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Dienstag, 18.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. März 2018

Hermann-Hesse-Preis für Joanna Bator

Ihre Übersetzerin Esther Kinsky wurde mitgeehrt

Die polnische Autorin Joanna Bator und ihre Übersetzerin ins Deutsche, Esther Kinsky, erhalten den Hermann-Hesse-Preis 2018. Bator sei eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen Polens, in ihren Romanen verwebe sie deutsche und polnische Geschichte, erklärte die Hermann-Hesse-Stiftung in Calw ihre Entscheidung. Kinskys Übersetzungen ins Deutsche bildeten einen "eigenständigen Sprachkosmos", der die poetische und gleichzeitig ironisch-distanzierte Sprache Bators einfange. Auf Deutsch erschien zuletzt Bators Roman "Dunkel, fast Nacht". Der mit 20.000 Euro verbundene Preis soll am 2. Juli, dem Geburtstag Hermann Hesses, in seiner Geburtsstadt Calw verliehen werden. Die Auszeichnung geht alle zwei Jahre gemeinsam an einen Autor und seinen Übersetzer.

Christopher Ward wird Aachens neuer Generalmusikdirektor

37-Jähriger Brite kommt vom Saarländischen Staatstheater

Christopher Ward wird neuer Generalmusikdirektor in Aachen. Der Stadtrat habe ihn am Abend einstimmig gewählt, teilte die Stadt mit. Ward tritt seine Arbeit am 1. August an und startet mit dem Sinfonieorchester Aachen dann in die neue Saison. Der Brite wird Nachfolger von Kazem Abdullah, der das Sinfonieorchester fünf Jahre lang bis Mitte 2017 geleitet hat. Ward, 1980 in London geboren, wurde 2005 Kapellmeister und Solorepetitor am Staatstheater Kassel. Während dieser Zeit assistierte er Sir Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern.
2009 wurde der Brite an der Bayerischen Staatsoper Kapellmeister und Assistent von Kent Nagano. Seit 2014 ist Christopher Ward 1. Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater.

Daniel Kehlmann erhält Frank-Schirrmacher-Preis

Autor wird für "virtuose Beherrschung der deutschen Sprache" ausgezeichnet

Der Bestsellerautor Daniel Kehlmann ("Tyll", "Die Vermessung der Welt") erhält den Frank-Schirrmacher-Preis 2018. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Schweizer Franken dotiert, teilte die Frank-Schirrmacher-Stiftung mit. Mit der Vergabe werde Kehlmanns "virtuose Beherrschung der deutschen Sprache ebenso gewürdigt wie seine subtile Analyse der deutschen Vergangenheit und Gegenwart", begründete die Stiftung. Die Verleihung ist für den 3. September in der Berliner Niederlassung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geplant. Die Laudatio soll Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halten. Der Preis wird für herausragende Leistungen zum Verständnis des Zeitgeschehens verliehen. Er soll an den 2014 gestorbenen Publizisten Frank Schirrmacher erinnern. Er war seit 1994 einer der Herausgeber der "FAZ" gewesen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (2015), Michel Houellebecq (2016) und Jonathan Franzen (2017).

"Junge Freiheit" zieht Teilnahme an Buchmesse zurück

Teilnahme in Leipzig sei "rufschädigend und wirtschaftlich sinnlos"

Die rechtsgerichtete Wochenzeitung "Junge Freiheit" hat ihre Teilnahme an der Leipziger Buchmesse zurückgezogen. Durch eine "einseitige und ungünstige Standplatzierung in einem von der Messe konstruierten 'rechtsextremen Block' von Verlagen" sei eine Messeteilnahme "absolut rufschädigend und wirtschaftlich sinnlos", teilte JF-Geschäftsführer Dieter Stein mit. Dem Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, warf er vor, "mit der von linksradikalen Verlagen initiierten Aktion '#verlagegegenrechts' zu kooperieren". Die Messe äußerte sich zunächst nicht, kündigte aber eine Stellungnahme an. Messedirektor Zille hatte zu einem früheren Zeitpunkt erklärt, dass Verlage aus dem rechten Spektrum ebenso in Leipzig ausstellen dürften wie alle anderen Kunden auch, solange sich die Publikationen im Rahmen der Gesetze bewegen. Die Buchmesse sei der Meinungsfreiheit verpflichtet.

Startschuss für Deutsches Chorzentrum in Berlin

Bauarbeiten sollen im Herbst 2019 beendet sein

Der Deutsche Chorverband erhält in Berlin ein neues Zentrum. Heute wurde der Startschuss für das Deutsche Chorzentrum im Stadtteil Neukölln gegeben und die Baugenehmigung an den Präsidenten des Chorverbands, Altbundespräsident Christian Wulff, überreicht. Dieser sprach von einem "Jahrhundertprojekt" für den Verband. "Singen ist in", so Wulff. Ab April sollen die Bauarbeiten für das Chorzentrum beginnen und im Herbst 2019 beendet sein. Es wird aus dem Etat der Kulturstaatsministerin mit 2,1 Million Euro gefördert, der Chorverband gibt eine Million Euro. Weitere rund 3,7 Millionen Euro werden planmäßig über eine Stiftung und ein Darlehen finanziert.

