Hörspiel, vom 20.04.2019

HörspielEvangelium Pasolini

Von Arnold Stadler und Oliver Sturm

Pier Paolo Pasolini bekannte sich zu Kommunismus und Homosexualität – und verfilmte 1964 das Matthäus-Evangelium.

Undatierte Aufnahme des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini. (picture-alliance / dpa - ANSA)
Undatierte Aufnahme des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini. (picture-alliance / dpa - ANSA)

1964 überraschte Pier Paolo Pasolini die Kirche wie das Publikum mit seinem Film ,Das 1. Evangelium des Matthäus’. Anders als in zahlreichen vergleichbaren Werken, stellt Pasolini Jesus als realistische, menschliche Figur dar und setzt zugleich kompromisslos die biblische Vorlage um, ohne Auslassungen und ohne Hinzufügungen. Angesichts von Pasolinis Homosexualität und seiner kommunistischen Überzeugungen hat dies sowohl in katholischen als auch in linken Kreisen Verwunderung hervorgerufen. Das Hörspiel von Arnold Stadler und Oliver Sturm erzählt das Matthäus-Evangelium aus verschiedenen Perspektiven. Einerseits aus der des Films von Pasolini, andererseits aus der des Schriftstellers Arnold Stadler, der diesen Film betrachtet. Stellt man in Rechnung, dass das Evangelium seinerseits das Leben Christi erzählt, so entsteht im Hörspiel eine zwiebelartige Verschachtelung einer Erzählung in der Erzählung in der Erzählung. Das Stück wurde zum Hörspiel des Jahres 2016 gewählt.

Evangelium Pasolini
Von Arnold Stadler und Oliver Sturm
Regie: Oliver Sturm
Mit Tilo Werner, Udo Schenk
Produktion: HR/Dlf 2016
Länge: 65'32

Hörspielmagazin Extra:
"Re: Pasolini" - Der italienische Pianist Stefano Battaglia
Mit Karl Lippegaus