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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.04.2017

Heinz Mack zum "Zero"-Atelier"Ich wehre mich gegen jegliche Form von Patina"

Heinz Mack im Gespräch mit Axel Rahmlow und Vladimir Balzer

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Heinz Mack 2015 im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Der Künstler ist Mitbegründer der ZERO-Bewegung. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
Heinz Mack 2015 im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Der Künstler ist Mitbegründer der ZERO-Bewegung. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Das ehemalige "Zero"-Atelier in Düsseldorf soll saniert werden. Dort lebten und arbeiteten in den 1960er-Jahren Künstler wie Otto Piene, Günther Uecker – und Heinz Mack. Den ursprünglichen Zustand zu konservieren, davon hält Mack allerdings nichts.

Viele Jahre lang befand sich in einem Hinterhofhaus der Düsseldorfer Hüttenstraße das "Zero"-Atelier. Gegründet wurde die Nachkriegs-Künstlergruppe Zero in den 1950er-Jahren von Heinz Mack und Otto Piene.

1961 zogen sie in die Hüttenstraße in die Räume einer ehemaligen Möbelfabrik. "In der untersten Etage hat Günther Uecker mit viel Intensität genagelt", erinnert sich Heinz Mack.

"Dann in der zweiten Etage war ich untergebracht. Und in der dritten Etage und dann später auch in der vierten Etage Otto Piene, und gerade Otto Piene hat dort ziemlich konstant mit sehr viel Feuer und Rauch gearbeitet. Sodass diese Etage heute wie ein Kohlenkeller aussieht oder wie eine Höhle."

Zero-Atelier vor Umbau noch mal zugänglich

Zwar trennte sich die Gruppe einige Jahre später, Otto Piene jedoch nutzte die Hüttenstraße bis zu seinem Tod 2014 als deutsches Domizil. Jetzt soll das Gebäude saniert werden und danach die von Piene, Uecker und Mack gegründete Zero-Foundation beherbergen.

Davon, das Haus so zu sanieren, dass der damalige Zustand gleichermaßen konserviert wird, hält Mack nichts. Er sei gegen jegliche Form von Patina und "diese Art konservatorische Neigung, nun auch noch irgendwelche Relikte zu sanktionieren und heiligzusprechen", betont er. Andererseits sei aber der Piene-Raum in seiner ganzen Art weltweit einzigartig. "Es gibt nichts Vergleichbares. Da bin ich natürlich durchaus der Meinung, dass das so bleiben soll, wie es ist."

Vor der Renovierung wird das Gebäude am 23. April noch einmal für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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