Hörspiel, vom 14.09.2010

HörspielAlles aber anders

Hörspiel von Ulrike Haage

Die Dramaturgie des kurzen Lebens der Eva Hesse scheint wie für das Kino gemacht. Ulrike Haage beschäftigte sich ausgiebig mit der Biografie der Künstlerin, montierte Tagebuchaufzeichnungen und Interviews Hesses und komponierte um den Sprachschatz herum eine einfühlsame Klangskulptur.

Eva Hesse (Hauser und Wirth)
Eva Hesse (Hauser und Wirth)

So ist zwar kein Film, jedoch ein Stück Hörkino entstanden, das aus dem Gesamtwerk der Künstlerin ein akustisches Objekt formt.

Kann man aussehen wie Ingrid Bergman und trotzdem manisch-depressiv sein? Eva Hesses Mutter konnte, war dem eigenen Leben nach dem Holocaust nicht mehr gewachsen. Sie springt in New York von einem Hochhaus in den Tod. Damals war Eva Hesse 10 Jahre alt. Was nach Empörung, Rache, Vergeltung schreit, kanalisiert sich in der Kunst. Eva Hesse, von Marcel Duchamp beeinflusst, trennt Kunst und Leben nicht mehr voneinander.

1970 stirbt sie mit 34 Jahren an einem Gehirntumor.

Mitwirkende:
Cristin König und Anna Lena Zühlke

Realisation und Komposition: Ulrike Haage
BR 2008

Dauer: ca. 49’
Erstsendung: 08.05.2009

Ulrike Haage, Kompositionen für Theater, Hörspiel und Feature, lebt in Berlin.