Hörspiel, vom 14.03.2021, 19:00 Uhr

Hörspiel nach Joan DidionDas Jahr magischen Denkens

Von Joan Didion
Die Autorin Joan Didion im Jahr 2005.  (picture alliance / dpa / KATHY WILLENS)
Die Autorin Joan Didion im Jahr 2005. (picture alliance / dpa / KATHY WILLENS)

Vierzig Jahre waren die beiden Schriftsteller Joan Didion und John Gregory Dunne verheiratet, als Dunne am Abend des 30. Dezember 2003 – beim Abendessen, im Gespräch – einen Herzinfarkt erlitt und starb. "Das Jahr magischen Denkens" erzählt von dieser Ehe, von der eigenen Welt zweier kreativer Menschen, die einander im Leben und in der Arbeit alles waren. Es erzählt von der schweren Krankheit der einzigen Tochter Quintana, die zu dem Zeitpunkt, als ihr Vater starb, auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses um ihr Leben kämpfte. Indem sie darüber schreibt, versucht Joan Didion, dem Geschehen einen Sinn abzugewinnen, es einzuordnen in Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, von Ordnung und Zweck. Als sie an sich selbst feststellt, dass sie sich von der insgeheimen Hoffnung auf die Rückkehr ihres Mannes nicht zu lösen vermag, stellt sie ihre Regression zum "magischen Denken" unter Beobachtung. Satz für Satz arbeitet sie an der Rückgewinnung der Kontrolle. So lotet ihr Bericht auf klügste Weise die Grenzen der Klugheit aus, er ist ein Aufbegehren des Verstandes gegen die existentielle Unvernunft des Todes und eine bewegende Studie über die Trauer.


Das Jahr magischen Denkens
Nach dem gleichnamigen Roman
Von Joan Didion
Aus dem Amerikanischen von Antje Rávic Strubel
Bearbeitung und Regie: Thomas Fritz
Mit: Heidi Ecks
Komposition: Ole Schmidt
Ton: André Lüer
Produktion: MDR 2019
Länge: 53'39


Joan Didion, geboren 1934 in Sacramento, studierte Literatur in Berkeley und arbeitete als freie Journalistin für zahlreiche große amerikanische Zeitungen. Sie hat vier Romane sowie zahlreiche Essaybände veröffentlicht. "The Year of Magical Thinking" wurde 2005 mit dem "National Book Award" ausgezeichnet.

 

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