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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Höhlenmalereien in Indonesien mindestens so alt wie in Europa

Studie: Zeichnungen entstanden vor 40.000 Jahren

Europa ist offenbar nicht die alleinige Wiege der Höhlenmalerei: Auch in Indonesien malten unsere Vorfahren schon vor rund 40.000 Jahren an Höhlenwände. Auf dieses Alter datierten Wissenschaftler eine auf der indonesischen Insel Sulawesi auf eine Felswand gemalte Hand, wie es in einer heute im britischen Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie heißt. Die ebenfalls in einer Höhle auf der Insel gefundene Zeichnung eines schweineähnlichen Tieres ist wohl mindestens 35.400 Jahre alt und damit womöglich das weltweit älteste bekannte Bild eines Tieres. Wissenschaftler um Anthony Dosseto von der australischen Universität Wollongong untersuchten in sieben Höhlen auf Sulawesi zwölf Malereien, bei denen Hände wie eine Schablone auf die Felswand gedrückt und die Umrisse mit Farbe nachgezeichnet wurden, sowie zwei Zeichnungen von Wildtieren. Die Höhlenmalereien selbst waren schon vor mehr als 50 Jahren entdeckt, ihr Alter war aber nie gründlich untersucht worden. Es wurde angenommen, dass solche Malereien im tropischen Klima der Region nicht länger als 10.000 Jahre überdauerten. Die Forscher konnten nun mit Hilfe der sogenannten Uranreihen-Datierung das Alter hauchdünner mineralischer Ablagerungen bestimmen, die sich über die Malereien gelegt hatten. Mit der Methode wird der radioaktive Zerfall gemessen. Dadurch wird nur das Mindestalter bestimmt - die Malereien könnten also noch älter sein.

Komponist Konrad Boehmer tot

Er starb bereits am letzten Samstag in Amsterdam

Der gebürtige Berliner schrieb akustische und elektronische Musik. 1983 erhielt er für die Oper "Doktor Faustus" den Rolf-Liebermann-Preis. Boehmer setzte sich zeitlebens für die zeitgenössische Musik ein und kritisierte die Unterhaltungsbranche scharf. "Unterhaltungskünstler produzieren heute für einen Markt, der alle 60 Sekunden nach einer Innovation schreit. Die produzieren nur noch für den Supermarkt. Läuft das Produkt nicht sofort, fliegt es aus dem Regal.", so der Komponist in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Konrad Boehmer wurde 1941 in Berlin geboren und studierte in Köln neben Komposition auch Soziologie, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach einer Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen Anfang der 60er Jahre im Studio für Elektronische Musik des WDR in Köln veröffentlichte er seine Doktorarbeit: "Zur Theorie der offenen Form in der neuen Musik". 1966 verlegte er seinen Wohnsitz nach Amsterdam, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er unterrichtete von 1972 bis 2006 an der Königlichen Musikhochschule in Den Haag, war von 1994 bis 2006 Leiter des "Instituut voor Sonologie", schrieb als Musikkritiker für die Wochenzeitung Vrij Nederland und gab Kurse und Vorträge in Europa und den USA. 2007 stellte er "Sensor", ein elektronisches Musiktheater nach Texten des Münchner Schriftstellers Albert Ostermeier vor. Die dazugehörige Partitur hat er kostenfrei zum Download auf seiner Webseite bereitgestellt. Konrad Boehmer starb am 4. Oktober in Amsterdam im Alter von 73 Jahren.

"Deutsches Zentrum Kulturgutverluste" in Magdeburg

Bund will Suche nach NS-Raubkunst stärken

Die Bundesregierung will die Suche nach NS-Raubkunst vorantreiben. Das Kabinett stimmte heute einem Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zu, dafür ein "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste" in Magdeburg zu schaffen. Deutschland habe eine besondere Verantwortung für die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs, betont Grütters in ihrer Kabinettsvorlage. Die öffentliche Debatte um den Schwabinger Kunstfund habe gezeigt, dass das deutsche Engagement vielfach noch nicht als ausreichend angesehen werde. Das neue Zentrum soll die bisherigen Anlaufstellen für Herkunftsforschung (Provenienzrecherche) unter einem Dach vereinen. Die Zahl der Mitarbeiter wird von jetzt 14 auf 20 aufgestockt. Länder und Kommunen müssen dem Gemeinschaftsprojekt am Freitag bei der Kultusministerkonferenz (KMK) in Essen noch zustimmen.

