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Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.11.2017

Heinrich Schütz MusikfestSchütz Schein Scheidt u.a.

Aus dem Dom St. Peter und Paul in Zeitz

(Museen Schloss Moritzburg Zeitz / Mark Ritchie)
Schloss und Dom in Zeitz zur Zeit der Reformation (Museen Schloss Moritzburg Zeitz / Mark Ritchie)

Es ist ein Abend des Lobpreises und der Anbetung: die direkte Hinwendung zum Vatergott war für den jungen Protestantismus und damit auch für seine Komponisten ein zentrales Anliegen. Zu hören sind Werke von Heinrich Schütz und vier seiner Zeitgenossen.

Alle griffen sie dabei auf einen Bestand entsprechender alttestamentarischer Psalmtexte zurück, die teils in deutschen Übersetzungen und Paraphrasen, teils in ihren lateinischen Fassungen vertont wurden; hatte doch auch die alte Kirchensprache in der protestantischen Liturgie immer noch ihren Platz. Die Hoffnung, sich durch intensive gläubige Hinwendung an den Höchsten – sei es im Gebet oder im Gesang – einen Platz im zukünftigen ewigen Leben zu sichern, war ein zentraler Bestandteil der lutherischen Theologie. Insofern wundert es nicht, dass bestimmte darauf gerichtete Texte immer wieder – und oft auch mehrfach von ein und demselben Komponisten – vertont wurden, wie zum Beispiel die beiden Schütz-Vertonungen "Singet dem Herrn ein neues Lied" zu Beginn und Ende des Zeitzer Programms beweisen. Die anhaltinische Kleinstadt, die zum Wirkungskreis des weltweit ersten protestantischen Bischofs Nikolaus von Amsdorf gehörte und damit einer der frühen Orte reformatorischer Auseinandersetzungen wurde, ist mit ihrem gotisch geprägten Dom eine authentische Stätte zur Aufführung derartiger Klänge.

Heinrich Schütz Musikfest
Dom St. Peter und Paul, Zeitz
Aufzeichnung vom 14. Oktober 2017

Singet dem Herrn ein neues Lied - Protestantische Kirchenmusik im nachreformatorischen Jahrhundert

Heinrich Schütz

"Singet dem Herrn ein neues Lied" für vier Stimmen und Basso continuo SWV 194

aus: Becker-Psalter

Samuel Scheidt

"Laudate Dominum" (Psalm 117) für zwei Tenöre, Chor und Instrumentalensemble SSWV 72

aus: Geistliche Konzerte I (Halle 1622)

Michael Praetorius

"Haec est dies quam fecit Dominus" (Psalm 118, 24- 28) für drei Chöre zu je vier Stimmen

aus: Musarum Sioniarum Motectae et Psalmi latini (Nürnberg 1607)

Johann Hermann Schein

"Venite exultemus Domino" (Psalm 95, 1-5)

aus: Cymbalum sionium (Cantiones Sacrae, Leipzig, 1615)

Clemens Thieme

Missa a 10 für zwei Soprane, Alt, Tenor, Bass, vier Violen, Fagott und Basso continuo

aus: Düben-Sammlung Uppsala

Michael Praetorius

"Venite exultemus Domino" (Psalm 95, 1-6) für drei Chöre zu je drei Stimmen

aus: Musarum Sioniarum Motectae et Psalmi latini (Nürnberg 1607)

Johann Hermann Schein

"Lobet den Herrn" (Psalm 150) für zwei Soprane, Alt, Tenor, Bass und Basso continuo

aus: Cymbalum sionium (Cantiones Sacrae, Leipzig, 1615)

Samuel Scheidt

"Nun lob, mein Seel, den Herren" (Psalm 150) für zwei Vokal- und zwei Instrumentalchöre (Breslauer Überlieferung) SSWV 555

aus: Cantiones Sacrae

Heinrich Schütz

"Singet dem Herrn ein neues Lied" für zwei Chöre zu je vier Stimmen und Basso continuo SWV 35

aus: Psalmen Davids (Dresden 1619)

Gesine Adler, Sopran
Dorothea Wagner, Sopran
Friederike Urban, Sopran
Andrea Pitt, Alt
Stefan Kunath, Altus
Falk Hoffmann, Tenor
Oliver Kaden, Tenor
Thomas Fröb, Tenor
Gun-Wook Lee, Bass
Michael Gransee, Bass
Mitglieder der Merseburger Hofmusik
Leitung: Michael Schönheit

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