Dienstag, 20.11.2018
 

Kulturnachrichten

Freitag, 22. Dezember 2017

Hélène Louvart erhält den Marburger Kamerapreis

Kamerafrau Louvart drehte mit Wim Wenders "Pina"

Die Französin Hélène Louvart erhält den Marburger Kamerapreis 2018. Damit werde die Auszeichnung zum dritten Mal an eine Frau verliehen, teilte die Stadt Marburg mit. Louvart sei eine "dokumentarische Bildgestalterin, die dabei aber nie den Blick für die Magie und Lyrik der Realität verliert", begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Marburger Kamerapreis wird am 28. April 2018 zum 18. Mal verliehen. Die 1964 geborene Kamerafrau Louvart ist international tätig: Sie hat unter anderem mit Wim Wenders den Film "Pina" gedreht. Sie stand den Angaben zufolge für insgesamt 65 abendfüllende Filme, 50 Kurzfilme und zehn Fernsehprojekte hinter der Kamera.

Kirchsaal-Sanierung der Brüdergemeine Herrnhut

Gesamtkosten auf rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt

Der historische Kirchsaal der Evangelischen Brüdergemeine in Herrnhut soll bis 2022 vollständig saniert werden. Die Brüdergemeine stellte dafür nach eigenen Angaben in diesem Jahr Fördermittelanträge über mehr als eine Million Euro. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Innensaals, der Seitenflügel und der Orgel sowie für Heizung und technische Anlagen wurden auf rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Sie sollen aus Spenden und Fördermitteln gedeckt werden. Die ostsächsische Stadt Herrnhut feiert 2022 ihr 300-jähriges Bestehen. Sie ist heute vor allem bekannt durch den Herrnhuter Stern, der in der Advents- und Weihnachtszeit auch in vielen öffentlichen Gebäuden leuchtet.

500 Jahre altes Ablassplakat in Köln entdeckt

Plakat wirbt mit dem Erlass von Sündenstrafen bei Spenden für Dombau

Ein 500 Jahre altes Ablassplakat für den Bau des Kölner Doms ist in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) gefunden worden. Das besonders seltene Zeitdokument sei nicht nur für die Domstadt, sondern für die deutsche Reformationsgeschichte bedeutend, erklärte USB-Direktor Hubertus Neuhausen. Der 18,5 mal 25,5 Zentimeter große Druck sei das erste bekannte Plakat dieser Art für den Kölner Dom und außerordentlich gut erhalten. Der lateinische Einblattdruck wirbt mit dem Erlass von Sündenstrafen, wenn man für den Bau oder Erhalt der Kathedrale spendet. Ablasshandel war im Mittelalter eine übliche Praxis der Kirche, gegen die sich Luther in seinen 95 Thesen von 1517 wandte. Das Plakat hing nach den Angaben wohl im Dom selber, dessen Langhaus und Seitenschiffe damals schon standen. Möglicherweise war es direkt neben einem Spendenkasten platziert.

Wiesbaden bekommt Museum für abstrakte Kunst

Private Stiftung übernimmt Bau- und Unterhaltskosten

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden lässt sich ein Museum für abstrakte Kunst schenken. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dafür, der Reinhard-und-Sonja-Ernst-Stiftung ein Grundstück in der Innenstadt für einen symbolischen Betrag zur Erbpacht zu überlassen. Die Kosten von gut 40 Millionen Euro für den Museumsbau übernehme die Stiftung. Das Museum soll Ende 2021 fertig werden. In dem neuen Museum nach dem Entwurf des japanischen Stararchitekten Fumihiko Maki soll eine Sammlung abstrakter Kunst des Unternehmers Ernst zu sehen sein. Den Schwerpunkt bildet Nachkriegskunst aus Deutschland, Amerika und Japan. Neben der Sammlung sollen regelmäßig Wanderausstellungen gezeigt werden. In einem Bürgerbeteiligungsverfahren im vergangenen Jahr sprach sich eine Mehrheit der Bürger für ein Kunstmuseum aus.

Facebook und Universal schließen Lizenzvertrag

Hochladen von Musikvideos in sozialen Netzwerken bald leichter möglich

Facebook und Universal haben einen Lizenzvertrag zur Nutzung von Musikvideos geschlossen. Wer bislang Videos mit lizenzierten Musikinhalten auf Facebook hochladen wollte, scheiterte oft an den Vorgaben zum Urheberrecht. Stattdessen verlinkten Nutzer dann auf andere Plattformen wie YouTube oder Spotify. Fortan bietet das Unternehmen Universal, das Künstler wie Elton John, Lady Gaga und Helene Fischer unter Vertrag hat, die Inhalte für Nutzer nicht nur von Facebook an, sondern auch für den ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehörenden Bilderdienst Instagram und das Start-up Oculus. Letztlich sollen Facebook-Nutzer Zugang zu einer umfangreichen Universal-Musikbibliothek erhalten, auch das Teilen über den Messenger soll dann möglich sein.

Archiv von Klaus Theweleit geht nach Marbach

Theweleits Buch "Männerphantasien" gilt als Erfolgsbuch der 1970er Jahre

Der Kulturwissenschaftler und Schriftsteller Klaus Theweleit hat seine Papiere dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. Berühmt wurde der heute 75-jährige Theweleit durch die umfangreiche, aus seiner Dissertation hervorgegangene Untersuchung "Männerphantasien", die 1977 in zwei Bänden erschien und von Rudolf Augstein im Spiegel als die "vielleicht aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres" bezeichnet wurde. Nicht nur seine Thesen zum faschistoiden Männertyp, sondern auch sein Sprachstil machten das Werk zum Theorie-Klassiker, der in viele Sprachen übersetzt wurde. Theweleits bisher letztes Werk heißt "Das Lachen der Täter: Breivik u.a. Psychogramm der Tötungslust". Für seine Arbeit erhielt Theweleit unter anderem den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay und zuletzt den Schillerpreis der Stadt Mannheim.

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