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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 25.10.2006

Heiteres Familiendrama und deutsche Tristesse

"No. 2" und "Montag kommen die Fenster"

Vorgestellt von Anke Leweke

"No. 2" ist eine kleine neuseeländische Komödie um die Familienchefin Maria, die ihren seit Jahrzehnten zerstrittenen Clan wieder versöhnen möchte. "Montag kommen die Fenster" zeigt eine Frau, der ihr Leben abhanden kommt.

"No. 2"
Neuseeland 2005; Regie: Toa Fraser; Darsteller: Ruby Dee (maria), Tuva Novotny, Mia Blake, Taungaroa Emile, Tanea Heke u.a.

Ein heiteres Familiendrama aus Neuseeland mit Maria, einer wunderbar starrköpfigen Großmutter, im Mittelpunkt. Vor Jahrzehnten ist Maria mit ihrem Mann von den Fidschi-Inseln nach Neuseeland ausgewandert, Dort ist ihre riesige Familie aufgewachsen, man hat zusammen Feste gefeiert, kleine und große Sorgen gemeistert und doch ist die Familie irgendwann auseinander gebrochen. Jetzt will Maria mit einem großen Fest Versöhnung feiern und ihr Erbe bekannt geben.

Auf dem renommierten Sundance Festival in den Staaten gewann "No.2." den Publikumspreis. Tatsächlich bekommen wir es hier mit einem feel good movie zu tun, das von Problemen erzählt, die wir alle so oder so ähnlich kennen.



"Montag kommen die Fenster"
Deutschland 2005; Regie: Ulrich Köhler; Darsteller: Isabelle Menke, Hans-Jochen Wagner, Ilie Nastase u.a.

"Montags kommen die Fenster" (NUR IM ZUSAMMENHANG MIT DEM FILMSTART)Es gibt sie leider viel zu selten: Filme, die sich von Beginn an auf die Perspektive der Figuren einlassen. Doch bei Ulrich Köhler nimmt die Kamera direkt die Augenhöhe seiner Heldin ein. Nina ist Ärztin, mit ihrem Mann und der kleinen Tochter ist sie gerade von Berlin nach Kassel gezogen. Das Haus ist noch nicht fertig. Man wohnt improvisiert, in einem Zwischenzustand.

Auch Nina scheint sich in dem neuen Abschnitt ihres Lebens noch nicht eingerichtet zu haben. Sie verschwindet einfach und wir folgen ihr. Ulrich Köhler motiviert den Ausbruch seiner Heldin nicht weiter, verzichtet gänzlich auf eine psychologische Annäherung. Dafür kann der Zuschauer die Welt mit Ninas Augen wahrnehmen. Es sind die Augen einer Frau, der plötzlich ihr eigenes Leben abhanden gekommen scheint und die sich in einer fast schon surrealen Hotelanlage mitten in einem Wald wieder findet.

"Montag kommen die Fenster" ist Köhlers zweite Regiearbeit. Der junge Regisseur gehört zur so genannten nouvelle vague allemand, die sich durch einen zurückhaltenden Stil auszeichnet und die versucht, dem Zuschauer alle Freiheit des Sehens zu ermöglichen.

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Externe Links:

Filmhomepage "Montag kommen die Fenster"
Filmhomepage "No. 2"

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