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Kulturnachrichten

Montag, 27. April 2020

Herbig: Deutscher Filmpreis schadet der Branche

Nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises hat Michael Bully Herbig öffentlich Zweifel an der Auszeichnung angemeldet. In einem Interview mit dem Branchenmagazin "Blickpunkt:Film" sagte er, die Lola sei ein politisch geförderter Preis und es gehe um Fördergelder. Es werde nicht immer die beste Leistung ausgezeichnet, entscheidend sei oft, wer das Geld dringender für ein nächstes Projekt benötige. "Der Deutsche Filmpreis in dieser Form schadet unserer Filmbranche", wird Herbig zitiert. Als Alternative schlug er eine Art "Lola-Festival" vor, das nicht im Fernsehen laufen soll, sondern Filme im Kino oder Stream zeigen könnte.

Katharina Wagner "längerfristig erkrankt"

Katharina Wagner kann ihr Amt als Leiterin der Bayreuther Festspiele "bis auf weiteres" nicht ausüben. Grund hierfür sei eine längerfristige Erkrankung, teilten die Festspiele mit. Der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer, Heinz-Dieter Sense, soll Wagner kommissarisch vertreten.

Uffizien erwerben seltene Stadtansicht von Florenz

Eine der ältesten Stadtansichten von Florenz ist an den Arno zurückgekehrt. Es handelt sich um einen Stich von 1557 aus der Druckwerkstatt des Flamen Hieronymus Cock in Antwerpen, den die Uffizien von einem Händler in Kalifornien erwarben, wie die Zeitung "La Nazione" meldet. Die drei Blätter mit einem Gesamtmaß von 36 mal 130 Zentimeter zeigen die Renaissancestadt noch mit ihren alten, 1865 abgetragenen Stadtmauern. Die Domfassade und die Kirche Santa Croce sind in unvollendetem Zustand zu sehen; die Uffizien waren zu der Zeit noch nicht erbaut. Ein einziger bekannter weiterer Druck existiert in der Königlichen Bibliothek Stockholm. Das nun erworbene Exemplar soll laut Bericht in die grafische Sammlung der Uffizien eingegliedert werden.

Bester europäischer Kinderfilm gekürt

Die italienisch-spanische Co-Produktion "My Brother Chases Dinosaurs" ist zum besten europäischen Kinderfilm gekürt worden. Mehr als 2000 junge Juroren im Alter von 12 bis 14 Jahren aus ganz Europa hatten über den Gewinner des Europäischen Kinderfilmpreises EFA Young Audience Award abgestimmt, wie die Deutsche Kindermedienstiftung "Goldener Spatz" mitteilte. Der Film von Regisseur Stefano Cipani erzählt die Geschichte von Jack und seinem Bruder Gio, der das Down-Syndrom hat. Er setzte sich gegen die beiden mitnominierten Filme "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" von Regisseur Steven Wouterlood (Niederlande/Deutschland) sowie gegen den Film "Rocca verändert die Welt" von Regisseurin Katja Benrath (Deutschland) durch. Aufgrund der Corona-Krise wurde der diesjährige Filmpreis virtuell verliehen.

Schauspieler Otto Mellies gestorben

Der Schauspieler Otto Mellies, langjähriges Ensemblemitglied im Deutschen Theater in Berlin, ist tot. Mellies starb im Alter von 89 Jahren, wie die Künstleragentur Merten und Tatsch unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Mellies war ein halbes Jahrhundert lang eine der zentralen Figuren des Deutschen Theaters. Mit mehr als 300 Aufführungen in Lessings "Nathan der Weise" schrieb er Bühnengeschichte. Bis zuletzt stand Mellies vor der Kamera, unter anderem 2019 für einen Berliner "Tatort". Er war Synchronsprecher unter anderen für Paul Newman und Christopher Lee.

Marthaler enttäuscht von Ruhrtriennale-Absage

Nach der Absage der diesjährigen Ruhrtriennale wegen der Corona-Pandemie kritisiert der Regisseur Christoph Marthaler die fehlende Einbeziehung der Künstler in die Entscheidung. Das sei "wahrlich enttäuschend" schrieb er in einem offenen Brief an die Kulturministerin von Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos). Die Ruhrtriennale-Künstler hätten intensiv an Varianten der bisher geplanten Projekte gearbeitet. "Wo wäre ein zukunftsweisendes Ausweichmanöver denkbar gewesen, wenn nicht in den riesigen Industriehallen des Reviers", fragt Marthaler mit Blick auf geltende Abstandsregelungen. Das renommierte Musiktheater- und Kunstfestival sollte vom 14. August bis zum 20. September stattfinden.

