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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. April 2020

Herbig: Deutscher Filmpreis schadet der Branche

Nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises hat Michael Bully Herbig öffentlich Zweifel an der Auszeichnung angemeldet. In einem Interview mit dem Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" sagte er, die Lola sei ein politisch geförderter Preis und es gehe um Fördergelder. Es werde nicht immer die beste Leistung ausgezeichnet, entscheidend sei oft, wer das Geld dringender für ein nächstes Projekt benötige. "Der Deutsche Filmpreis in dieser Form schadet unserer Filmbranche", wird Herbig zitiert. Als Alternative schlug er eine Art "Lola-Festival" vor, das nicht im Fernsehen laufen soll, sondern Filme im Kino oder Stream zeigen könnte.

Thomas Walter geht zurück an die Berliner Volksbühne

Der Verwaltungsleiter des Berliner Ensembles wechselt das Theater und kehrt zurück. Thomas Walter wird zur Spielzeit 2021/22 Geschäftsführender Direktor der Berliner Volksbühne. Das teilte die Berliner Kulturverwaltung mit. Walter war im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz bereits von 2014 bis 2018 in der selben Funktion tätig. Er hatte das Theater nach dem Intendantenwechsel von Frank Castorf auf Chris Dercon verlassen.

Tschechischer Philosoph Hejdanek gestorben

Der tschechische Philosoph, Publizist und Ex-Dissident Ladislav Hejdanek ist tot. Er starb am Dienstag kurz vor seinem 93. Geburtstag, wie der Tschechische Rundfunk berichtet. Der christliche Philosoph setzte sich vor allem mit dem Verhältnis von Philosophie und Theologie auseinander. Seine Dissertation verfasste er 1952 über "Wahrheit und ihre ontologischen Prämissen". Wegen seiner christlichen Überzeugung wurde Hejdanek in der kommunistisch regierten Tschechoslowakei eine höhere wissenschaftliche Laufbahn verwehrt. Später schloss sich Hejdanek der Bürger- und Menschenrechtsbewegung Charta 77 an. Nach der Wende wurde er 1990 an der Prager Karlsuniversität habilitiert und lehrte dort ab 1992 Philosophie.

Grütters weitet Kulturförderprogramm aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das bisherige Förderprogramm für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland auf ganz Deutschland ausgeweitet. Für dringend notwendige Modernisierungen und Sanierungen stünden 15 Millionen Euro für mehr als 40 Vorhaben zur Verfügung, teilte Grütters in Berlin mit. Das Förderprogramm "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland (Invest Deutschland)" wird mit Unterstützung des Bundestags und der Länder aufgelegt. Zuvor gab es ein kurz "Invest Ost" genanntes Programm. Mittel bekommen nun unter anderem Burg Hülshoff in Havixbeck, das Forschungsmuseum Schöningen, Schloss Wernigerode, das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren sowie die Bayerische Staatsoper München und das Übersee-Museum Bremen.

"The Jewish Chronicle" erscheint weiter

Die britische jüdische Wochenzeitung "The Jewish Chronicle" kann offenbar weiter erscheinen. Nach Medienberichten erwarb ein Konsortium die fast 180 Jahre alte Publikation. An der Spitze des Konsortiums stehe Sir Robbie Gibbs, ein ehemaliger BBC-Journalist und Kommunikationsdirektor von Downing Street unter Premierministerin Theresa May. Die finanziell angeschlagene Zeitung war durch die Coronavirus-Pandemie ins fianzielle Aus geraten.

Annaud dreht Film über Notre-Dame-Brand

Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud arbeitet an einem Film über den Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Er wolle die Nacht des Feuers und die Momente, die dem Unglück vorausgegangen seien, rekonstruieren, sagte der preisgekrönte Filmemacher dem französischen Radiosender RTL. Demnach sind die Dreharbeiten für den Sommer geplant und der Film soll ohne Stars auskommen. In der weltberühmten Pariser Kathedrale brach am 15. April 2019 ein gewaltiges Feuer aus, das das gotische Gotteshaus teilweise zerstört hat. Jean-Jacques Annaud verfilmte unter anderem Umberto Ecos "Der Name der Rose" und Marguerite Duras "Der Liebhaber".