Einstein-Brief für mehr als 80.000 Euro versteigert

Manuskript über das Gravitationsprinzip stammt aus dem Jahr 1928

Ein handgeschriebener Brief von Albert Einstein ist in Jerusalem für umgerechnet rund 83.600 Euro versteigert worden. Ein anonymer Bieter sicherte sich den Brief bei einer Auktion für 103.700 Dollar, wie das Auktionshaus Winner's mitteilte. Der berühmte Physiker hatte den Brief im Jahr 1928 von Berlin an einen Mathematiker gesandt. In dem Schreiben geht es laut Auktionshaus um die "dritte Stufe der Realitivitätstheorie". Der Brief sei während einer der "aufregendsten, fieberhaftesten Perioden während Einsteins Wissenschaftlerkarriere" entstanden, unterstrich Winner's. Ergänzt wird das Schreiben durch den Briefumschlag, auf dem Einstein seine Gedanken weiter ausführte. Einstein war bis zu seinem Tod 1955 in Abwesenheit Präsident der hebräischen Universität in Jerusalem.

Jugendbuch-Preis "Luchs" für Stefanie Höfler

Überreicht wird der Preis zum Auftakt der Leipziger Buchmesse

Die Autorin Stefanie Höfler erhält zum Auftakt der Leipziger Buchmesse am kommenden Mittwoch den mit 8.000 Euro dotierten "Luchs 2017" für das beste Kinder- und Jugendbuch. Geehrt wird die 39-Jährige für ihr Werk "Tanz der Tiefseequalle", wie die "Zeit" in Hamburg mitteilte. Höfler habe ein Gespür für die Zielgruppe, beobachte genau und erschaffe authentische Figuren, die sie mit großer Warmherzigkeit zeichne, heißt es in der Begründung der Jury. "Ein Roman über so ziemlich alles, was einen beim Erwachsenwerden umtreiben kann." Vergeben wird der "Luchs" von der "Zeit" und Radio Bremen.

Soziale Medien in Sri Lanka blockiert

Behörden wollten verhindern, dass sich religiös motivierte Gewalt ausbreite

Die Behörden in Sri Lanka haben den Zugang zu sozialen Medien blockiert. In der gebirgigen Zentralregion des Landes seien unter anderem Facebook, Instagram, Viber und WhatsApp gesperrt, sagte ein Firmenverantwortlicher, der nicht genannt werden wollte. Viele Nutzer hätten aber auch außerhalb dieser Gebiete keinen Zugang mehr. Die Behörden wollten verhindern, dass sich religiös motivierte Gewalt ausbreite. Tags zuvor hatte Präsident Maithripala Sirisena nach antimuslimischen Ausschreitungen in mehreren Bergstädten den Notstand ausgerufen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass ein Buddhist von einer Gruppe Muslime getötet worden sei. Darauf kam es außerhalb der Stadt Kandy zu Ausschreitungen. Buddhistische Mobs zogen durch Städte und zündeten mindestens elf Geschäfte und Häuser an, die Muslimen gehörten.

Steinmeier gegen Änderungen der Nationalhymne

"Ich bin nicht dafür, den Wortlaut zu ändern", sagte Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich gegen geschlechterneutrale Änderungen am Text der deutschen Nationalhymne ausgesprochen. "Nein. Ich bin nicht dafür, den Wortlaut zu ändern", sagte Steinmeier der "Saarbrücker Zeitung". Zuvor hatte sich bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel zu dem Text in seiner bisherigen Form bekannt. Ausgelöst hatte die Debatte die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, Kristin Rose-Möhring. Sie forderte anlässlich des Internationalen Frauentags am Donnerstag geschlechterneutrale Änderungen am Text der Hymne: Aus "Vaterland" solle "Heimatland" werden, aus der Zeile "brüderlich mit Herz und Hand" solle "couragiert mit Herz und Hand" werden.

Richtfest des Jüdischen Museums in Frankfurt/ Main

Eröffnung für 2019 geplant

Rund 27 Monate nach dem ersten Spatenstich ist am Neubau des Jüdischen Museums Frankfurt Richtfest gefeiert worden. Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer hob die Bedeutung des Museum in einer Zeit hervor, "in der wir erkennen müssen, dass Antisemitismus nicht einfach unter dem Schutt der Geschichte" verschwunden sei. Es gelte sowohl deutschen Rechtsextremisten als auch Menschen aus Ländern mit traditionell antijüdischer Haltung zu zeigen: "Beides hat in diesem Land keinen Platz." Etwa 3500 Quadratmeter zusätzlichen Platz wird das Museum haben, wenn es im Sommer 2019 neu eröffnet werden kann.

