toningenieur Jean Szymczak bei der Produktion der Feature-Serie "Neuland" (Wolfgang Schiller)

"Neuland" - das ist ein Projekt der Feature-Redaktion des Deutschlandfunks, das in diesen Tagen produziert und ab dem 20. November ausgestrahlt wird. 

Die sechsteilige Serie erzählt vor dem Hintergrund der Geschichte der ostdeutschen Mikroelektronikindustrie ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit. Im Zusammenspiel vieler kleiner Geschichten und Beobachtungen ergibt sich ein Panorama der DDR kurz vor und nach der Wende, das den damaligen Alltag jenseits politischer Klischees erfahrbar macht.

Im Gespräch mit Sabine Küchler berichten "Neuland"-Autorin Dörte Fiedler und Redakteur Wolfgang Schiller, wie das Projekt zustande kam und was diese besondere Feature-Reihe von anderen Serien unterscheidet.

Sendetermine:

Dienstag 20.11.2018 19:15 Uhr

Neuland (1/6) - Zurück in der Zukunft

1988 – das Jahr davor. Stolze Ingenieure aus Dresden präsentieren Honecker ein Jahr vor Zeit ein funktionstüchtiges Muster des 1-Megabit-Chips. Im Uranbergwerk "Willi Agatz" in Dresden-Gittersee erfahren die Kumpel, wie ihre Zukunft mit der Mikroelektronik verknüpft sein wird. Beim ökologischen Arbeitskreis packt ein Wistleblower aus. Und im westdeutschen Hanau brechen mehrere Männer zu einer ungewöhnlich langen Dienstreise auf.

Neuland (2/6) - Alles machen ohne nichts

1986 – In Jena entwickeln die Dresdner Mikroelektroniker einen ehrgeizigen Plan und gehen eine Verpflichtung ein. In München wird - viel früher noch - ein Kind gerettet. Das Bergwerk in Gittersee steht vor der Schließung. Im Raubbau wird rausgeholt, was rauszuholen geht. Das Embargo des Westens erschwert die Entwicklung der Mikroelektronik. Man setzt auf die Zusammenarbeit mit den sozialistischen Bruderstaaten. Vor allem die Sowjetunion soll eine wichtige Maschine liefern.

Dienstag 20.11.2018 20:10

Neuland (3/6) - Investitionen

1987 - Geräuschlose U-Boote durchkreuzen die Pläne eines Handels zwischen Japan und der DDR. Stattdessen fahren die Dresdner Ingenieure nach Westdeutschland. Kurze Zeit später liefern die Westdeutschen "Spielzeug" nach Dresden, und auch menschlich kommen sich beide Seiten näher. In Gittersee wächst die Angst vor einer Umweltkatastrophe. Die Stasi nimmt die Umweltleute ins Visier und an Heiligabend macht der Pfarrer seine Gemeinde hellhörig.

Neuland (4/6) - Arbeite mit, plane mit, regiere mit

1988 - Auch eine junge Studentin aus Darmstadt fährt nach Dresden. Gemeinsam feiern Mikroelektroniker aus Ost und West den Jahreswechsel. Die engen Kontakte missfallen der Stasi. Speicherchips bleiben Mangelware und werden auch gegen Gurken und Blumenkohl gehandelt. In Gittersee entlädt sich bei einer Einwohnerversammlung der Frust der Bevölkerung. Die Zahl der Eingaben steigt. Die Einwände gegen das Reinstsiliziumwerk werden abgebügelt.

Freitag 23.11.2018 20:10

Neuland (5/6) - Die große Gleichzeitigkeit

Sommer 1989 - Das Westfernsehen kommt nach Gittersee. Ein Sohn bleibt in Ungarn, ein junger "Rowdy" wird Gärtner und später verhaftet. Die Bürger werden mutiger, die Proteste gegen das Werk lauter, und noch werden Demonstranten niedergeknüppelt und ins Gefängnis gesteckt. Die Dresdner Ingenieure ahnen, dass der Wind sich dreht, die Westkollegen sind längst weg. Und die Kumpel in Gittersee stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Neuland (6/6) - Transformationen

Eine Stasizentrale wird besetzt, ein Generaldirektor setzt sich ab, und in Gittersee fahren die Kumpel ein letztes Mal in den Schacht ein. Der ökologische Arbeitskreis bekommt einen Preis. Der Westen macht dem Osten den Prozess. Und für die Mikroelektroniker wie für den Chip findet sich doch noch eine Verwendung.