Freitag, 14.12.2018
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.08.2006

Historiker Peter Reichel: FAZ hat Geständnis inszeniert

Grass' Aussagen zu Kiesinger "billig"

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Der Schriftsteller Günter Grass (AP)
Der Schriftsteller Günter Grass (AP)

Das Geständnis von Günter Grass über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat der Historiker Peter Reichel als Inszenierung einer Beichte bezeichnet.

Es sei passend genau zum Erscheinen der Autobiographie veröffentlicht worden, sagte der Professor am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hamburg im Deutschlandradio Kultur: "Er hat es nicht nötig, er könnte bescheidener, nachdenklicher und zurückhaltender mit einer ihn belastenden Aussage auftreten". Die FAZ habe das Geständnis instrumentalisiert.

Reichel kritisierte, Grass mache zusammen mit dem Geständnis auch noch die fünfziger Jahre schlechter als sie es tatsächlich gewesen seien: "Die Adenauer-Ära einfach abzuqualifizieren, Kiesinger einen großen Nazi zu nennen, der immerhin Willy Brandt zur Kanzlerschaft der sozialliberalen Koalition geführt hat, das ist zu billig und zu wenig".

Das vollständige Gespräch können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

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