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Im Gespräch | Beitrag vom 17.07.2021

Hochwasser, Dürre, StürmeExtremwetter: Sind wir vorbereitet?

Moderation: Vladimir Balzer

Ein Ort in der Eifel im Hochwasser am 15.07.2021 (imago / Future Image)
Vom Hochwasser teilweise mitgerissen: eine Ortschaft im Ahrtal in der Eifel. (imago / Future Image)

Überschwemmte Straßen und Dörfer, zerstörte Häuser, zahlreiche Tote und Vermisste. Die Hochwasserkatastrophe führt uns die Folgen des Klimawandels drastisch vor Augen. Wie können wir uns gegen die Wetterextreme wappnen? Diskutieren Sie mit!

Es sind unvorstellbare Bilder, die wir seit Tagen aus den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sehen: Kleine Flüsse, Bäche, die sich binnen Stunden in unhaltbare Ströme verwandeln und alles mitreißen: Autos, Häuser. Menschen, die verzweifelt vor den Resten ihres zerstörten Hab und Gutes stehen, andere, die auf ihren Dächern ausharren, um von Hubschraubern gerettet zu werden. Und noch steigt die Zahl der Toten, noch werden viele Menschen vermisst.

Wie können wir uns gegen solche Wetterextreme schützen – nicht nur gegen Hochwasser, auch gegen Dürre und Stürme?

"Die Dringlichkeit ist unübersehbar"

"Solche Starkregenereignisse, solche Extremwetter werden zunehmen. Wir müssen uns darauf einstellen", sagt der Meteorologe Özden Terli, Redakteur und Moderator in der ZDF-Wetterredaktion. "Wir müssen nicht nur Klimaschutz betreiben, sondern Klimaanpassung. Jedes Zehntel Grad, das die Erderwärmung erhöht, ist ein Zehntel zu viel. Wir sehen die Auswirkungen und in was für einer dringlichen Lage wir sind. Es wird wärmer werden, die Wetterextreme werden zunehmen. Das ist dynamisch, eine Spirale . Diese Spirale dreht sich immer schneller. Die Dringlichkeit ist unübersehbar."

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"Hochwasser sind an sich ganz normal, das ist nichts Unnatürliches", sagt der Hydrologe Georg Johann. "Hochwasser und Starkregen gehen in der Natur ab; das Problem ist, dass wir ihnen Häuser in den Weg stellen." Der Experte beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit extremen Wasserereignissen; er leitet der Abteilung Hydrologie & Hydraulik bei der Emschergenossenschaft / Lippeverband, einem der größten Abwasserverbände Deutschlands mit einem Einzugsgebiet von 4000 Quadratkilometern und vier Millionen Einwohnern. Und er ist Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrums e.V. (HKC) in Köln. Dort bekommen Interessierte Informationen zu Fragen des Hochwasserschutzes, Kommunen ebenso wie Privatpersonen, zum Beispiel Hausbesitzer.

Kostengünstige Schutzmaßnahmen

Seine Erfahrung: "Starkregen und Überflutung sind unterschätzte Gefahren. Viele Menschen wissen auch nicht, dass sie bedroht sind." So scheuten Hausbesitzer die Kosten, ihre Häuser wetterfest zu machen und entsprechend zu versichern. Das HKC bietet dafür eine Gefahrenanalyse an und einen Hochwasserpass. Dieses Dokument gibt Auskunft, wie sicher ein Haus geschützt ist vor Wasserereignissen.

Sein Rat: "Es sind oft kostengünstige Maßnahmen, die einen großen Schaden vermeiden helfen." Georg Johann gibt in der Sendung gern Tipps dazu.

Extremwetter: Sind wir vorbereitet?
Darüber diskutiert Vladimir Balzer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr dem Hydrologen Georg Johann und dem ZDF-Wettermoderator Özden Terli. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.
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(sus)

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