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Freitag, 14.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 21. Oktober 2018

Hildegard-von-Bingen-Preis an Anja Reschke

"Für einen standhaften, professionellen und aussagekräftigen Journalismus"

Die Journalistin und TV-Moderatorin Anja Reschke hat den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik 2018 erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr in Mainz verliehen. Zur Begründung führte das Preis-Kuratorium aus, Reschke stehe "für einen standhaften, professionellen und aussagekräftigen Journalismus". Die Moderatorin der Fernsehmagazine "Panorama" und "Zapp" schaue genau hin und erkläre klarsichtig, tolerant und weltoffen die politische Landschaft. Dies sei "in Tagen, da eine freie Publizistik von einigen geschmäht wird, keine Kleinigkeit", so das Kuratorium. Reschke, Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR, habe es verstanden, das Format des politischen Magazins weiter zu entwickeln.

Aufsichtsrat der Ruhrtriennale tagt

Am Montag findet eine vorzeitige Sitzung statt

Vier Wochen nach der von einer heftigen Antisemitismus-Debatte überschatteten Ruhrtriennale tagt am Montag der Aufsichtsrat des Kulturfestivals. Die Vorsitzende des Gremiums, NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, hatte eine vorzeitige Sitzung anberaumt. Das erste Jahr unter der Intendanz von Stefanie Carp gilt künstlerisch als Erfolg. Schlagzeilen machte die Ruhrtriennale mit Sitz in Bochum aber vor allem wegen Carps Umgang mit der israelkritischen Band "Young Fathers". Noch ehe das renommierte Festival Anfang August startete, war es in eine Diskussion über Antisemitismus verstrickt. Die Intendantin lud die schottische Gruppe erst ein, dann aus und dann wieder ein. Am Ende kamen die "Young Fathers" nicht. Ministerpräsident Armin Laschet sagte seinen Ruhrtriennale-Besuch ab, der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung nannte das Krisenmanagement des Festivals "desaströs". Carp ist noch für zwei Jahre verpflichtet.

Osnabrücker Friedensfilmpreis verliehen

Preis geht an Simon Lereng Wilmont für "The Distant Barking of Dogs"

Der Film "The Distant Barking of Dogs" des dänischen Regisseurs Simon Lereng Wilmont hat den mit 12.500 Euro dotierten Osnabrücker Friedensfilmpreis gewonnen. Der Film zeige ein starkes Statement gegen den Krieg auf einer nur scheinbar ganz einfach menschlichen Ebene. Er thematisiere die bedingungslose Liebe zwischen der Großmutter und ihrem Enkel inmitten des Kriegswahnsinns und erzähle so eine ganz große Geschichte im Kleinen, urteilte die Jury. Das Filmfest zeigte an fünf Tagen insgesamt 125 Filme sozial engagierter und unabhängig arbeitender Filmemacher aus aller Welt.

160.000 Besucher bei Marx-Ausstellungen in Trier

Jubiläumsausstellungen und neu eröffnete Dauerausstellung ziehen positive Bilanz

Rund 160.000 Besucher haben die Karl-Marx-Jubiläumsausstellungen in Trier gesehen. Zum Ende der Ausstellungen anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Seit dem 5. Mai, dem 200. Geburtstag von Karl Marx, konnten sich Besucher in drei Ausstellungen an vier Standorten ein neues Bild von dem Philosophen machen. Zwei der beliebtesten Objekte der Schau seien das persönliche Exemplar von "Das Kapital" sowie die einzige erhaltene Seite der Urschrift von "Das Manifest" gewesen. Zur neu eröffneten Dauerausstellung "Von Trier in die Welt. Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkung bis heute" kamen den Angaben nach rund 52.500 Besucher ins Museum Karl-Marx-Haus.

Martin Brandlmayr erhält Karl-Sczuka-Preis

Auszeichnung erfolgt für Hörstück "Vive les fantômes"

Der österreichische Musiker und Komponist Martin Brandlmayr ist mit dem diesjährigen Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde der 46-Jährige für sein Hörstück "Vive les fantômes". Dieses war im Juni erstmals gesendet worden und beim Radiosender SWR2 zu hören. Brandlmayr spiele darin mit seiner eigenen künstlerischen Biografie, teilte die Jury zur Preisverleihung in Donaueschingen mit. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für akustische Kunst.

