Hörspiel, vom 16.10.2018

HörspielTurksib

Unterwegs mit der "Turkestan-Sibirischen Eisenbahn". Für den mitreisenden Schriftsteller verwandelt sich der Zug in einer einzigen Winternacht zu einem surrealen Gefährt ins Nichts. Für die gleichnamige Erzählung erhielt Lutz Seiler 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Der Schriftsteller Lutz Seiler: Für seinen DDR-Roman "Kruso" wurde er von der Kritik gefeiert. (dpa / picture alliance / Arne Dedert)
Der Schriftsteller Lutz Seiler (dpa / picture alliance / Arne Dedert)

Die Turksib, die Turkestan-Sibirische Eisenbahn, Ende der 20er-Jahre Prestigeobjekt des ersten sozialistischen Fünfjahrplans, ist nach dem Zerfall der Sowjetunion eine der wichtigsten Nord-Süd-Bahnverbindungen zwischen Russland und Kasachstan geblieben. Für den in der DDR aufgewachsenen Schriftsteller, der mit ihr auf Vortragsreise durch die endlose Steppe unterwegs ist - Lutz Seiler bezieht sich auf eine eigene Reise im Jahr 2001 -, verwandelt sie sich in dieser eisigen Winternacht allerdings in ein nicht mehr geheures, mythisches Gefährt. Begleitet von seiner Übersetzerin, einem Konsul, sowie einem Dombra-Spieler und dessen 13-jähriger Tochter, einen auf dem Bahnsteig von fliegenden Händlern erworbenen Geigerzähler unterm Pullover, verliert er den Boden unter den Füßen. Hat der Heizer schon auf ihn, den Deutschen, gewartet?

Komposition: Ole Schmidt
Regie: Thomas Fritz
Mit Bernhard Schütz, Marina Frenk, Sergej Gladkich, Wladimir Gluchow, Sergej Glamosda

Produktion: MDR 2011
Länge: 44'16