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Kulturnachrichten

Dienstag, 1. November 2016

Hochdotierter Pegasus-Theaterpreis vor dem Aus

ExxonMobil streicht Auszeichnung für Privattheater

Die am höchsten dotierte Theater-Auszeichnungen in Deutschland ist Geschichte: die in Hamburg ansässige Tochter des amerikanischen Mineralölkonzerns ExxonMobil streicht bereits in dieser Spielzeit ihr Engagement für die Privatbühnen der Hansestadt. Die Auslobung des mit 35 000 Euro verbundenen Pegasus-Preises für privat geführte Häuser entfalle ab sofort, gab eine Firmensprecherin ohne Angabe von Gründen bekannt. Der Pegasus-Preis wurde seit 1999 jährlich an das Theater vergeben, das nach Meinung einer aus sieben unabhängigen Kulturjournalisten bestehenden Jury am eindrücklichsten "im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen einerseits sowie künstlerischer Qualität und Risikobereitschaft andererseits Herausragendes" geleistet hat. Der erste Pegasus-Preis ging 1999 an die Hamburger Kammerspiele. Letztmalig nimmt Direktor Michael Lang die Ehrung am 21. November für die vergangene Spielzeit der von ihm begründeten gesellschaftskritischen Reihe "Theater Kontraste" in der Komödie Winterhuder Fährhaus entgegen.

Pierce Brosnan wird für Lebenswerk geehrt

Schauspieler erhält Ehrenpreis der European Film Academy

Der frühere James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan (53) wird beim Europäischen Filmpreis 2016 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das teilte die European Film Academy mit. Der irische Schauspieler wird zur Preisverleihung am 10. Dezember im polnischen Wroclaw (Breslau) erwartet. "Er hat sein Publikum aufgewühlt, berührt und inspiriert" hieß es in der Begründung. Brosnan habe nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Filmproduzent eine große Leidenschaft für das Filmemachen entwickelt. Die European Film Academy ist ein Verband von mehr als 3000 Filmschaffenden mit Sitz in Berlin. Er vergibt jedes Jahr den Europäischen Filmpreis in mehr als 20 Kategorien. Die Nominierten werden am 5. November beim Europäischen Filmfestival in Sevilla bekanntgegeben.

Hamburger Kammersängerin Boese gestorben

Opernsängerin trug Ehrentitel seit 1969

Die Hamburger Staatsoper trauert um ihr früheres Ensemblemitglied, die Kammersängerin Ursula Boese. Sie starb bereits am 25. Oktober im Alter von 88 Jahren, wie die Staatsoper am Dienstag mitteilte. Die Opernsängerin, die ihr Bühnendebüt 1958 bei den Festspielen von Bayreuth feierte, gehörte von 1960 bis 1993 dem Ensemble der Staatsoper an. 1969 wurde ihr der Ehrentitel Kammersängerin verliehen.

Historiker kritisieren Abgang von VW-Chefhistoriker

Streit um Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Konzerns

Mehrere renommierte Historiker haben den VW-Konzern wegen eines angeblich unfairen Umgangs mit seinem ausgeschiedenen Chefhistoriker Manfred Grieger kritisiert. Es stelle sich die Frage, ob VW erneut die eigene Geschichte unter Ausklammerung dunkler Seiten verherrlichen wolle, heißt es in einer Erklärung. Der Konzern wies die Kritik als unbegründet zurück. Seinen Angaben zufolge hat Grieger den Autobauer Ende Oktober nach fast 20 Jahren verlassen. Nach dpa-Informationen hatte der Experte für Zwangsarbeit in Nazi-Deutschland eine Studie über die NS-Verstrickungen der Konzern-Tochter Audi als handwerklich mangelhaft und verharmlosend kritisiert. Die Erklärung ist von Professor Hartmut Berghoff von der Universität Göttingen veröffentlicht worden. Nach seinen Angaben wurde sie von mehr als 75 Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland unterzeichnet.

Dresdner Kunstsammlungen haben neue Chefin

Kunsthistorikerin Marion Ackermann tritt heute Amt an

Die neue Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, hat ihr Amt offiziell angetreten. Die 51-jährige Kunsthistorikerin folgt auf Hartwig Fischer, der Anfang April als Direktor ans British Museum in London gewechselt war. Fischer war nur zweieinhalb Jahre Chef der Sammlungen in Dresden. Ackermann will nach eigenen Worten die internationale Strahlkraft der 14 Museen der SKD ausbauen und die dortige wissenschaftliche Forschung weiter vorantreiben. Sie war zuvor mehr als sieben Jahre künstlerische Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

YouTube und Gema einigen sich

Tausende Musikvideos freigeschaltet

Im Ringen um die Interessen von Musikern und Musikfans haben sich die Videoplattform YouTube und die Rechte-Verwertungsgesellschaft Gema nach sieben Verhandlungsjahren auf einen Lizenzvertrag geeinigt. Tausende Musikvideos, die bislang in Deutschland gesperrt waren, sind jetzt auf YouTube freigeschaltet. Seit heute gebe es die sogenannten roten Sperrtafeln bei den Musikclips von Gema-Mitgliedern nicht mehr, die YouTube-Nutzer bei urheberrechtlich geschützten Videos bisher sahen, sagte eine Gema-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Das betreffe alle Videos der rund 70 000 Gema-Mitglieder, sowie der Künstler, die die Gema im Ausland vertrete. Dank des Vertrags würden diese Künstler nun auch für das Abspielen der Videos auf YouTube bezahlt, hieß es in einer Gema-Mitteilung. Wie viel das zu Google gehörende YouTube dafür bezahlt, wurde noch nicht bekannt.