Von Coelho bis Gauck: Buchmesse öffnet ihre Pforten

Bestsellerautor oder Bundespräsident: Zur Buchmesse nach Frankfurt kommen sie alle

In Frankfurt öffnet heute früh die weltgrößte Buchmesse ihre Pforten. Zu den ersten prominenten Besuchern gehört am Vormittag Bundespräsident Joachim Gauck, der zusammen mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö einen Rundgang über die Messe machen wird. Finnland ist in diesem Jahr Ehrengast der Buchmesse, die bis zum Sonntag dauert. Bekannte Autoren wie Ken Follett und Paulo Coelho stellen am ersten Messetag ihre Bücher vor. Fachveranstaltungen beschäftigen sich etwa mit der Lage der Bibliotheken oder mit der Wiedervereinigung, zu den Teilnehmern gehört auch Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Mit einem Festakt war die 66. Frankfurter Buchmesse am Dienstagabend feierlich eröffnet worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte, das Urheberrecht für den digitalen Markt global neu zu definieren. "Wir brauchen ein Völkerrecht des Netzes", sagte er und warnte vor einer Monopolisierung des Internets durch große Datenkonzerne. Die Buchbranche demonstrierte zum Auftakt Selbstbewusstsein, obwohl die Umsätze der Verlage zurückgehen. "Uns ist nicht bange", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. Steinmeier plädierte dafür, zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in Deutschland an der Buchpreisbindung festzuhalten.

Bildband für Kinderrechte

Unicef will auf die Rechte der Kinder rund um den Globus aufmerksam machen

"Es gibt noch immer eine tiefe Kluft zwischen der Wirklichkeit und der UN-Kinderrechtskonvention. Hinsehen und handeln, das ist die Botschaft dieses Buches", sagte der deutsche Unicef-Vorsitzende Jürgen Heraeus heute auf der Frankfurter Buchmesse. Der Bildband "We the Children" erschien zum 25. Geburtstag der Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 von der UN-Vollversammlung verabschiedet wurde. Auf fast 300 Seiten sind Fotos zu Mangelernährung, Kindersoldaten und Prostitution zu sehen.
Der Band zeigt weinende, aber auch unbeschwert spielende Jungen und Mädchen. Die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen sagte, die Fröhlichkeit und der Lebenswille von Kindern unter schlimmsten Umständen hätten sie immer wieder fasziniert. Sie warb besonders um Unterstützung für die Kinder im Irak und in Syrien. "Ich frage mich, warum die Welt nicht lauter aufschreit", sagte die Journalistin und Unicef-Botschafterin.

Conchita Wurst singt in Brüssel

Musikalisches Zeichen für Toleranz und Offenheit

Conchita Wurst, Gewinner/-in des diesjährigen Eurovision Song Contest, will heute in Brüssel ein musikalisches Zeichen für Toleranz und Offenheit setzen. Vor dem Europaparlament gibt die bärtige Künstlerin, hinter der sich der 25-jährige Österreicher Tom Neuwirth verbirgt, ein Konzert namens "Conchita, la voix européenne" ("Conchita, die europäische Stimme"). Initiatorin des Auftritts ist die österreichische EU-Parlamentarierin Ulrike Lunacek von den Grünen. Die Politikerin setzt sich für Gleichstellung und für die Rechte Homosexueller ein.

