Hörspiel, vom 30.12.2018

Hörspiel: Satirisch-groteske FabelMenschenkuchen

Wenn Hunde die Herrschaft übernehmen (picture alliance / dpa / epa PA Wigglesworth)
Wenn Hunde die Herrschaft übernehmen (picture alliance / dpa / epa PA Wigglesworth)

In der Villa des ehemaligen Hundekuchenfabrikanten Claus Brahme geschehen merkwürdige Dinge: Menschen bellen wie Hunde, Hunde sprechen wie Menschen – eine verkehrte Welt, in der die Hunde die Herrschaft angetreten und die Produktion auf Menschenkuchen umgestellt haben.

Diese satirisch-groteske Fabel enthüllt das Desaster einer bourgeoisen Schicht, die, im Zuge des Wirtschaftswunders reich geworden, ihre geistige Armut mit Pelz verbrämt und unter Preisgabe ihrer Würde im platten Sinn des Wortes auf den Hund kommt. Die putschende Schicht der zuvor Unterdrückten dünkt sich besser – und folgt prompt dem Beispiel ihrer früheren Herrschaft.


Menschenkuchen
Von Theodor Weißenborn und Walter A. Frank
Mit: Horst Bollmann, Gisela Trowe, Ludwig Thiesen, Margot Leonard, Giselheid Hönsch, Hermann Schomberg, Adolf Furler
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
Produktion; WDR 1968
Länge: 33'24


Theodor Weißenborn, geboren 1933 in Düsseldorf, deutscher Schriftsteller, studierte Geisteswissenschaften und Psychologie. Er schreibt Prosa und Lyrik, veröffentlichte Romane und über 60 Hörspiele. Er setzt sich primär mit sozialkritischen Themen auseinander. Sein Werk ist in 26 Sprachen übersetzt. Hörspiele: "Patienten" (WDR 1967), "Korsakow" (WDR 1967), "Der Sündenhund" (RIAS Berlin 1989).

Walter A. Frank, Soziologe und Psychologe aus Köln.