Hörspiel, vom 29.09.2019, 18:30 Uhr

Hörspiel von William Gaddis – sein letztes WerkTorschlusspanik

Von William Gaddis
Der amerikanische Schriftsteller William Gaddis im Jahr 1968. (picture alliance / Photoshot)
Der amerikanische Schriftsteller William Gaddis im Jahr 1968. (picture alliance / Photoshot)

Der Erzähler, ein alter Mann, ist ans Krankenbett gefesselt. Neben ihm stapelt sich die Vorarbeit zu seinem Werk über "die Rolle der Kunst und ihr Scheitern im Zeitalter kommerzieller Reproduzierbarkeit und Verwertung". Immer wieder greift er in sein Archiv, immer öfter greift er daneben, die herbeizitierten Autoren machen sich selbstständig und fallen sich gegenseitig ins Wort. Um das Chaos perfekt zu machen, sucht der Held in komischer Verzweiflung nach der eigenen Identität. Er glaubt, einen Doppelgänger zu haben, der ihm seine Gedanken gestohlen hat. Was ist überhaupt noch authentisch? Gaddis spielt auf Thomas Bernhards Roman "Beton" an.


Torschlusspanik
Von William Gaddis
Übersetzung: Marcus Ingendaay
Regie und Komposition: Klaus Buhlert
Mit: Ignaz Kirchner
Ton: Karl-Heinz Stevens, Ernst Hartmann, Gabriele Neumann, Susanne Friedrich
Produktion: Deutschlandfunk/BR/WDR 1999
Länge: 88'47
Eine Wiederholung vom 19.02.2011


William Gaddis (1922–1998), amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb vier Romane. Sein erster Roman "The Recognitions" wurde von der Kritik verrissen und fand auch beim Publikum keinen Anklang. Zwanzig Jahre später erschien sein zweiter Roman "JR", für den er 1976 den "National Book Award" erhielt. Ein zweites Mal wurde er mit dem "National Book Award" für den Roman "A Frolic of His Own" ausgezeichnet. Das Hörspiel "Torschlusspanik", das Gaddis für den Deutschlandfunk schrieb, war die letzte Arbeit vor seinem Tod.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!