Europäischer Literaturpreis geht an 13 Nachwuchsautoren

Außerdem finnischer Übersetzerpreis für Angela Plöger

Der Literaturpreis der Europäischen Union 2014 geht an 13 Nachwuchsautoren aus 13 Ländern. Die Preisträger wurden heute auf der Frankfurter Buchmesse von Androulla Vassiliou, der EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, bekanntgegeben. Sie erhalten jeweils 5.000 Euro und dürfen sich auf den großen europäischen Buchmessen vorstellen. Außerdem können ihre Verleger EU-Mittel beantragen, um die preisgekrönten Bücher übersetzen zu lassen und so weitere Absatzmärkte zu erschließen. Die Preisverleihung ist am 18. November in Brüssel geplant. Die Auszeichnung gebühre den besten jungen Autoren und Autorinnen in Europa, unabhängig von ihrem Land oder ihrer Sprache, sagte Vassiliou. Ziel sei es, die beste zeitgenössische Literatur Europas zu präsentieren sowie den grenzüberschreitenden Verkauf und die Übersetzung, Veröffentlichung und Lektüre von Literatur aus anderen Ländern zu fördern. Die diesjährigen Preisträger sind: Ben Blushi (Albanien), Milen Ruskow (Bulgarien), Makis Tsitas (Griechenland), Oddný Eir (Island), Janis Jonevs (Lettland), Armin Öhri (Liechtenstein), Pierre J. Mejlak (Malta), Ognjen Spahi (Montenegro), Marente de Moor (Niederlande), Ugljesa Sajtinac (Serbien), Jan Nemec (Tschechische Republik), Birgül Oguz (Türkei) und Evie Wyld (Großbritannien). Außerdem ist die Übersetzerin Angela Plöger heute auf der Frankfurter Buchmesse mit dem staatlichen finnischen Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. Er ist mit 15 000 Euro dotiert. Plöger übersetzt seit Jahrzehnten finnische Literatur ins Deutsche. Zu ihren neuesten Übertragungen zählen "Als die Tauben verschwanden" von Sofi Oksanen sowie "Wildauge" von Katja Kettu, wie das Pressebüro des Buchmesse-Gastlandes Finnland mitteilte.

Liebermann im Doppelpack - Neuerwerbungen für Nationalgalerie

Die Werke wandern allerdings zunächst ins Depot

Die Berliner Nationalgalerie kann ihre hochkarätige Sammlung um zwei wichtige Werke der Klassischen Moderne erweitern. Der Freundeskreis des Museums erwarb das 1926/28 entstandene Porträt des Malers Max Liebermann von Ernst Ludwig Kirchner sowie ein 1915 entstandenes Selbstbildnis von Max Liebermann. "Dies ist nicht nur inhaltlich ein fantastischer Doppel-Erwerb, er zeigt auch aufs Schönste, wie sehr der Gedanke des Mäzenatentums im Kreis der Freunde der Nationalgalerie verwurzelt ist", erklärte die Vereinsvorsitzende Gabriele Quandt am Mittwoch. Kirchners Ölgemälde "Max Liebermann in seinem Atelier", ein Spätwerk des Künstlers, konnten die Freunde aus einer Erbschaft ihres langjährigen Mitglieds Manuela Müller erwerben. Liebermanns "Selbstbildnis, stehend in Dreiviertelfigur, beide Hände in den Hosentaschen", ist eine anonyme Schenkung aus dem Mitgliederkreis. Für Kunstfreunde sind die beiden neuen Werke vorerst allerdings nicht zu sehen. Wegen der zum Jahreswechsel anlaufenden Sanierung der Neuen Nationalgalerie wandern sie zunächst ins Depot. Museumsdirektor Udo Kittelmann warb bei der Vorstellung im Freundeskreis deshalb erneut nachdrücklich für ein neues Museum der Moderne.

Bibliotheken fordern Recht auf elektronisches Lesen

10 000 öffentliche Bibliotheken gibt es in Deutschland

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) fordert ein Recht auf E-Books in öffentlichen Bibliotheken. Derzeit sei nur etwa die Hälfte der aktuellen Bestseller elektronisch verfügbar, sagte der Verbandsvorsitzende Frank Simon-Ritz am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Einige Verlage verweigerten den Bibliotheken die dafür nötigen Lizenzen. Die Zahl der öffentlichen E-Book-Ausleihen hat sich dem Verband zufolge von 2012 auf 2013 mehr als verdoppelt. Der Verlegerausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sieht in kostenlosen E-Books eine Gefahr für den gesamten Buchmarkt. Er fordert eine nutzungsabhängige Vergütung der elektronischen Ausleihe.

