Freispiel, vom 20.02.2020, 22:03 Uhr

Hörspiel: Europas Kolonialgewalt und ihre FolgenDienstbare Geister (2/2)

Von Paul Plamper
Cristin König, Olivier Djommou, Richard Djif, Paul Plamper, Françoise-Nicole Ndoume (v.lks.) (Foto:  Titus Maderlechner)
Cristin König, Olivier Djommou, Richard Djif, Paul Plamper, Françoise-Nicole Ndoume (v.lks.) (Foto: Titus Maderlechner)

In einer Parallelmontage erzählt "Dienstbare Geister" von zwei gegenläufigen Migrationsgeschichten. Eine junge, mittellose Frau zieht 1905 von Berlin in die deutsche Kolonie Kamerun. Dort erreicht sie ihren sozialen Aufstieg – ganz nach kolonialer Selbstverständlichkeit – durch Ausbeutung der Bediensteten und einheimischen Nachbarn.
2015 kommt ein junger Mann von Kamerun nach Deutschland. Mit viel Anstrengung erarbeitet er sich eine feste Stelle in Berlin. Doch eines Tages soll er seiner Chefin einen Dienst erweisen und gegen seinen Willen einen Auftrag in Kamerun übernehmen. Die Kolonialzeit greift wie ein Poltergeist ins Heute, umgekehrt hört man in der Kolonialgeschichte Vorboten einer Zukunft, die an unsere Gegenwart erinnert.


Dienstbare Geister (2/2)
Von Paul Plamper
Regie: der Autor
Mitarbeit, Konzept, Recherche: Jelka Plate
Dramaturgische Beratung: Richard Djif, Péguy Takou Ndie
Übersetzung ins Französische: Elise Graton
Übersetzung ins Englische: Ben Fergusson
Mit: Sandra Hüller, Olivier Djommou, Fabian Hinrichs, Cristin König, Richard Djif, Britta Hammelstein, Jacqueline Ekombo Itondo, Ainulla Nasari, Cepan Alrasul, Ulrich Ngoeyap, Marteza Maqsudi, Marion Czogalla, Gabi Bornschein, Klaus-Peter Lüdicke, Clarice Peter, Judith Lotter, Anna Bodenez, Alvine Makuate, Danny Bruder, Venant Ntiomo Nigounde, Françoise-Nicole Ndoume, Dr. Tobbit Dieudonné, Remco Schuurbiers, Bebek Welten, Pieterjan Jacobs
Musik: Schneider TM und Hakali Ensemble
Ton: Titus Maderlechner
Produktion: WDR/BR/Deutschlandradio Kultur/MDR/Ruhrtriennale/Maxim Gorki Theater 2017
Länge: 52'09


(Foto: Thomas Kierok) (Foto: Thomas Kierok)Paul Plamper, 1972 in Ulm geboren, ist Autor, Hörspielmacher und Klangkünstler. Am Theater inszenierte er u.a. am Berliner Ensemble und am Stadttheater Istanbul. Seit 1999 schreibt und produziert er Hörspiele, überwiegend für den WDR. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Preise, u.a. 2011 und 2002 den Prix Europa für "Tacet" und "Top Hit leicht gemacht", 2009 den Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Ruhe 1", 2010 den Robert Geisendörfer Preis für "Der Assistent", 2012 den Deutschen Hörspielpreis der ARD für "Der Kauf" und 2018 den Deutschen Hörbuchpreis für "Dienstbare Geister".
Das Stück wurde gefördert durch die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen.
Plamper arbeitet außerdem an den Schnittstellen zwischen Hörspiel, bildender Kunst und Theater. Er entwickelt Arbeiten im Stadtraum, wie "Das Akustische Kleist Denkmal" am Kleinen Wannsee, sowie Audioinstallationen, u.a. gezeigt im Museum Ludwig Köln, ZKM Karlsruhe, in den Kammerspielen und dem Residenztheater München. Zuletzt: "Future Dealers" im Museumsquartier Wien, "Dienstbare Geister" auf der Ruhrtriennale und "Der Absprung" am Residenzschloss Altenburg, ZKM u.v.a.
Neben "Future Dealers" und "Der Absprung" bildet "Dienstbare Geister" den Hauptteil von Paul Plampers "Fremde & Geister"-Trilogie über die Konstruktion des Fremden.
Paul Plamper ist seit 2019 Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

130 Jahre wie geschmiert von Richard Djif

Hörspiel: Europas Kolonialgewalt und ihre Folgen - Dienstbare Geister (1/2)

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