Hörspiel, vom 06.06.2021, 19:00 Uhr

Hörspiel nach Christa WolfIm Stein

Nach der Erzählung von Christa Wolf
Christa Wolf im Jahr 1996 (picture-alliance / akg-images / Bruni Meya)
Christa Wolf im Jahr 1996 (1929–2011) (picture-alliance / akg-images / Bruni Meya)

Einer Frau wird ein neues Gelenk eingesetzt. Von der Hüfte bis zu den Zehenspitzen fühlt sie nichts. Während der Operation fallen ihr Redensarten und alte Geschichten ein, die davon handeln, wie jemand versteinert. Sie findet etwas heraus: Die Fähigkeit, anwesend zu sein, ohne zu fühlen, ist alt, viel geübt und gehört zu jener Kultur, die auch die Kunst der Chirurgen hervorgebracht hat. Doch sie denkt auch an tröstliche Steine, die in der Hand warm werden und freundlich klicken.

In einem von Christa Wolfs Essays, "Lesen und Schreiben" aus dem Jahr 1968, schreibt sie: "Das Bedürfnis, auf eine neue Art zu schreiben, folgt, wenn auch mit Abstand, einer neuen Art, in der Welt zu sein." Eben dieses "Gefühl", die richtigen und wahrhaftigen Worte finden zu wollen, ist auch Gegenstand der Erzählung "Im Stein".

Zum 10. Todestag der Autorin


Im Stein
Nach der Erzählung
Von Christa Wolf
Regie: Jörg Jannings
Mit: Corinna Harfouch
Ton und Technik: Bernd Friebel, Sabine Winkler
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 1999
Länge: 52'20


Christa Wolf (1929–2011), war Verlagslektorin und Redakteurin in Ostberlin und Halle, seit 1962 freie Schriftstellerin. Sie zählte zu den bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis. Ihr Werk wurde in viele Sprachen übersetzt. Werke u.a. "Der geteilte Himmel" (1963), "Nachdenken über Christa T." (1968), "Kindheitsmuster" (1976). Zahlreiche Auszeichnungen, 1980 Georg-Büchner-Preis. Hörspielbearbeitungen u.a. "Kein Ort. Nirgends" (WDR/SDR 1982). "Kassandra" (WDR 1985), "Störfall" (ORF 1988), "Medea-Stimmen" (NDR 1997).

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