Hörspiel, vom 03.10.2020, 18:30 Uhr

Hörspiel nach Michel Tourniers BestsellerDer Erlkönig (1/2)

Die sinistren Aufzeichnungen des Abel Tiffauges
Von Michel Tournier
Straßenszene vor den zentralen Markthallen (Les Halles) in Paris der 1930er Jahre. Erbaut von Victor Baltard, 1972 abgerissen. (picture alliance / akg-images / Paul Almasy)
Die Geschichte Abel Tiffauges beginnt im Paris der 30er-Jahre. (picture alliance / akg-images / Paul Almasy)

Die Umstände sind dem Automechaniker Abel Tiffauges günstig. Angeklagt und verurteilt für ein Verbrechen, das er nicht beging, aber begangen haben könnte, schickt man ihn zur Frontbewährung. Und so gelangt er nach Deutschland, ins Land seiner abseitigen Träume: Hyperborea. "Wir sind Hyperboreer, wir wissen gut genug, wie abseits wir leben", heißt es bei Nietzsche.

"Tiffauges’ anrüchige und anrührende Liebe zu Kindern, dessen aufkommender Hunger nach frischem Fleisch, dessen Leidenschaft für die Reparatur schöner Wagen, dessen kalendarisch genügsamer Geschlechtsverkehr mit Rachel ("dem hebräischen Hirtenmädchen") und andere Kruditäten könnten abstoßend sein. Sie sind es aber nicht. Denn gleichzeitig ist der Text – wie auch die Radioadaption – von luziden, gleichsam kommentierenden Passagen durchzogen, die das cartesianische Denken des Philosophen Michel Tournier spiegeln." (Angela di Ciriaco-Sussdorff, 18.06.2010, Medienkorrespondenz)


Der Erlkönig (1/2)
Die sinistren Aufzeichnungen des Abel Tiffauges
Nach Michel Tournier
Übersetzung aus dem Französischen: Hellmut Waller
Bearbeitung und Regie: Michael Farin
Mit: Ulrich Noethen, Bernhard Schütz, Astrid Meyerfeld
Komposition: zeitblom
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Susanne Beyer
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2010
Länge: 80'05
Eine Wiederholung vom 06.06.2010

Den zweiten Teil senden wir am 04.Oktober 2020, um 18:30 Uhr


Der französische Schriftsteller Michel Tournier. (picture alliance / dpa). (picture alliance / dpa)Michel Tournier (1924–2016), französischer Schriftsteller, wurde für seinen zweiten Roman "Der Erlkönig" (1970) mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Der Titel spielt mit Verweis auf Goethes Ballade auf die Nazis an, die als Kindesverführer dargestellt werden. 1996 wurde der Roman von Volker Schlöndorff unter dem Titel "Der Unhold" verfilmt. Tournier war Träger der Goethe-Medaille und Ehrendoktor der Londoner Universität. Er lebte zuletzt als freier Schriftsteller in Choisel bei Paris.

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