Seit 14:05 Uhr Kompressor

Montag, 21.09.2020
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Samstag, 11. Januar 2020

Hochzeitsparty in Weltkulturerbe-Stätte

Ein Unternehmen hat in Pakistan an einer UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte eine riesige Hochzeitsparty mit Hunderten Gästen steigen lassen - zum Entsetzen vieler Einheimischer. Die für das Kulturerbe zuständige Behörde WCLA habe einen ihrer Mitarbeiter in Verbindung mit dem Vorfall wegen Nachlässigkeit vom Dienst suspendiert, sagte eine WCLA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Gegen das Unternehmen habe man eine Beschwerde wegen Vertragsbruchs eingereicht. Den Angaben zufolge hatte die pakistanische Düngemittelfirma um Erlaubnis für ein Abendessen mit 100 Gästen gebeten. Daraus wurde am Ende eine große Hochzeitssause mit rund 400 Feiernden. Solche Partys sind an der Kulturerbe-Stätte verboten. Es hätten aber in der Vergangenheit auf dem Gelände des Forts andere Veranstaltungen von Unternehmen oder der Regierung stattgefunden, sagte die Sprecherin weiter. Seit 1981 gehört das Lahore Fort zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auschwitz Komitee ehrt Pianisten Igor Levit

Das Internationale Auschwitz Komitee ehrt am Sonntag den russisch-deutschen Pianisten Igor Levit für sein Engagement gegen Antisemitismus und rechtsextremen Hass. Levit verteidige mit Mut, Kreativität und Lebensfreude die Werte der Demokratie, erklärte das Komitee in Berlin. Dafür erhält der Musiker die "Statue B" als "Gabe der Erinnerung". Als die Häftlinge in Auschwitz das Schild „Arbeit mach frei auf Befehl der SS anfertigen mussten, stellten sie den Buchstaben B heimlich auf den Kopf – als Zeichen ihrer Menschenwürde und ihres Widerstandes. Der russisch-deutsche Pianist, der sich immer wieder öffentlich gegen Judenhass und Rassismus wendet, spreche offen von der Angst, die er empfindet, seit man ihn selbst mit Mord bedroht habe. Levit wolle sich von diesen Drohungen aber nicht einschüchtern lassen, erklärte das Komitee. Die Idee für die Statue geht auf die französische Künstlerin Michèle Déodat zurück. Ausgezeichnet wurden bisher damit unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Oper in Sydney: Fotoshow als Dank für Helfer

Mit einer Fotoshow auf den Außenflächen des Gebäudes hat die Oper in Sydney ihre Unterstützung für die Betroffenen der australischen Buschbrände und die Helfer gezeigt. Dort waren am Abend mehrere Stunden lang projizierte Fotos von Feuerwehrleuten und Rettungskräfte im Einsatz zu sehen. Man wolle eine Botschaft der Hoffnung und Stärke senden, und besonders den Rettungskräften und Freiwilligen für ihren Einsatz und ihren Mut danken, hieß es in einem Tweet. Seit Beginn der Buschfeuer im Oktober verbrannte in ganz Australien ein Gebiet, das ungefähr so groß ist wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Kroesinger bringt den Klimawandel auf die Bühne

Das Dokumentartheaterprojekt "Brennende Erde" von Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura bringt den Klimawandel auf die Bühne und untersucht dabei Geschichte und Zukunft der Leipziger Braunkohleregion. "Das Braunkohlethema ist ein Thema, das mit Respekt zu tun hat - mit Respekt vor der Natur, Respekt vor der Geschichte der Menschen. Das ist immer ein gutes Thema für das Theater", sagte Kroesinger im Deutschlandfunk Kultur. Dabei wird ein Bogen gespannt von der Millionen Jahre währenden Entstehung der fossilen Rohstoffe und deren schnellem Verbrauch bis hin zu den Entlassungen von großen Teilen der einst 52.000 Bergarbeiter, von denen nach 1990 nur noch 5000 Mitarbeiter übrig blieben. Das Stück wird in der kommenden Woche in Leipzig uraufgeführt.

Auch Pariser Oper von Streik betroffen

Die Pariser Oper sagte am Samstag wegen des Streiks gegen die von Macron geplante Rentenreform eine Vorstellung ab. Das weltberühmte Haus entschuldige sich bei den Zuschauern, hieß es in einer Mitteilung. Es ist nicht die erste Protestaktion der Opernmitarbeiter. Seit Wochen fallen Konzerte aus. Mit der Rentenreform würden auch die Angestellten der Oper viele ihrer Sonderrechte verlieren. Frankreichs Premierminister Édouard Philippe kündigte für Samstag an, schriftliche Vorschläge zu unterbreiten, die eine Grundlage für einen Kompromiss mit den Sozialpartnern bilden könnten.