Große Moholy-Nagy Ausstellung in Berlin

Berliner Bauhaus-Archiv zeigt vielschichtige Medienkunst des Konstruktivisten und Bauhaus-Lehrers

Unter dem Titel "Sensing the Future: László Moholy-Nagy, die Medien und die Künste" sind bis 12. Januar rund 300 Exponate zu sehen, darunter Gemälde und Skulpturen, Fotografien, Fotogramme, Grafiken, Filme, Bühnenentwürfe sowie Licht- und Geräuschinstallationen, Tasttafeln und Handskulpturen. Unter den Objekten befinden sich den Angaben zufolge zahlreiche internationale Leihgaben unter anderem aus Privatbesitz der Tochter Hattula Moholy-Nagy und dem New Yorker Guggenheim Museum. Neben Moholy-Nagys Arbeiten aus den 1920er bis 1940er Jahren werden Werke von Gegenwartskünstlern wie Olafur Eliasson oder Eduardo Kac präsentiert, die seine Ideen aufgreifen und so seine anhaltende Aktualität unterstreichen, wie es heißt. László Moholy-Nagy war Pionier einer multimedialen und konzeptionellen Kunst und gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich praktisch und theoretisch mit den Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Medien und Sinnen auseinander und experimentierte intensiv mit Film und Fotografie.

Morrissey wegen Krebs behandelt

Fans reagieren schockiert auf Äußerungen in Interview

Der britische Rockmusiker Morrissey hat seine Fans mit dem Bekenntnis schockiert, mehrfach wegen Krebs behandelt worden zu sein. Der frühere Frontmann der britischen Independent-Band "The Smiths" sagte in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Mundo", ihm sei wegen einer Krebserkrankung viermal Gewebe entfernt worden. "Wenn ich sterbe, sterbe ich", lautete der lakonische Kommentar des 55-jährigen Sängers, der sich derzeit auf einer Europatournee befindet. Viele Fans äußerten sich schockiert im Internet. "Meine Welt ist gerade zusammengebrochen", hieß es in einem von hunderten Einträgen auf der Facebook-Seite des Sängers. "Ich habe diesen Typen immer geliebt, und werde ihn immer, wirklich, wahnsinnig tief lieben", lautete ein anderer Eintrag. Morrissey hatte im Juni eine US-Tournee abbrechen müssen, nachdem er wegen einer Atemwegserkrankung zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden war.

Wiesenthal-Zentrum kritisiert Musical über "Henker von Riga"

Uraufführung des Stücks am Samstag

Ein Musical über das Leben eines NS-Verbrechers in Lettland hat scharfe Kritik des Simon-Wiesenthal-Zentrums ausgelöst. "Das Theaterstück ist ein schamloser Versuch das Bild eines der berüchtigtsten Massenmörder der Juden im Baltikum während des Holocaust zu rehabilitieren", schrieb Efraim Zuroff, der Direktor des Zentrums. Das Musical "Cukurs. Herberts Cukurs" soll erstmals am 11.Oktober in Liepaja aufgeführt werden. Produzent Juris Millers sagte, ihm sei bewusst, dass das Musical provokant sei. Ziel sei es, eine Diskussion in Wissenschaft und Politik zu starten, wie der Pilot Herberts Cukurs letztlich zu bewerten sei. Cukurs wurde in Lettland vor dem Zweiten Weltkrieg durch seinen Flug in einem selbstgebauten Flugzeug von Riga bis ins afrikanische Gambia zu einer Art Nationalheld. Während der deutschen Besatzung war er Mitglied eines berüchtigten NS-Kommandos lettischer Kollaborateure. Historiker gehen davon aus, dass Cukurs für den Tod Zehntausender Juden verantwortlich ist. Nach dem Krieg tauchte der als "Henker von Riga" bezeichnete Lette unter. 1965 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad in Uruguay aufgespürt und getötet.

