Hörspiel, vom 18.07.2021, 18:30 Uhr

Hörspiel über FamilienkonflikteAber sie dachten nichts zu Ende

Paulina Czienskowski erzählt in ihrem ersten Originalhörspiel von den Konflikten einer Kleinfamilie, von der Sprachlosigkeit und der Brutalität des einander nicht Verstehens. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Traum, Realität und Erinnerung – zwischen Mensch und Tier.

Alltagswahnsinn von Vater, Mutter, Kind und Kater. (Unsplash / Akin)
In Czienkowskis Stück ist es die polarisierende Figur des Katers, die das tut, was die Mutter nicht kann: Raum markieren. Grenzen ziehen. (Unsplash / Akin)

In ihren Arbeiten versucht Paulina Czienskowski das oft gar nicht wahrgenommene Alltägliche in seiner Besonderheit herauszufiltern und zu benennen. "Aber sie dachten nichts zu Ende" beleuchtet das zerbrechliche Familienleben der heute erwachsenen Claude, wo der verbissene Streit der Eltern in jeder Bagatelle schwelte, jegliche Kommunikation zum fast lebensbedrohlichen Seiltanz wurde. Mit ebenso sezierender wie poetischer Feinheit beobachtet und beschreibt Claude, erinnernd wie imaginierend, die Rituale von Bemühen, Sprachlosigkeit, Feindseligkeit und Entfremdung im "ganz normalen" Alltagswahnsinn von Vater, Mutter, Kind und Kater.


Ursendung
Aber sie dachten nichts zu Ende
Von Paulina Czienskowski
Regie: Lena Brasch
Mit: Lisa Hrdina, Meriam Abbas und Manuel Harder
Komposition: Philipp Thimm
Ton und Technik: Martin Eichberg und Susanne Beyer
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021
Länge: 64'39


Paulina Czienskowski, geb. 1988, Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, lebt und arbeitet nach Aufenthalten in USA und Paris als freie Journalistin und Autorin in ihrer Geburtsstadt Berlin. 2018/19 Erzählband mit selbst eingesprochenem Hörspiel "Manifest gegen die emotionale Verkümmerung", 2020 Debütroman "Taubenleben".

www.paulinaczienskowski.de

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