Bekanntgabe der Georg-Meistermann-Stipendiaten

Das Cusanuswerk der katholischen Kirche hat drei junge Künstler mit dem Georg-Meistermann-Stipendium ausgezeichnet. Larissa Rosa Lackner (32, Berlin), Toni Mauersberg (30, Berlin) und Lukas Sünder (30, Offenbach) erhielten am Samstag in Leipzig das mit je 40.000 Euro dotierte Graduierten-Stipendium. Die Auszeichnung des Begabtenförderungswerks gehört zu den höchstdotierten für junge Künstler in Deutschland. Die Stipendiaten erhalten neben der monatlichen Förderung über zwei Jahre ein Budget für eine Einzelausstellung mit Katalog. Mit seinem Förderprogramm will das Cusanuswerk Studierenden der Bildenden Künste vor allem eine zweijährige Phase konzentrierter künstlerischer Arbeit nach dem Hochschulabschluss garantieren.

Wiener Opernball: Zwei Frauen als Debütantenpaar

Erstmals in der Geschichte des Wiener Opernballs tanzen in diesem Jahr zwei Frauen als Debütantenpaar den Eröffnungswalzer mit. Die beiden kommen aus Baden-Württemberg. Sophie Grau (21) aus Fellbach und Iris Klopfer (22) aus Ludwigsburg haben sich vor einigen Monaten um eine Teilnahme beworben und wurden von den Organisatoren der traditionsreichen Veranstaltung am 20. Februar akzeptiert. Die beiden heterosexuellen Freundinnen möchten mit ihrer Teilnahme für eine Chancengleichheit von gleichgeschlechtlichen Paaren bei konservativen Veranstaltungen werben. "Die Voraussetzung, einen Linkswalzer tanzen zu können", ist erfüllt, teilte die Pressestelle der Wiener Staatsoper auf Anfrage mit. Neben dem Beherrschen des Walzers muss das Paar wie alle anderen rund 150 Debütantenpaare noch weitere Voraussetzungen erfüllen: So muss eine der beiden einen Frack und schwarze Lackschuhe, ihre Partnerin ein weißes Abendkleid sowie eine fest vorgeschriebene Tiara im Haar tragen. Tattoos dürfen nicht sichtbar sein. Der Wiener Opernball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt der Ballsaison.

Rush-Schlagzeuger Neil Peart gestorben

Der Schlagzeuger der kanadischen Rockband Rush, Neil Peart, ist tot. Peart starb im Alter von 67 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien an einem Hirntumor, wie die mitteilte. Er starb demnach bereits am Dienstag. "Mit gebrochenem Herzen und tiefster Traurigkeit teilen wie die schreckliche Nachricht, dass unser Freund, unser Bruder und Partner Neil am Dienstag einen langen Kampf von dreieinhalb Jahren gegen einen Hirntumor verloren hat", schrieb die Band in einer im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Erklärung. Rush war 2013 in die berühmte Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden. Allein in den USA verkaufte die Band 25 Millionen Alben.

Wertvoller Handschriftenfund in Wittenberg

Die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg hat im Zuge einer Inventur zwei wertvolle Handschriftenfunde in frühmittelhochdeutscher Sprache gemacht. Experten sprächen von "Sensationen" für die germanistische und kulturwissenschaftliche Forschung, da deutschsprachige Texte aus dieser Zeit außerordentlich selten seien und die Fragmente "völlig neue Erkenntnisse" zur Sprach- und Überlieferungsgeschichte ermöglichten, so die Bibliothek. Bei den Funden handle es sich um den ältesten deutschsprachigen Belegtext des apokryphen Nikodemus-Evangeliums sowie um ein Fragment des Sankt Trudperter Hohenlieds - des frühesten Kommentars dieses alttestamentlichen Buches in frühmittelhochdeutscher Sprache. Die besonderen Funde werden vom 21. Februar bis 20. Mai in der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek Wittenberg ausgestellt

Heike Radvan erhält Alice Salomon Award

Für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antifeminismus wird die Cottbuser Professorin Heike Radvan mit dem Alice Salomon Award ausgezeichnet. "Sie fordert politische Akteure ebenso wie Verantwortliche an Hochschulen oder Tätige in sozialen Arbeitsfeldern heraus, den offenen wie verborgenen rechten Tendenzen entgegenzuwirken", hieß es in der Begründung der Jury. Die Erziehungswissenschaftlerin lehrt seit 2017 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus im Fachbereich Methoden und Theorien Sozialer Arbeit. Zuvor hatte sie nach Angaben der BTU bei der Amadeu Antonio Stiftung gearbeitet und unter anderem 2007 die Ausstellung "Das hat es bei uns nicht gegeben - Antisemitismus in der DDR" verantwortet.

Erweiterung des Radwegs Deutsche Einheit

Auf dem Radweg Deutsche Einheit sind in Sachsen-Anhalt weitere sogenannte Radstätten geplant. An diesen Stationen sollen Radfahrer Informationen über die Geschichte der Region auf dem Weg zur Wiedervereinigung bekommen. Nach Angaben des Landesverwaltungsamts sind in Sachsen-Anhalt insgesamt sieben Radstätten vorgesehen, drei davon sind bereits fertig, so in Falkenstein im Harz, in Bernburg (Salzlandkreis) und in Ferropolis bei Gräfenhainichen (Landkreis Wittenberg). An diesen Stationen können Radfahrer auch Akkus von Elektrorädern aufladen oder das W-LAN nutzen. Der Radweg Deutsche Einheit führt auf vorhandenen Radwegen über eine Strecke von rund 1100 Kilometern von der früheren Bundeshauptstadt Bonn nach Berlin. Mit den Radstätten soll die Strecke für Radfahrer an 100 historischen Orten informativer und zugleich mit moderner Technik ausgestattet werden. Der Radweg Deutsche Einheit durchquert sieben Bundesländer.