Pop-Röhre Pink wechselt mit neuem Duo zum Folk

Erstes Folk-Duo Album «rose ave.» erscheint übermorgen

Die US-Sängerin Pink gilt als schrille Pop-Rockerin, der Kanadier Dallas Green ist als Songschreiber mit akustischem Folk bekannt geworden. Auf den ersten Blick liegen musikalische Welten zwischen den beiden - und doch haben sie sich jetzt zu einem Duo-Projekt zusammengeschlossen: You+Me. "Man kann mit anderen zusammenarbeiten, aber die Stimmen wirklich miteinander zu verheiraten, ist sehr schwierig", gibt die 35-jährige Pink in einem im Internet veröffentlichtem Video zu. Auf dem am 10. Oktober erscheinenden ersten gemeinsamen Album "rose ave." haben die beiden genau das trotzdem versucht - mit schlichter Folkmusik, die nach der Weite Amerikas klingt. Für Pink ist die Folk-Musik etwas ganz Neues. Mit Pop-Rock-Alben wie "Misundaztood" (2001) oder "Funhouse" (2008) feierte die US-Amerikanerin Welterfolge und wurde mehrfach mit Grammys ausgezeichnet. Auf "rose ave." zeigt sie eine viel ruhigere Seite, beweist aber gleichzeitig ihre altbewährte Stimmgewalt und verarbeitet wie auch auf ihren Soloalben persönliche Erfahrungen.

Herta Müller plädiert für "Exilmuseum"

Gedenkminute für Siegfried Lenz - und politische Worte von Herta Müller

Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (61, "Atemschaukel") hat für ihr Lebenswerk den Hannelore Greve Literaturpreis der Hamburger Autorenvereinigung erhalten. Die gebürtige Rumänin nutzte ihre Dankesrede für die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung, um für eine zentrale Gedenkstätte für die deutschen Emigranten während der Zeit des Nationalsozialismus zu plädieren. "Deutschland sollte endlich an das Exil erinnern. Diese erste Vertreibung hat Deutschland genauso wie den Holocaust zu verantworten", sagte die vielfach geehrte Autorin, deren Werk um die kommunistische Diktatur in Rumänien und deren Folgen kreist. Müller forderte den anwesenden Ersten Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz (SPD), auf, sich für ein "Exilmuseum" einzusetzen. Zuvor hatten sich am Dienstagabend die 250 Gäste im Festsaal des Rathauses der Hansestadt zu einer Schweigeminute für den am selben Tag mit 88 Jahren verstorbenen Erzähler Siegfried Lenz erhoben. "Unser Freund und Ehrenmitglied Siegfried Lenz war eines unserer Aushängeschilder in der Hamburger Autorenvereinigung", sagte Gino Leineweber, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes, über den Romancier ("Deutschstunde"). Lenz hatte 2004 den ersten Greve-Preis erhalten.

Kunstmuseum Bern entscheidet am 26. November über Gurlitt-Erbe

Das Museum ist Alleinerbe des verstorbenen Kunstsammlers

Das Kunstmuseum Bern will am 26. November über die Annahme des Gurlitt-Nachlasses entscheiden. Der Stiftungsrat werde in seiner für den Abend angesetzten Sitzung beschließen, ob das Museum das millionenschwere Erbe des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt antritt oder nicht, wie eine Museumssprecherin heute sagte. Gerüchte, nach denen eine Entscheidung bereits zugunsten der Annahme gefallen sei, wies sie zurück. Cornelius Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, stand mit seiner millionenschweren Bildersammlung monatelang im Zentrum einer hitzigen Debatte um Nazi-Raubkunst. Er starb am 6. Mai dieses Jahres in München und hatte das Kunstmuseum Bern zuvor als Alleinerben eingesetzt.

Paul Auster sieht antiamerikanische Einstellung der Nobelpreis-Jury

Der Literatur-Nobelpreis 2014 wird am Donnerstag bekannt gegeben

"In letzter Zeit gibt es aus verschiedenen Gründen eine Antipathie gegenüber Amerika", sagte Auster. "Ich bin aber sicher, dass irgendwann auch mal wieder Amerikaner gewinnen werden." Zuletzt war 1993 mit Toni Morrison eine US-Amerikanerin ausgezeichnet worden. Einen Favoriten habe er nicht, sagte Auster. "Mir fällt spontan niemand ein, es gibt so viele gute Schriftsteller. Und es ist ja eh jedes Jahr eine Überraschung. Manchmal treffen sie gute Entscheidungen, manchmal nicht so gute." Er selber denke "überhaupt nicht darüber nach", den Preis jemals zu gewinnen. Der im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebende Auster war unter anderem mit seiner "New York-Trilogie" bekannt geworden. Ende September erschien sein jüngstes Buch "Bericht aus dem Inneren" in Deutschland.

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