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Konzert / Archiv | Beitrag vom 29.12.2013

Historische Aufnahmen aus der Staatsoper Berlin

Große Sängerinnen und Sänger vor 1945

Staatsoper Unter den Linden (AP Archiv)
Staatsoper Unter den Linden (AP Archiv)

1918 wurde die Königliche Hofoper in Berlin in "Staatsoper Unter den Linden" umbenannt, die Königliche Hofkapelle zu Berlin in "Staatskapelle Berlin". Es war ganz allgemein Aufbruch angesagt - man bespielte die Krolloper, hat viel uraufgeführt und ganz allgemein versucht, die kulturpolitischen Veränderungen wirksam zu machen.

Die  Staatsoper wurde umgebaut, um einem modernen Regietheater zu entsprechen. Und: Einzigartig, wer da im Haus Unter den Linden gastierte, grandios, welch ein Ensemble dort unter Vertrag stand - Sänger aus Skandinavien, aus den Staaten, aus Italien und Dalmatien - man konnte Wagner, Verdi, Puccini locker "im Haus" besetzen. Bewundernswert, wie man das Haus durch die wirtschaftlich grenzwertigen Zeiten gesteuert hat.

Sänger und Kapelle haben auch medial die Zeichen der Zeit erkannt, sich dem Medium "Schallplatte" geöffnet. Da entstanden akustische und später elektrische Aufnahmen, die auch heute noch erstaunen. Es überraschen die Stimmen, es fasziniert oft die Klarheit der stimmlichen Diktion, die Textverständlichkeit und auch die grundsätzliche Haltung zu den Figuren.

Die Ausschnitte - Arien, Duette, Ensembles - wurden oft vom Staatsopernensemble im "Muggenstatus" begleitet - einmal durchgespielt, dann aufgenommen - man hört es. Dann aber auch die komplette Kapelle unter den Dirigenten des Hauses. Die technischen Gegebenheiten waren eher mangelhaft, die allgemeinen Aufnahmebedingungen dürftig - trotzdem, die ausgewählten Aufnahmen faszinieren, auch wenn sie manchmal skurril klingen.

Kaum zu überschauen ist da, wer für welche Gesellschaft in welcher Dichte engagiert wurde, die Aufnahmen waren ein einträgliches Geschäft, haben fast ein Eigenleben entwickelt und: Man wusste um die Wirkung, die man in der Öffentlichkeit erreichen konnte.


 
Historische Aufnahmen
Große Sängerinnen und Sänger an der Staatsoper Berlin vor 1945

Erich Witte, Björn Talen, Traute Rose, Erik Wirl, Max Lorenz, Traian Grosavescu, Lauritz Melchior, Josef Mann, Tiana Lemnitz, Helge Roswaenge, Arthur Cavara  und andere

Musik von Carl Millöcker, Giuseppe Verdi, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini, Giacomo Meyerbeer u.a.

Studiogast: Jochen Kowalski
Moderation: Stefan Lang

nach Konzertende ca. 21:57 Uhr Nachrichten
 

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