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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.01.2019

Historiker Paul Nolte zur Europawahl"Europa muss verteidigt werden"

Paul Nolte im Gespräch mit Moritz Behrendt

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Zwei Besucherinnen der Pulse of Europe Demonstration in Berlin (imago / phototek)
Wohin es mit Europa geht, wird sich teils auch entscheiden, wenn Ende Mai ein neues EU-Parlament gewählt wird. (imago / phototek)

Ende Mai könnten viele Rechtspopulisten in das neue EU-Parlament gewählt werden. Doch das sollte europafreundliche Kräfte nicht lähmen, sagt der Historiker Paul Nolte. "Es kommt darauf an, eine positive Geschichte Europas zu entwickeln."

Die Europawahl in fünf Monaten stehe unter einem besonderen Vorzeichen, sagt der Historiker Paul Nolte. Zuvor hatte der Spitzenkandidat der Union sowie der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, die AfD massiv dafür kritisiert, einen EU-Austritt Deutschlands zu fordern. "Die Bürger müssen wissen, dass die AfD die deutsche Brexitpartei ist", sagte Weber.

"In Wirklichkeit hat sich die entscheidende Linie verschoben", sagt Nolte. Statt um den Konflikt zwischen Europäischen Christdemokraten und Europäischen Sozialisten gehe es nun vor allem darum, welche Parteien europafreundlich und welche Parteien europaskeptisch seien. 

Wieder eine positive EU-Geschichte erzählen

Auch wenn europaskeptische Kräfte bei der Wahl zulegen können, sollte sich niemand von den Gegnern Europas gefangen nehmen lassen, sagt Nolte. "Europa muss verteidigt werden." Doch man solle auch nicht einfach auf die Populisten einschlagen. Das würde die AfD und ihre Mitstreiter größer machen, als diese seien. "Es kommt darauf an, eine positive Geschichte Europas zu entwickeln."

Der Historiker Paul Nolte ( Horst Galuschka / dpa)Der Historiker Paul Nolte ( Horst Galuschka / dpa)

Die europafreundlichen Parteien, SPD, CDU, FDP und Grüne, müssten im Wahlkampf den Bürgern Argumente liefern, warum sie für Europa stimmen sollten. Zu diesen könnten vor allem pragmatische gehören, sagt Nolte. "Europa ist ein Garant von Stabilität und davon haben die Menschen etwas: Reisefreiheit, ökonomische und soziale Fortschritte, Umwelt- und Klimapolitik."

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