Hörspiel, vom 08.09.2020, 20:10 Uhr

HörspielBildbeschreibung

Von Heiner Müller

Am Ende des 1985 erschienenen Texts steht folgende Notiz: „Bildbeschreibung kann als eine Übermalung der Alkestis gelesen werden, die das No-Spiel Kumasaka, den 11. Gesang der Odyssee, Hitchcocks Vögel und Shakespeares Sturm zitiert."

Heiner Müller lacht (imago images / Gueffroy)
Heiner Müller als Regisseur während einer Produktion (imago images / Gueffroy)

Der Text beschreibt eine Landschaft jenseits des Todes. Die Handlung ist beliebig, da die Folgen Vergangenheit sind, Explosion einer Erinnerung in einer abgestorbenen dramatischen Struktur.” „Uneinholbarkeit des Vorgangs durch die Beschreibung, Unvereinbarkeit von Schreiben und Lesen, Austreibung des Lesers aus dem Text.
Puppen, mit Wörtern gestopft statt mit Sägemehl. Herzfleisch. Das Bedürfnis nach einer Sprache, die niemand lesen kann, nimmt zu. Wer ist niemand. Eine Sprache ohne Wörter. Oder das Verschwinden der Welt in den Wörtern. Stattdessen der lebenslange Sehzwang, das Bombardement der Bilder (Baum Haus Frau), die Augenlider weggesprengt.
Das Gegenüber aus Zähneknirschen, Bränden und Gesang. Die Schutthalde der Literatur im Rücken. Das Verlöschen der Welt in den Bildern.” Heiner Müller in einem Kommentar zu „Traktor”, 1974.

Bildbeschreibung
Von Heiner Müller
Bearbeitung und Regie: Stephan Heilmann
Mit: Hille Darjes, Felix von Manteuffel, Herbert Fritsch, Angelika Schett
Produktion: DRS 1987

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