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Dienstag, 12.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. November 2018

Hesse-Literaturpreis für Thomas Hettche

Schriftsteller wurde für Essayband ausgezeichnet

Der Schriftsteller Thomas Hettche hat den Hermann-Hesse-Literaturpreis erhalten. Der 53-Jährige sei eine der "herausragenden literarischen Stimmen seiner Generation", sagte der Vorsitzende der Preisstiftung, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, in Karlsruhe. Hettche wurde für seinen 2017 erschienenen Essayband "unsere leeren herzen. Über Literatur" geehrt. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Den mit 5.000 Euro ausgelobten Hermann-Hesse-Förderpreis erhielt der deutsch-amerikanische Autor Paul-Henri Campbell für seinen Gedichtband "nach den narkosen". Der in Boston geborene Schriftsteller schreibt Lyrik und Prosa sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch.

Autor Goytisolo erhält den Carlos-Fuentes-Literaturpreis

Überreicht wurde die hochdotierte Auszeichnung in Mexiko-Stadt

Der spanische Schriftsteller Luis Goytisolo hat in Mexiko den hoch dotierten Carlos-Fuentes-Literaturpreis erhalten. Der 83-Jährige wurde in Mexiko-Stadt mit dem Preis für spanischsprachige Literatur ausgezeichnet. In seiner Dankesrede erinnerte der 83-Jährige daran, dass der Roman als Genre uns dabei helfe, die Welt und uns selber besser zu verstehen. Ins Deutsche übersetzt wurde unter anderem sein Roman "Vom Schein des Feuers". Die Auszeichnung wurde Goytisolo von Mexikos Präsidenten Enrique Peña Nieto überreicht. Der mit 250.000 Dollar, also knapp 220.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist einer der wichtigsten Literaturpreise im spanischsprachigen Raum. Zu den vorigen Preisträgern gehören der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez und der mexikanische Dichter Eduardo Lizalde.

Theaterpreise für "Die Zertrennlichen" und "Der (vorletzte) Panda"

Würdigung für Autoren des Kinder - und Jugendtheaters

Autoren aus Frankreich und Kroatien und ihre Übersetzer sind in Frankfurt mit dem Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreis ausgezeichnet worden. Die Preise sind mit jeweils 10 .000 Euro dotiert und werden alle zwei Jahre vom Bundesfamilienministerium vergeben. Den Deutschen Kindertheaterpreis erhielt der Franzose Fabrice Melquiot für sein Stück "Die Zertrennlichen" in der Übersetzung von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand - laut Jury "eine große Tragödie um Liebe, Macht und Herrschaftsansprüche für Kinder". Der Deutsche Jugendtheaterpreis geht an den Kroaten Dino Pesut für "Der (vorletzte) Panda oder Die Statik" in der Übersetzung von Alida Bremer unter Mitarbeit von Sonja Anders und Friederike Heller. Für die Jury ist das Stück "eines der politischsten des aktuellen Jugendtheaters" mit "messerscharfen Sätzen". Zwei Sonderpreise für Studierende gingen an Fabienne Dür für "Zu wenig Wut oder So etwas passiert doch hier nicht" und Vera Schindler für "Allahu Akbar".

Google-Mitarbeiter protestieren für Gleichberechtigung

Konzern steht unter anderem wegen Sexismus in der Kritik

Tausende Google-Mitarbeiter haben weltweit gegen Sexismus, Rassismus und unkontrollierte Macht von Managern in ihrem Konzern protestiert. In Asien, Europa und den USA legten Mitarbeiter jeweils am späten Vormittag die Arbeit nieder und verließen vorübergehend ihre Büros. Auch in den USA riefen die Organisatoren des Protests zu solchen Aktionen und Kundgebungen auf. Sie fordern unter anderem, dass der Google-Mutterkonzern Alphabet einen Arbeitnehmer-Vertreter in seinen Verwaltungsrat aufnimmt und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Die Protest-Aktionen folgen monatelangen Diskussionen über Gleichberechtigung, Sexismus und mangelnder Diversität in dem Technologiekonzern. In den vergangenen zwei Jahren hat der Konzern 48 Mitarbeiter, davon 13 Manager, wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vor die Tür gesetzt. Mitarbeiter hätten interne Meldesysteme genutzt, um unangemessenes Verhalten anonym anzuzeigen.

