Freispiel, vom 02.07.2020, 22:03 Uhr

Hörspiel: Feministische Selbstverteidigung(save me) not

Das Hörspiel "(save me) not" ist in Game-Ästhetik gehalten. (Frauen und Fiktion)
Mehr Heldin wagen! Auch in Computerspielen. "(save me) not" sucht nach Alternativen zum Klischee des Fräuleins in Not. (Frauen und Fiktion)

Hartnäckig hält sich der Mythos des "Fräuleins in Not": Eine schöne, junge Frau wird von einem Ungeheuer oder Bösewicht entführt und von einem männlichen Helden gerettet. Früher warteten Andromeda oder Rapunzel an einem Felsen oder auf einem hohen Turm, heute sind es Princess Peach oder Krystal in Computerspielen. In diesem Hörspiel retten sie sich endlich selbst.

BildergalerieLevel 1: Aufbrechen.Level 2: VerteidigenLevel 3: KämpfenLevel 4: Auflösen

In vier Levels ändern sie die Regeln und kämpfen gegen Ohnmachtsgefühle, Vorbildabstinenz und eine Ungerechtigkeitsgesellschaft. Dabei knüpfen sie an bereits gekämpfte Kämpfe von Pionierinnen der feministischen Selbstverteidigung an und befreien sich aus der Opferrolle. Die Geschichten einer Shaolin-Nonne oder einer Box-Olympiasiegerin mischen sich mit O-Tönen von "Alltagsfrauen", die von Situationen erfolgreicher Selbstverteidigung berichten. Am Ende gehen aus dieser Auseinandersetzung über Handlungs-Macht und Ohnmacht Heldinnen hervor.

"(save me) not" als Computerspiel: Play or Quit. (Frauen und Fiktion)Vier Levels gilt es zu durchlaufen in "(save me) not": 1. Aufbrechen, 2. Verteidigen, 3. Kämpfen, 4. Auflösen. (Frauen und Fiktion)

Das Performancekollektiv "Frauen und Fiktion" stellt sich mit Humor dem Mythos, dass Frauen das von Natur aus schwächere Geschlecht seien. Ihr Hörspiel basiert auf Recherchen und Interviews mit (Kampf-) Sportlerinnen, Selbstverteidigungslehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und vielen anderen Frauen, die Gewalt erlebt und bewältigt haben. Aus diesem Material entstehen neue Narrative, welche die Möglichkeiten des Frau-Seins im Sinne von "Multiple femininities" erweitern.


Ursendung
Schwerpunkt: Körper der Gewalt
(save me) not
Von "Frauen und Fiktion"
Textfassung: Anja Kerschkewicz
Regie: Anja Kerschkewicz und Eva Kessler
Mit: Shari Asha Crosson, Elisabeth Hoppe, Josefin Platt, Ulrike Krumbiegel, Toni Lorentz, Eva Kessler, Lina Krüger
Musik: Lina Krüger und Jonas Mahari
Ton: Andreas Stoffels
Technik: Philipp Adelmann und Susanne Beyer
Dramaturgie: Julia Gabel und Johann Mittmann
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
Länge: 55'36


Das Performancekollektiv "Frauen und Fiktion" (Anja Kerschkewicz, Eva Kessler, Felina Levits, Paula Reissig) gründete sich 2014 und forscht seitdem an Gedankenexperimenten über Geschlechterrollen. Eine zentrale Rolle spielen dabei (Lebens-)Geschichten aus Interviews und Theorierecherchen. Neben Vorträgen und Workshops (z.B. an der Universität der Künste Berlin und auf Kampnagel) entstanden zuletzt die Performances zu den Themenkomplexen "Gewalt" ("You Are A Weapon!", Theaterdiscounter Berlin 2018, "(save me) not", Theater Oberhausen 2020) und "Care" ("Care 3.0", Treibstoff Theatertage Basel/junges Theater Basel 2019).


Anja Kerschkewicz und Eva Kessler im Interview über "(save me) not":

Frauen* anders erzählen - „Rette Dich selbst und lass Dich nicht retten!“
(Deutschlandfunk Kultur, Hörspielmagazin, 02.07.2020)


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