Gauck würdigt Reformation als "Initialzündung"

In Berlin haben die Feierlichkeiten zum Luther-Jahr begonnen

Mit einem zentralen Gottesdienst hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Montag den Auftakt zum Luther-Jahr gefeiert. Ein ganzes Jahr lang, bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017, soll an die Person und das Wirken Martin Luthers sowie an den 500. Jahrestag der Reformation erinnert werden. Beim Fest-Gottesdienst in der Marienkirche am Berliner Alexanderplatz setzte die EKD auch ein Zeichen der Ökumene und ehrte zum ersten Mal einen katholischen Würdenträger mit der Martin-Luther-Medaille. Kardinal Karl Lehmann, der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, nahm die Auszeichnung von EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm entgegen. Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten mit einem Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Dabei nannte Bundespräsident Joachim Gauck die Reformation eine "Initialzündung", ohne die es weder die Freiheit des Glaubens und des Gewissens noch die unveräußerlichen Grundrechte gebe. Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Luther-Jahr, sagte im rbb, dass man in den kommenden zwölf Monaten keine "Heldenverehrung" betreiben werde. Vielmehr müsse Luther auch kritisch betrachtet werden. Als Beispiele nannte Käßmann Luthers antisemitische Haltung und sein Verhalten gegenüber Frauen.

Schlüsselübergabe der Elbphilharmonie

Neuneinhalb Jahre Bauzeit

Rund neuneinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung hat der Baukonzern Hochtief die Elbphilharmonie an die Stadt Hamburg übergeben. "Hamburg hat mit der Elbphilharmonie ein beeindruckendes Gebäude bekommen, dessen Architektur schon heute nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken ist", erklärte Bürgermeister Scholz. Am Freitag soll die Plaza der Elbphilharmonie - die Aussichtsplattform zwischen dem historischen Kaispeicher und dem gläsernen Neubau - mit einem Festakt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Musikbetrieb im neuen Konzerthaus am Hafen beginnt am 11. Januar 2017.

Parzinger plant Zwischenlösung für Pergamonmuseum

Interimsbau vor dem Bode-Museum soll aus nicht-öffentlichen Mitteln finanziert werden

Nachdem am Wochenende bekannt geworden war, dass die Sanierung des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel in Berlin nicht nur doppelt so teuer, sondern auch deutlich später fertig wird, hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, im Deutschlandradio Kultur eine Interimslösung angekündigt. So könne ein Behelfsbau errichtet werden, der aus nicht-öffentlichen Mitteln betrieben wird, sagte Parzinger am Montag. Der Bau solle vor dem Bode-Museum errichtet werden, neben der S-Bahn, schräg gegenüber dem Pergamonmuseum. Das kleine Fries des Pergamonaltars solle durch die Ausstellung weiterer Originale begleitet werden. Die Lösung soll in wenigen Tagen öffentlich vorgestellt werden. Das Bundesbauministerium hatte am Samstag bestätigt, dass der erste Sanierungsabschnitt des Pergamonmuseums statt 261 bis zu 477 Millionen Euro kosten wird. Die Wiedereröffnung verzögert sich ebenfalls um Jahre. Der neue Öffnungstermin soll jetzt frühestens 2023 sein.

Erdbeben in Italien beschädigt 5.000 Baudenkmäler

Auch in Rom entstanden Schäden

Rund 5.000 Kulturgüter, Kirchen, Türme und historische Gebäude, sind nach Angaben der italienischen Regierung durch die jüngsten Erdbeben im Zentrum des Landes zerstört oder beschädigt worden. Das Beben im August habe rund 3.000 Denkmäler beschädigt; durch die Erdstöße vom Donnerstag und vor allem vom Sonntag seien 2.000 weitere hinzugekommen. Die Kirche des heiligen Benedikt im umbrischen Norcia war am Sonntag bis auf die Fassade komplett eingestürzt. In Rom waren die Kirchen Sankt Paul vor den Mauern, Maria Maggiore und San Lorenzo aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. In der antiken Laurentius-Basilika fielen kleinere Stein- und Verputzstücke von der Decke auf das Kirchenschiff. Am schwersten getroffen unter den römischen Kirchen wurde die von Francesco Borromini (1599-1667) gestaltete Kirche Sant'Ivo alla Sapienza unweit der Piazza Navona. Hier fielen Stücke aus der Kuppel und auch Fragmente der Gemälde von großer Höhe auf den Boden.

Grütters würdigt de Bruyn zum 90. Geburtstag

Günter de Bruyn zählt zu den bedeutendsten Autoren

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Schriftsteller Günter de Bruyn zu seinem 90. Geburtstag als einen der "bedeutendsten Autoren der deutschen Kulturnation" gewürdigt. "Nie moralisierend, immer mit der Ihnen eigenen, leisen Beharrlichkeit erzählen Sie von den Einschnitten und Brüchen in der deutschen Geschichte, die auch in Ihrem Leben Spuren hinterlassen haben", erklärte Grütters. "Dass Sie stets die Kraft hatten, Ihre Integrität zu bewahren und Ihre Stimme zu erheben, verdient Respekt und Anerkennung." De Bruyn gehörte zu den wichtigsten Autoren der früheren DDR. Heute wird er 90 Jahre alt.

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