Novemberrevolution 1918 "live" auf Twitter

Historiker erzählen Ereignis in jeweils 280 Zeichen nach

100 Jahre nach Beginn der Novemberrevolution 1918 wollen Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das Ereignis auf Twitter nacherzählen. Vom 7. November bis 26. März soll in bis zu 280 Zeichen langen Nachrichten täglich über das politische und alltägliche Leben in der Saalestadt berichtet werden, wie die Universität mitteilte. Halle habe für die Novemberrevolution eine große Bedeutung gehabt, sagte der Historiker Patrick Wagner, der das Projekt gemeinsam mit der Uni Halle und dem Zentrum für Multimediales Lehren und Lernen organisiert.

Neuer Chef für Preußische Schlösser und Gärten

Leiter der Hamburger Kunsthalle wird Generaldirektor

In der Berliner Kulturlandschaft ist heute ein hochrangiger Posten neu besetzt worden. Neuer Generaldirektor der "Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg" wird der Kunsthistoriker Christoph Martin Vogtherr. Derzeit ist er der Direktor der Hamburger Kunsthalle. Fast 30 Interessenten hatten sich um das Amt beworben. Der bisherige langjährige Generaldirektor Hartmut Dorgerloh war im Sommer zum Generalintendanten des Humboldt Forums Berlin berufen worden. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kümmert sich in den Ländern Berlin und Brandenburg um rund 30 Schlösser und 800 Hektar Parkanlagen.

Dresdner Kunstsammlungen wollen Diskurs fördern

Museen wollen außerdem Objekte an Namibia und Australien zurückgeben

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) möchten mehr als bisher eine Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs sein. Das Jahr 2019 sei mit seinen vielen Wahlen in Sachsen "politisch aufgeladen", sagte Generaldirektorin Marion Ackermann in Dresden. Dem müssten sich auch die SKD stellen. So sollen junge Menschen in einem Projekt zu ihren Zukunftsvisionen befragt werden. Die Ergebnisse dienten dann als Rohmaterial für eine Ausstellung mit Werken der Sammlungen. Auch international wollen die Dresdner Verpflichtungen nachkommen. So werden Objekte aus ihren Beständen an Ureinwohner in Namibia und Australien zurückgegeben. Die SKD zählen mit 15 Museen, darunter die Gemäldegalerie Alte Meister und das Grüne Gewölbe, zu den wichtigsten Museumsverbünden weltweit.

Hochhauspreis für Büroturm in Mexiko

Entwurf von L. Benjamín Romano in Frankfurt geehrt

Er sieht aus wie ein silberfarbener Obelisk, manche sagen, wie ein aufgeschlagenes Buch zwischen zwei Sichtbetonwänden: Der Büro-Turm "Torre Reforma" in Mexiko-Stadt. Heute ist das fast 250 Meter hohe Bauwerk mit dem Internationalen Hochhaus-Preis 2018 geehrt worden. Die Auszeichnung wird von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der Dekabank vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Besonders beeindruckt hat die Jury das Tragwerkskonzept: Es verleiht dem Turm nicht nur sein Erscheinungsbild, sondern soll ihn auch erdbebensicher machen.

Weinstein soll Minderjährige sexuell belästigt haben

Mädchen war laut Anklage 16 Jahre alt

Neue Vorwürfe gegen Harvey Weinstein: Der ehemalige Hollywood-Produzent soll eine Minderjährige sexuell belästigt haben. Eine Frau wirft ihm laut Anklageschrift vor, er habe sie im Jahr 2002 attackiert – sie war damals 16 Jahre alt. Weinstein habe das Model unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in seine Wohnung gelockt. Dort habe er "aggressiv und bedrohend" Sex von ihr gefordert und sie zu sexuellen Handlungen gezwungen.
Der Anwalt des Filmproduzenten wies die Vorwürfe als falsch zurück. Weinstein steht derzeit in New York wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in mehreren Fällen vor Gericht.

Konzert mit "Feine Sahne Fischfilet" kommt ins Fernsehen

ZDF will wie geplant aufzeichnen - aber an anderem Ort

Das Konzert der Band "Feine Sahne Fischfilet" in Dessau soll auch im Fernsehen gezeigt werden. Es ist am 6. November in der Alten Brauerei geplant, nachdem der ursprünglich vorgesehene Auftritt im Bauhaus von der Stiftung Bauhaus Dessau abgesagt worden war. Das ZDF teilte heute mit, dass es das Konzert trotzdem aufzeichnen und später in 3Sat ausstrahlen werde. Die Stiftung hatte das Konzert der Musiker abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen im Internet zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten.