Parkland-Schulorchester spielt in Carnegie Hall

Auftritt drei Wochen nach Massaker sei "Bewältigungsmechanismus"

Knapp drei Wochen nach dem Massaker an seiner Schule hat das Orchester der Marjory Stoneman Douglas High School einen Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall gegeben. Die 65 Blasmusiker aus Parkland in Florida beteiligten sich an einem Konzert von Schulorchestern, das lange vor dem Amoklauf eines ehemaligen Schülers geplant war, der am 14. Februar 17 Menschen erschossen hatte. Die Bläser entschieden sich, an dem Auftritt festzuhalten, obwohl auch einer ihrer Musiker getötet worden war. Es habe ihnen gut getan, ab und zu in die Musik abzutauchen, sagte einige von ihnen. Für ihn sei die Musik ein "Bewältigungsmechanismus" und für andere wahrscheinlich auch, sagte Tuba-Spieler Luis Gomez dem Sender WCBS-TV.

Kulturrat: Zuspruch für Frauen-Mentorenprogamm

Möglicherweise werden mehr Mentoren aufgenommen

Das Mentoring-Programm des Deutschen Kulturrats erhält viel Zuspruch. Insgesamt haben sich knapp 300 Frauen im Alter zwischen 24 und 65 Jahren beworben, wie der Kulturrat aus Anlass des Weltfrauentags am 8. März mitteilte. Ziel ist es, dass die Bewerberinnen vom Erfahrungsschatz und dem Netzwerk erfahrenerer Kolleginnen profitieren. Auch der Rücklauf potenzieller Mentoren sei größer als erwartet; daher plane der Kulturrat wenn möglich mehr als 15 Bewerber in das Mentorenprogramm aufzunehmen.

Presserat: Weniger Beschwerden

Regeln zu Herkunftsnennung bewährt

Zeitungs- und Zeitschriftenleser haben sich im vergangenen Jahr weniger beim Deutschen Presserat beschwert. Insgesamt erreichten die freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien 1788 Beschwerden, im Vorjahr waren es noch 1851, wie der Presserat mitteilte. In 21 Fällen wurden Rügen verhängt, die schärfste Sanktion gegen die betroffenen Medien. Im Vorjahr hatte der Rat noch 33 Rügen ausgesprochen. Viele Beschwerden richteten sich gegen Berichte über Krisen und Konflikte, etwa gegen die Veröffentlichung von Fotos angeblich straffälliger Demonstranten bei G20-Gipfel in Hamburg. Der Presserat sieht dabei keinen Verstoß gegen den Persönlichkeitsschutz, kritisiert aber, dass die abgebildeten Demonstranten damit an den Medienpranger gestellt würden. Nahezu die Hälfte der Rügen (9) wurden wegen Schleichwerbung etwa auf Online-Seiten verhängt. Bewährt haben sich laut Presserat die neuen Regeln und Leitsätze zur Nennung der Herkunft von Straftätern und Verdächtigen. Seit März 2017 habe sich die Zahl der Beschwerden dazu deutlich verringert. Bis Dezember waren es 23 Beschwerden, im Vorjahreszeitraum noch 42. Nach der neu formulierten Richtlinie sollten Medien die Zugehörigkeit potenzieller Täter etwa zu ethnischen oder religiösen Minderheiten nur bei "begründetem öffentlichen Interesse" nennen. Bis dahin war von einem "begründeten Sachbezug" die Rede.

Auftakt für Lit.Cologne

Deutscher Hörbuchpreis verliehen

In Köln hat am Abend das Literaturfestival Lit.Cologne begonnen. Zum Auftakt wurde der Deutsche Hörbuchpreis verliehen. Geehrt wurden unter anderen die Schauspielerin Valery Tscheplanowa und der als Stimme von Bob Andrews aus der Hörspielserie "Die drei ???" bekannte Sprecher Andreas Fröhlich. Den Preis in der Kategorie "Bestes Hörspiel" erhielt der Berliner Autor und Regisseur Paul Plamper für "Dienstbare Geister". Mit dem alle zwei Jahre vergebenen Sonderpreis ehrte der Verein Deutscher Hörbuchpreis die Schauspielerin Eva Mattes. Die Lit.Cologne findet in diesem Jahr zum 18. Mal statt. Zu den bekanntesten Gästen gehören Robert Menasse, Ferdinand von Schirach und Bernhard Schlink. Jedes Jahr kommen mehr als 100.000 Besucher zur Lit.Cologne.

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