Schüler sollen vor Sommerferien wieder zur Schule

Alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland sollen vor den Sommerferien in die Schulen zurück können. Der Schulbesuch solle tage- oder wochenweise möglich werden, sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig (SPD), in Mainz. Auf dieses Ziel hätten sich die Kultusminister der Länder geeinigt, es werde in den Bundesländern aber unterschiedliche Vorgehensweisen geben. Über die Pläne beraten die Ministerpräsidenten übermorgen mit Kanzlerin Merkel. Ein Rahmenkonzept sieht einheitliche Bedingungen für Hygiene, Organisation von Unterricht, zur Schülerbeförderung, zum Umgang mit Risikogruppen und zur Notbetreuung vor. Die meisten Bundesländer planen, ihre Schulen ab dem 4. Mai langsam wieder zu öffnen.

EU-Kommission genehmigt Medienstaatsvertrag

Die EU-Kommission hat den deutschen Medienstaatsvertrag durchgewunken. Er beiinhaltet auch eine Erhöhung der Rundfunkgebühr um 86 Cent auf 18,36 Euro. Die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab sagte in Mainz, nach der Unterzeichnung durch die Ministerpräsidenten könne der Staatsvertrag nun zügig den Länderparlamenten zur Ratifikation vorgelegt werden. Der neue Medienstaatsvertrag gebe unter anderem Antworten auf zentrale Fragen einer digitalisierten Medienwelt. So würden rechtliche Leitplanken auch für große Plattformen wie Google und Facebook aufgestellt, sagte Raab.

Regisseur Veiel begrüßt Online-Filmfestival

Der Filmemacher Andres Veiel hat den Plan hochkarätiger Filmfestivals begrüßt, gemeinsam Filme online auf der Plattform Youtube zu zeigen. Gestern wurde bekannt, dass 20 Filmfestivals, darunter die Berlinale, Cannes und Venedig, ein kostenloses Online-Filmfestival anbieten wollen. Im Deutschlandfunk Kultur sagte Veiel, es sei eine gute Idee, wenn Filme, die möglicherweise sonst nicht gesehen würden, eine Plattform bekämen. Trotzdem könne und solle ein Online-Festival den Ort des Kinos nicht ersetzen. "Ein Festival - das schöne daran ist ja genau die Auseinandersetzung, der Raum, den ich mit anderen teile, die Atmosphäre, die mich mitergreift, wenn andere tief berührt sind und ich das mit ihnen teile. [...] Das wird kein Online-Festival ersetzen können." Das Festival "We Are One: A Global Film Festival" findet vom 29. Mai bis 7. Juni online auf Youtube statt.

Goethe-Medaille geht u.a. an Ian McEwan

Die diesjährige Goethe-Medaille geht nach Großbritannien, Bolivien und Südafrika. Der britische Schriftsteller Ian McEwan, die bolivianische Museumsdirektorin Elvira Espejo Ayca und die südafrikanische Schriftstellerin Zukiswa Wanner erhalten die Ehrung. Das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik wird vom Goethe-Institut jährlich für herausragendes Engagement im internationalen Kulturaustausch übergeben. Die Preisübergabe soll am Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes am 28. August in Weimar stattfinden.

"Mädchen mit dem Perlenohrring" neu untersucht

Forscher haben das Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Johannes Vermeer neu untersucht und heute ihre Erkenntnisse in Den Haag präsentiert. Die Direktorin des Den Haager Mauritshuis, Martine Gosselink, sagte, Vermeer hatte hinter dem Mädchen ursprünglich einen grünen Vorhang gemalt. Der war im Laufe der Zeit verschwunden. Der "Perlenohrring", so das Museum, sei nur "eine Illusion". Der Ohrring schwebe, denn es gebe keinen Haken, mit dem er am Ohr befestigt sein müsste. Dank der Untersuchung ist nun erstmals auch die Farbpalette Vermeers detailliert beschrieben. Das größte Geheimnis aber, wer das Mädchen auf dem Bild ist, konnten die Forscher nicht lüften. Es war nach 1994 die zweite große wissenschaftliche Untersuchung des Meisterwerkes.

Internationales Filmfestival Karlsbad abgesagt

Das Internationale Filmfestival im tschechischen Karlsbad findet in diesem Jahr nicht statt. Grund sei die Coronavirus-Pandemie, teilten die Veranstalter mit. Das Festival soll auf den 2. bis 10. Juli 2021 verschoben werden. Im vergangenen Jahr waren rund 140 000 Eintrittskarten für knapp 500 Filme verkauft worden. Darunter waren 34 Weltpremieren. Das Filmfestival findet seit 1946 statt und hat immer wieder berühmte Hollywood-Stars als Gäste auf dem roten Teppich begrüßen können - wie Uma Thurman, Mel Gibson, Robert De Niro und Judi Dench.

