Hörspiel, vom 06.06.2015, 20:05 Uhr

Hörspiel des Monats Ich als Großprojekt

Anschließend: Cinch - ihre Verbindung zur akustischen Kunst
Von Till Müller-Klug

Die Begründung der Jury: "Die Pyramidenbauten unserer Tage: das ICH und der Flughafen (oder die Philharmonie, der Bahnhof, das Stadion usw.). Thomas Wolfertz lässt in Till Müller-Klugs 'Ich als Großprojekt' den Witz dieser Tragik mitanhören. Sozialer Mikro- und Makrokosmos verbinden sich im Größenwahn und enden in Larmoyanz.

Der Autor Till Müller-Klug (picture-alliance / dpa / Torsten Leukert)
Der Autor Till Müller-Klug (picture-alliance / dpa / Torsten Leukert)

Wäre das Ausnahme und Einzelfall, man könnte sich in Fremdscham abwenden. Till Müller-Klugs Satire trifft, wie und wo gute Satire zu treffen hat: nie platt denunzierend, gut recherchiert und souverän in ihrer Sach- und Menschenkenntnis. Text, Regie und Darsteller verhindern, dass die Komik zum Lächerlichen verkommt. Hören wir und gehen auf Distanz, dann ist das nur Notwehr, die Distanz zu uns selbst. 'Ich als Großprojekt', das ist nicht nur der Titel eines Hörspiels, das ist - peinlich - wohl das exemplarische Programm unserer eigenen Gegenwart."

Regie: Thomas Wolfertz
Mit: Helene Grass, Stephan Grossmann, Winnie Böwe, Wilfried Hochholdinger, Fabian Gerhardt u.a.

Produktion: WDR 2015
Lange: 54'02

Anschließend: Cinch - ihre Verbindung zur akustischen Kunst
Jeden ersten Samstag im Monat

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