Museen wollen weiter mit dem Iran arbeiten

Der Deutsche Museumsbund hofft, dass sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA wieder entspannt. Man sehe Museen als Botschafter ihrer Länder, betonte der Präsident der Organisation, Eckart Köhne. Diese vermittelten im Austausch miteinander kulturelle Werte als Grundlage jeder Zivilisation und des friedlichen menschlichen Miteinanders über alle Grenzen hinweg. In seiner Funktion als Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe sagte Köhne, dass das Haus im Oktober eine große Schau über die persischen Großkönige plane. "Es ist nicht einfach nur eine Ausstellung. Es ist der erste direkte Austausch eines deutschen Museums mit einem iranischen", sagte Köhne.

Jazzmusiker Wolfgang Dauner gestorben

Der Jazzmusiker Wolfgang Dauner ist Medienberichten zufolge am Freitag gestorben. Der Musiker, Pianist und Komponist sei im Alter von 84 Jahren in Stuttgart einer längeren Krankheit erlegen, meldeten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf seine Witwe. Dauner zählte zu den "Urvätern des Jazz" in Deutschland: Der Keyboarder, Komponist und Produzent war Begründer des Free Jazz. Dauner gründete verschiedene wegweisende Formationen und Bands. Ebenso komponierte er für andere Jazzmusiker, für Film, Fernsehen und Hörspiel und arbeitete an musikalischen Produktionen für Kinder mit. Zu seinen großen Werken zählen "Psalmus Spei" für Kirchenchor und Jazz-Ensemble oder die Jazz-Oper "Der Urschrei".

Hans Haacke bekommt Goslarer Kaiserring 2020

Der deutsche Konzeptkünstler Hans Haacke bekommt in diesem Jahr den Goslarer Kaiserring. Er gelte als Vorreiter einer aktivistischen, politisch wachen Kunst, so die Begründung. Er lege in seinem Werk von Beginn an die Mechanismen von Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnissen in der Gesellschaft und somit in der Kunst offen. Haacke lebt und arbeitet in New York. Er soll den Kaiserring 2020 am 26. September in Goslar entgegen nehmen. Der undotierte Kaiserring, der an den im Jahr 1050 in Goslar geborenen Kaiser Heinrich IV. erinnert, wird seit 1975 jährlich vergeben. Mit ihm werden bildende Künstlerinnen und Künstler für ihre Verdienste um die zeitgenössische Kunst gewürdigt. Frühere Preisträger sind unter anderem Max Ernst, Joseph Beuys, Christo, Jenny Holzer, Jörg Immendorf sowie zuletzt Barbara Kruger.

Italienerin Alemani kuratiert nächste Kunst-Biennale

Die nächste Kunst-Biennale in Venedig wird von einer Frau kuratiert: von der Italienerin Cecilia Alemani. Das entschied das Führungsgremium unter Biennale-Präsident Paolo Baratta am Freitag. Wie es in der Mitteilung hieß, wird sie als Direktorin der Sparte Bildende Künste verantwortlich sein für die Konzeption der 59. Ausstellung im Jahr 2021. Cecilia Alemani, Jahrgang 1977, hat sich bei international viel beachteten Projekten wie der High Line in New York, einer Kunstpräsentation im Freien auf einer alten Bahntrasse, einen Namen gemacht. 2017 hatte Alemani bei der 57. Ausgabe der Kunstschau in der Lagunenstadt den italienischen Pavillon geleitet. Venedig wird mit der Biennale alle zwei Jahre für sechs Monate Zentrum der zeitgenössischen Kunst. Sie gilt neben der Documenta in Kassel als wichtigste Kunstausstellung.

Younghi Pagh-Paan erhält Großen Kunstpreis Berlin

Die südkoreanische Komponistin Younghi Pagh-Paan erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2020. Die Akademie der Künste vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Preis jährlich und im Turnus ihrer sechs Sektionen im Auftrag des Landes Berlin. Neue koreanische Musik sollte Younghi Pagh-Paans Meinung nach nicht westliche Vorbilder imitieren, sondern auch an die eigenen kulturellen Traditionen anknüpfen. In der Begründung der Jury wird ihr ästhetisch konsequenter und humanistischer Ansatz betont, mit dem die Komponistin ein unverwechselbares Gesamtwerk geschaffen habe. Nicht zuletzt diene sie hiermit auch weltweit den Kunstschaffenden der nachfolgenden Generationen als Ansporn und Vorbild. Der Preis wird am 18. März verliehen.

Kulturnachrichten hören

Januar 2020
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur