Freispiel, vom 22.04.2021, 22:03 Uhr

Hörspiel: Selbstoptimierung im KulturbetriebHostel

Film Still aus der Video-Installation "Hostel" von Stefan Panhans (Can Rastovic)
Film Still aus der Video-Installation „Hostel“ von Stefan Panhans (Can Rastovic)

In urban lässigen Streetwear-Outfits, Dinosaurier-Hoodies, psychedelic Universe-Leggings und Jogging-Pants liefern sich fünf prekär und flexibel reisende Kulturarbeiter:innen unterschiedlicher Herkunft einen Spoken Word Battle ihrer Erfahrungen und Träume. Sie sind schnell und präzise, hochgradig motiviert und engagiert. Ihre Themen sind der zunehmende Alltagsrassismus, Celebrity-Kult, Rollenklischees, postkoloniale Diversitätsproblematiken und die Übermacht des Ökonomischen. Das undeutliche Gefühl, dass irgendetwas immer gestern schon fertig und irgendwo hochgeladen sein sollte, wird in seine Einzelteile zerlegt. Zwischen poppigen Yogamatten, brutal bunten Elastikbändern und einem Haufen ausgemusterter Smartphones verschwinden in diesem Hörspiel die Genregrenzen: Handelt es sich um eine Doku-Soap, ein Kammerspiel oder eine Gameshow? Die Prekarität ist allgegenwärtig. "Please, be careful out there Lisa-Marie."

HOSTEL entstand im Rahmen des Stipendiums der Stiftung Niedersachsen für Medienkunst am Edith-Russ-Haus und war dort als vierteilige Video-Miniserie zu sehen.


Hostel
Von Stefan Panhans
Regie: der Autor
Mit: Anne Tismer, Serge Fouha, Lisa-Marie Janke, Olivia Hyunsin Kim, Koffi Emile Odoubou, Anne Ratte-Polle
Sound-Design: Kirsten Reese
Dramaturgie: Michael Becker    
Produktion: NDR in Kooperation mit Deutschlandradio 2020   
Länge: 53'30


Der Autor Stefan Panhans (Foto: Henning Rogge). (Foto: Henning Rogge)Stefan Panhans, geboren 1967, arbeitet überwiegend mit Video, Fotografie und performativen Elementen. Zuletzt Fellow der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund und Stipendiat des VISIT Awards, Essen. "HOSTEL" erhielt bei der Videonale.17 in Bonn eine lobende Erwähnung der Jury. Seine Arbeiten werden regelmäßig international in Ausstellungen und auf Festivals gezeigt, zuletzt in der Kunsthalle Nürnberg, beim Festival de San Sebastián und in einer Einzelausstellung im HMKV Dortmund.

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