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Interview / Archiv | Beitrag vom 03.11.2016

Hermann Parzinger zum Humboldt-Forum"Ein Panorama der Welt" in Berlin

Moderation: Liane von Billerbeck

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Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Deutschlandradio Kultur / Manfred Hilling)
Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gehört zur Gründungsintendanz des Berliner Humboldt-Forums (Deutschlandradio Kultur / Manfred Hilling)

Ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart – so beschreibt Hermann Parzinger das Konzept des Berliner Humboldt-Forums. Das sei die besondere Herausforderung dieses Hauses: "Der Mensch, der heute in ein Museum geht, will wissen: Was hat das mit mir zu tun?"

"Man muss dem Besucher ein Panorama der Welt bieten", so erläutert Hermann Parzinger  die Pläne der Gründungsintendanz für das Berliner Humboldt-Forum. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sieht die vorhandenen Sammlungen als großen, reichhaltigen Fundus. Sie sollen in dem 2019 eröffneten Haus in einen "weltweiten Kontext" gestellt werden, sagt er im Deutschlandradio Kultur:

"Das heißt: Objekte aus verschiedenen Sammlungen zusammen zu bringen, um ein Thema wirklich überzeugend und klar darzulegen. Und das ist neben der Präsentation der Sammlungen ein ganz, ganz wichtiges Ziel."

Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Es gehe dabei auch darum, von den Sammlungen und den Themen der Vergangenheit aus einen Brückenschlag in die Gegenwart zu vollziehen, beschreibt Parzinger das Ausstellungskonzept  - es seien gleichsam in die Jetzt-Zeit weitergeschriebene Erzählungen aus der Vergangenheit:

"Der Mensch, der heute in ein Museum geht, will wissen: Was hat das mit mir zu tun? Warum soll ich mich dafür interessieren Und das ist die besondere Herausforderung? Und da gehört auch die Globalisierung dazu."

Wer finanziert den freien Eintritt ins Humboldt-Forum?

Parzinger ging auch auf Pläne für einen möglicherweise freien Eintritt in das Humboldt-Forum ein. Diese Frage hänge entscheidend mit der Finanzierungsweise von Museen zusammen. Für das Humboldt-Forum seien die Einnahmen eigentlich "enorm wichtig":

"Wenn die Einnahmen wegfallen, dann müsste die Finanzierung natürlich von den Trägern  - also vom Bund und den Ländern gestellt werden - . Man muss sich über die Folgen klar werden."  

"Museen sind für Menschen da"

Am Humboldt-Forum seine viele verschiedene Partner beteiligt, deshalb wäre der freie Eintritt möglicherweise eine gute Lösung, meint Parzinger: 

"Wenn man da an jedem Eingang eine Kasse aufstellt, das wird ja wahnsinnig komplex. Es wäre schon ein Befreiungsschlag, vom Parktischen her, das ganze Haus frei zugänglich zu machen. Und es wäre auch ein Zeichen, dass Museen wirklich für die Menschen da sind. Und das ist noch viel wichtiger als das rein Praktische."

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