Feier in Naumburg zur Übergabe der Unesco-Urkunde

Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters

Die Aufnahme des Naumburger Doms in die Unesco-Welterbeliste wurde heute mit einem Bürgerfest und Festakt gefeiert. Anlass war die Übergabe der Anerkennungsurkunde der Unesco. Dazu wurden unter anderem die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erwartet. Im Juli hatte das Welterbekomitee den Dom als 44. Unesco-Welterbestätte in Deutschland ausgezeichnet. Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Die spätromanisch-frühgotische Architektur ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Weltbekannt sind etwa die Stifterfiguren des sogenannten Naumburger Meisters im Westchor des Doms, darunter die Uta von Naumburg.

Google-Apps für Android sollen bis zu 40 Dollar kosten

Google ist im Zuge der EU-Kartellstrafe zu neuem Lizenzmodell gezwungen

Das im Zuge der EU-Kartellstrafe angekündigte neue Lizenzmodell von Google sieht einem Insider zufolge vor, dass die Hersteller von Android-Hardware bis zu 40 Dollar pro Gerät für die Apps des Internet-Riesen bezahlen müssen. Allerdings seien auch Rabatte vorgesehen. Abhängig sei die Höhe von der Größe des Geräts und des jeweiligen Landes. Google hatte angekündigt, dass die Gebühr ab dem 29. Oktober bei jedem neuen Smartphone oder Tablet-Modell, das im Europäischen Wirtschaftsraum mit dem Betriebssystem Android auf den Markt komme, greifen solle. Die EU-Kommission hatte Google im Juli zu einer Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro verdonnert. Sie warf dem US-Konzern vor, Smartphone-Herstellern unzulässige Vorschriften für die Verwendung seines Betriebssystems Android zu machen und etwa zu verlangen, bestimmte Google-Apps vorzuinstallieren.

Stiftung begrüßt Kompromiss bei Benin-Bronzen

Bronzen sollen in Nigeria gezeigt werden

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat den Kompromiss im langjährigen Streit um die Benin-Bronzen begrüßt. "Es zeigt sich, wie wichtig das gemeinsame Gespräch ist, die Offenheit, aufeinander zuzugehen und lösungsorientiert zu denken", erklärte Parzinger laut Homepage der Stiftung. Eine Gruppe von neun europäischen Museen hatte sich nach Gesprächen mit nigerianischen Partnern darauf verständigt, einige der in der Kolonialzeit geraubten Bronzen in einem künftigen Museum in der nigerianischen Stadt Benin-City auszustellen. Die Preußenstiftung, die auch umstrittene Stücke in ihrer Sammlung hat, unterstützt laut Parzinger das Projekt. Die Benin-Bronzen, wichtige Kunstwerke aus dem heutigen Nigeria, waren in der Kolonialzeit von den Briten geraubt und später an Museen in aller Welt verkauft worden. Seit Jahren wird um eine mögliche Rückgabe an Nigeria gestritten.

Nationaltheater Mannheim: Land gibt 40 Millionen Euro

Betrag reicht aber nicht für die Sanierung

Zur Generalsanierung des Mannheimer Nationaltheaters plant das Land Baden-Württemberg 40 Millionen beizutragen. Das habe die Haushaltskommission, in der Vertreter der Regierung und der Regierungsfraktionen sitzen, beschlossen, teilte die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer mit. Damit klafft nun eine Lücke in den Finanzplanungen. SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch hatte die grün-schwarze Landesregierung im August aufgefordert, sich mit 80 Millionen Euro zu beteiligen. In dieser Höhe will sich nämlich der Bund an den geschätzten Kosten für die Sanierung des Theaters und die Ersatzspielstätten beteiligen. Ebenfalls 80 Millionen plant die Stadt zu zahlen. Insgesamt werden etwa 240 Millionen Kosten veranschlagt.

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