Berliner Theatertreffen: Giesche erhält 3sat-Preis

Der Theaterregisseur Alexander Giesche wird für seine Inszenierung "Der Mensch erscheint im Holozän" mit dem 3sat-Preis des diesjährigen Berliner Theatertreffens geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Mit seinem Stück am Schauspielhaus Zürich lege er "die erste große Inszenierung zum Thema Klimawandel" vor, teilte die Jury mit. Das Gremium lobte unter anderem "seine irisierenden, visuell beeindruckenden Bilder zwischen Fernsehrauschen und Club-Atmosphäre". Das Theatertreffen weicht diesmal wegen der Corona-Pandemie ins Netz aus. Das Festival zeigt ab Freitag mehrere ausgewählte Theaterstücke online.

Asterix-Abenteuer von 1967 kommt als Album

Ein Asterix-Abenteuer aus dem Jahr 1967 soll im Oktober als Sonderalbum herauskommen. "Der goldene Hinkelstein" sei 1967 in Frankreich als Schallplatte mit Begleitheft veröffentlicht worden, jedoch noch nie als Album und auch nicht in deutscher Sprache, teilte der Verlag Egmont Ehapa mit. Das Abenteuer aus der Feder der inzwischen verstorbenen Asterix-Erfinder, des Texters René Goscinny und des Zeichners Albert Uderzo, handelt demnach davon, dass der Barde Troubadix am legendären Gesangswettbewerb für die Barden Galliens teilnehmen will. Der Gewinner wird traditionell mit dem goldenen Hinkelstein ausgezeichnet.

Nora Bossong bekommt Thomas-Mann-Preis

Die Bremer Schriftstellerin Nora Bossong wird mit dem diesjährigen Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Der Festakt soll am 12. November im Theater Lübeck stattfinden, wie die Lübecker Museen mitteilten. Bossong gehöre zu den vielseitigsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart, heißt es in der Begründung der Jury. Insbesondere in ihren Romanen führe sie ihre Leser "in schmerzhaft relevante Problemfelder unserer Gegenwart". Bossongs Roman "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" wurde in Rezensionen oft mit Thomas Manns Familienroman "Buddenbrooks" verglichen. Der mit 25.000 Euro dotierte Thomas Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird abwechselnd in Lübeck und München verliehen.

Suhrkamp-Cheflektor Fellinger gestorben

Der langjährige Cheflektor des Suhrkamp Verlags, Raimund Fellinger, ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt am Main, wie der Verlag in Berlin mitteilte. Fellinger wurde 1951 im Saarland geboren. Nach seinem Studium der Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft trat er 1979 eine Stelle als Lektor im Suhrkamp Verlag an und übernahm im darauffolgenden Jahr die Verantwortung für die Edition Suhrkamp. Seit 2006 war Fellinger Cheflektor des Suhrkamp Verlages, seit 2010 ebenfalls für den Insel Verlag. Die Philosophische Fakultät der Universität Greifswald verlieh ihm 2012 die Ehrendoktorwürde. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz für die deutsche Gegenwartsliteratur und -kultur.

Hallervorden fordert Solidarität in der Theaterszene

Der Schauspieler Dieter Hallervorden fordert in der Corona-Krise die Solidarität der Theaterszene. Nötig sei ein Umdenken, sagte der Intendant des Berliner Schlosspark Theaters am Abend im Deutschlandfunk Kultur. Das frühere Konkurrenzgebaren gehöre der Vergangenheit an. Hallervorden verwies in diesem Zusammenhang auch auf die überaus schwierige Situation der Schauspieler. Er habe ihnen versichert, eine Schließung käme für ihn nicht in Frage. Notfalls würde er Verluste aus Liebe zu Theater mit eigenen finanziellen Mitteln auffangen.

Wolfgang Tillmans startet Solidaritätskampagne

Der Künstler Wolfgang Tillmans hat die Spendenkampagne "2020Solidarity" ins Leben gerufen. Er will damit international Kulturprojekten helfen, die von der gegenwärtigen Krise existenziell bedroht sind. 50 Künstlerinnern und Künstler aus aller Welt gestalten jeweils ein Poster, das gegen eine Spende von 50 Euro erhältlich ist. Verkaufen können die bedohten Institutionen die Bilder selbst. Mittlerweile gebe es etwa zehn Projekte in Deutschland, den USA, Großbritannien und Polen, die bereits die Poster über ihre Crowdfunding-Seiten verkauften, so Tillmans im Deutschlandfunkkultur. Darunter der Art Technician Emergency Fund in London, das Visual AIDS Projekt in New York und ein Nachtclub in Polen. Clubs und Kneipen seien in seinem Verständnis schon immer kulturelle Institutionen gewesen, so Tillmans weiter.

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