Birgit Sander wird Direktorin des Museums Giersch

Die Kunsthistorikerin Birgit Sander wird ab dem 1. Mai neue Direktorin des Kunstmuseums Museum Giersch in Frankfurt am Main. Die stellvertretende Direktorin folge Manfred Großkinsky nach, der Ende 2019 in den Ruhestand gegangen war, teilte die Goethe-Universität mit. Das von Carlo und Karin Giersch gestiftete Museum am Museumsufer ist an die Goethe-Universität angeschlossen. Sander arbeitet seit 2000 am Museum Giersch. Sie war am Aufbau des regional ausgerichteten Hauses beteiligt und hat zahlreiche Sonderausstellungen kuratiert. Sander habe angekündigt, das Museum noch stärker an die Öffentlichkeit zu bringen und mit Einrichtungen der Universität enger zusammenzuarbeiten, hieß es.

Deutscher Computerspielpreis vergeben

Das Strategiespiel "Anno 1800" ist beim Deutschen Computerspielpreis als "bestes deutsches Spiel" ausgezeichnet worden. Die Ehrung haben die Spiele-Entwickler corona-bedingt auf einer "Digital-Gala" im Internet entgegengenommen. Der zugeschaltete Bundesverkehrsminister Scheuer lobte den "Charme der Nostalgie". Die Magie des Spiels sei in der siebten Folge auch nach mehr als 20 Jahren noch vorhanden. Die Preisverleihung moderierten Barbara Schöneberger und der Youtuber Nino Kerl. Den Publikumspreis erhielt das Fantasy-Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt".

Bayreuth: Katharina Wagner erkrankt

Die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, ist "längerfristig erkrankt". Das teilten die Festspiele mit. Bis auf weiteres könne sie ihr Amt als Festspielleiterin und Geschäftsführerin nicht mehr ausüben, hieß es weiter. Wie lange die 41 Jahre alte Urenkelin von Richard Wagner ausfalle, sei unklar. Heinz-Dieter Sense, der von 2013 bis 2016 schon einmal Geschäftsführer der Festspiele war, soll Wagner kommissarisch vertreten. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner und Tochter des langjährigen Festspiel-Chefs Wolfgang Wagner hatte die Leitung des weltberühmten Opern-Spektakels, das traditionell zu den großen Kultur-Highlights des Sommers gehört, im Jahr 2008 gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier übernommen. Seit 2015 ist sie alleinige Chefin auf dem Grünen Hügel.

Schauspieler Otto Mellies gestorben

Der Schauspieler Otto Mellies, langjähriges Ensemblemitglied im Deutschen Theater in Berlin, ist tot. Mellies starb im Alter von 89 Jahren, wie die Künstleragentur Merten und Tatsch unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Mellies war ein halbes Jahrhundert lang eine der zentralen Figuren des Deutschen Theaters. Mit mehr als 300 Aufführungen in Lessings "Nathan der Weise" schrieb er Bühnengeschichte. Bis zuletzt stand Mellies vor der Kamera, unter anderem 2019 für einen Berliner "Tatort". Er war Synchronsprecher unter anderen für Paul Newman und Christopher Lee.

Berliner Theatertreffen: Giesche erhält 3sat-Preis

Der Theaterregisseur Alexander Giesche wird für seine Inszenierung "Der Mensch erscheint im Holozän" mit dem 3sat-Preis des diesjährigen Berliner Theatertreffens geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Mit seinem Stück am Schauspielhaus Zürich lege er "die erste große Inszenierung zum Thema Klimawandel" vor, teilte die Jury mit. Das Gremium lobte unter anderem "seine irisierenden, visuell beeindruckenden Bilder zwischen Fernsehrauschen und Club-Atmosphäre". Das Theatertreffen weicht diesmal wegen der Corona-Pandemie ins Netz aus. Das Festival zeigt ab Freitag mehrere ausgewählte Theaterstücke online.

Nora Bossong bekommt Thomas-Mann-Preis

Die Bremer Schriftstellerin Nora Bossong wird mit dem diesjährigen Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Der Festakt soll am 12. November im Theater Lübeck stattfinden, wie die Lübecker Museen mitteilten. Bossong gehöre zu den vielseitigsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart, heißt es in der Begründung der Jury. Insbesondere in ihren Romanen führe sie ihre Leser "in schmerzhaft relevante Problemfelder unserer Gegenwart". Bossongs Roman "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" wurde in Rezensionen oft mit Thomas Manns Familienroman "Buddenbrooks" verglichen. Der mit 25.000 Euro dotierte Thomas Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird abwechselnd in Lübeck und München verliehen.

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