Teheran verweigert Journalisten Ausreise nach Berlin

Akademie der Deutschen Welle kritisiert Vorgehen der iranischen Behörden

Teheran hat acht iranischen Journalisten, die zu einem Seminar der Deutschen Welle in Berlin angemeldet waren, die Ausreise verweigert. Sicherheitskräfte hätten den Journalisten am 7. Oktober am Teheraner Flughafen die Pässe abgenommen, teilte Deutschlands staatlicher Auslandssender mit. Der vom Auswärtigen Amt finanzierte Workshop der DW Akademie zur Umweltberichterstattung war vom 8. bis 12. Oktober geplant. Diplomatische Bemühungen, den Betroffenen die Teilnahme zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu ermöglichen, schlugen den Angaben zufolge fehl. Eine Anfrage der DW bei der iranischen Botschaft in Berlin sei unbeantwortet geblieben. Die Journalisten hätten ihre Pässe bisher nicht zurückerhalten. Der Leiter der Akademie zur Medienentwicklung und journalistischen Fortbildung, Carsten von Nahmen, erklärte, starke Kräfte innerhalb der iranischen Regierung hätten kein Interesse am Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung und auf freien Zugang zu Informationen. Das iranische Außenministerium sowie die iranische Botschaft in Berlin waren vorab über den Workshop informiert worden, nicht jedoch über die Namen der Teilnehmenden.

Deutscher Buchhandlungspreis verliehen

Drei Buchhandlungen in Chemnitz, Köln und Berlin ausgezeichnet

Drei Buchhandlungen in Chemnitz, Köln und Berlin sind als beste Buchhandlungen Deutschlands ausgezeichnet worden. Sie erhielten den Deutschen Buchhandlungspreis und damit je 25 000 Euro. "Mit ihrer großartigen Arbeit und ihrer Begeisterung für die Welt der Bücher sorgen die Buchhändlerinnen und Buchhändler dafür, dass es auch abseits der Bestsellerlisten Aufmerksamkeit gibt für außergewöhnliche Geschichten, für ungehörte und unerhörte Stimmen, für neue Perspektiven", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Vergabe in Kassel. Als beste Buchhandlung ausgezeichnet wurden "Lessing und Kompanie" aus Chemnitz, "Klaus Bittner" aus Köln sowie "Krumulus" aus Berlin.

Gerhard Richter spendet Werke für Kölner Obdachlose

Künstler unterstützt Verein durch handsignierte Drucke

Der Künstler Gerhard Richter hat einer Obdachloseninitiative 15 handsignierte Drucke im Wert von 200.000 Euro geschenkt. Dies sei bereits die siebte Spende des 86-Jährigen, teilte der Verein "Kunst hilft geben" mit. Das Geld unterstütze das Integrationsprojekt "Casa Colonia", bei dem Obdachlose zusammen mit Künstlern und Studenten in einem Haus leben sollen. Der in Dresden geborene und in Köln wohnende Richter gilt als einer der einflussreichsten lebenden Künstler der Welt. Seine Bilder erzielen auf dem Kunstmarkt Spitzenpreise. Richter spendet immer wieder an Obdachlosenprojekte. 2016 konnte die Düsseldorfer Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" mit dem Verkauf von sechs Bildern des Malers ein Haus für Flüchtlinge finanzieren.

Schwere Schäden am Markusdom erwartet

Venedigs Wahrzeichen ist seit Tagen überschwemmt

Am berühmten Markusdom in Venedig werden durch das andauernde Hochwasser in der Stadt schwere Schäden befürchtet. Medienberichten zufolge stehen alle Mosaike im Boden im Salzwasser - auch die Bronzetore der Kathedrale und die Sockel der Marmorsäulen. Die Reparaturen würden nun sehr aufwendig und teuer, sagte der Prokurator des Markusdoms, Tesserin, der verantwortlich für den baulichen Erhalt ist. Nach Unwettern in den vergangenen Tagen hat das Hochwasser in Venedig mit 1,56 Meter über Normal einen der bisher höchsten Pegelstände erreicht.

Türkischer Intellektueller fordert seine Freilassung

Osman Kavala sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft

Ein Jahr nach der Inhaftierung des türkischen Kulturmäzens und Bürgerrechtlers Osman Kavala haben dessen Anwälte seine sofortige Freilassung gefordert. Kavala sitze seit einem Jahr ohne Anklage in Untersuchungshaft, kritisierten sie bei einer Pressekonferenz in Istanbul. Die Akte sei geheim, deshalb wüssten auch die Anwälte nicht, was genau ihm vorgeworfen werde. Kavala war im Oktober 2017 in Istanbul bei der Rückkehr von einer Besprechung mit dem Goethe-Institut im Süden der Türkei festgenommen worden. Der Unternehmer betreibt einen der größten Verlage der Türkei und setzt sich mit seiner Organisation Anadolu Kültür für den Dialog zwischen den Volks- und Religionsgruppen ein.

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