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Donnerstag, 21.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Februar 2019

Heinrich-Mann-Preis 2019 an Danilo Scholz

Jury: "Europäischer Geist"

Der Ideenhistoriker, Autor und Übersetzer Danilo Scholz erhält den diesjährigen Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste. "Danilo Scholz ist ein ebenso kenntnisreicher wie leichtfüßiger und witziger Intellektueller, der die öffentliche Debatte mit begrifflicher Schärfe und brillanter Formulierungskunst bereichert", erklärte die Jury in Berlin zur Begründung. Scholz sei ein europäischer Geist, seine Vielsprachigkeit, internationale Erfahrenheit und Vertrautheit mit der französischen Szene machten ihn als Vermittler und Polemiker zu einem würdigen Nachfolger des Schriftstellers Heinrich Mann (1871-1950) im Kampf gegen deutsche Provinzialismen. Der Preis für Essayistik ist mit 8.000 Euro dotiert und soll am 27. März, dem Geburtstag Heinrich Manns, in Berlin verliehen werden.

Die Schauspielerin Christine Gloger ist tot

Sie war viele Jahrzehnte eine wichtige Darstellerin im Berliner Ensemble

Die Schauspielerin Christine Gloger ist in der Nacht zu Dienstag gestorben. Das teilte das Internetportal nachtkritik.de mit, das die Nachricht aus dem familiären Umfeld der Künstlerin erfuhr. Nach einer Tätigkeit als Buchhändlerin, ließ sich Gloger Mitte der 1950er Jahre in Leipzig zur Schauspielerin ausbilden. Nach einem ersten Engagement am Theater Meiningen kam sie 1959 ans Berliner Ensemble, wo sie mehr als 35 Jahre lang tätig war und als Protagonistin alle großen Frauen-Rollen Brechts spielte. Nach dem Mauerfall trat sie beim Berliner freien theater 89 auf und war in TV Produktionen zu sehen. Im Kino spielte sie in den Theater-Verfilmungen "Die Tage der Commune" (1966), "Der große Friede" (1989) und im Hölderlin-Film "Hälfte des Lebens" (1985). Christine Gloger wurde 84 Jahre alt.

"Cumhuriyet": Ex-Mitarbeiter müssen ins Gefängnis

Berufungsverfahren gescheitert

Führende Ex-Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" müssen nach einem gescheiterten Berufungsverfahren ins Gefängnis. Insgesamt acht Personen, unter ihnen der Karikaturist Musa Kart und der Anwalt Bülent Utku, würden "innerhalb weniger Tage" in Haft sein, sagte ihr Anwalt Abbas Yalcin der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten der Verurteilten müssen demnach zwischen ein und drei Jahren in Haft. Die Entscheidung des Berufungsgerichts betraf Angeklagte, gegen die bei dem international aufmerksam verfolgten Verfahren im April 2018 Haftstrafen von weniger als fünf Jahren verhängt worden waren. Die Mitarbeiter der ältesten Tageszeitung des Landes waren unter anderem wegen "Unterstützung von Terrororganisationen" angeklagt worden. Der Prozess war international kritisiert worden. Die türkische Regierung geht nach einem Putschversuch von 2016 massiv gegen Medienhäuser und Journalisten vor.

Buchbranche durch KNV-Insolvenz in Gefahr

Buchhandlungen und Verlage in Not

Die Insolvenz des Buchgroßhändlers KNV ist nach Darstellung der Kurt-Wolff-Stiftung eine große Gefahr für den Buchhandel. "Dieser Riese droht, sollte er weiter fallen, einen beträchtlichen Teil der Buchbranche mit sich zu reißen", erklärte die Stiftung, deren Ziel die Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene ist, in einer Mitteilung. Schnelle finanzielle Hilfen für die Buchbranche seien dringend erforderlich. Der Buch- und Mediengroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV-Gruppe) mit gut 1900 Mitarbeitern hatte am vergangenen Donnerstag Insolvenz beim Amtsgericht Stuttgart angemeldet. Das Unternehmen ist wichtiges Bindeglied zwischen Verlagen und Buchhandlungen. "Schon jetzt zieht diese Insolvenz bedrohlich weite Kreise", erklärte die in Leipzig ansässige Stiftung. Unabhängige Buchhandlungen und Verlage gerieten unverschuldet in Not. Viele Buchhandlungen litten unter Lieferengpässen, da Verlage die Belieferung von KNV aus Selbstschutz eingestellt hätten.

Grüne für Öffnung von Bibliotheken am Sonntag

Modellprojekte machten positive Erfahrungen

Öffentliche Bibliotheken sollen nach Ansicht der Grünen auch am Sonntag öffnen dürfen. Sie seien wichtige Kultur- und Bildungseinrichtungen und sprächen die gesamte Bevölkerung an, begründeten sie in Berlin ihren Antrag, der sich an die Bundesregierung richtet. Unter der Woche sei es vielen Menschen aber nicht möglich, eine Bibliothek zu besuchen. Die Bundesregierung solle deshalb die Öffnung mit einer Änderung des Arbeitszeitgesetzes ermöglichen. Der Schutz des arbeitsfreien Sonntags habe weiter einen hohen Stellenwert, erklärten die Bundestags-Grünen. Die Sonntagsarbeit solle durch genug Personal, flexible Arbeitszeitmodelle und Freizeitausgleich ermöglicht werden. Modellprojekte machten positive Erfahrungen mit einer Sonntagsöffnung. In anderen europäischen Ländern verzeichneten öffentliche Bibliotheken sonntags die höchsten Besucherzahlen. In Deutschland dürften im Gegensatz zu Theatern, Museen oder Kinos öffentliche Bibliotheken mit kommunalem Träger bisher sonntags nicht öffnen, wissenschaftliche oder kirchliche Einrichtungen hingegen schon.

Stardesigner Lagerfeld ist tot: Kreativgenie und Stilikone

Er hinterlässt ein Modeimperium

Karl Lagerfeld ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das hat der Modekonzern Chanel mitgeteilt. Lagerfeld hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Mode mitbestimmt. Mitte der 50er Jahre begann er in Paris große Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war. Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Großkundgebung in Paris gegen Antisemitismus

Unter dem Motto: "Es reicht"

Nach dem massiven Anstieg antisemitischer Übergriffe hat Frankreichs Premierminister Edouard Philippe zu einem entschlossenen Eintreten gegen Judenfeindlichkeit aufgerufen. Der Antisemitismus sei "sehr tief in der französischen Gesellschaft verankert", sagte Philippe der Zeitschrift "L'Express". Unter dem Motto "Es reicht" ("Ça suffit!") wollen Vertreter fast aller französischen Parteien heute Abend bei Kundgebungen in mehreren Städten ein Zeichen setzen. Die zentrale Kundgebung ist ab 19.00 Uhr am Pariser Platz der Republik geplant. Der Kampf gegen den Antisemitismus müsse "total entschlossen" geführt werden, sagte Philippe mit Blick auf den Anstieg der Übergriffe um 74 Prozent im vergangenen Jahr. Erst am Wochenende war der jüdische Philosoph Alain Finkielkraut am Rande einer "Gelbwesten"-Demonstration beleidigt worden. Der Vorfall zog eine Welle der Verurteilungen bis hin zu Präsident Emmanuel Macron nach sich. Vertreter von rechtspopulistischen und rechtsnationalen Parteien nehmen an den Kundgebungen nicht teil.

Regisseur Tykwer wirbt erneut für Mauer-Projekt

DAU soll doch noch nach Berlin kommen

Der Regisseur Tom Tykwer hat sich dafür ausgesprochen, das umstrittene DAU-Kunstprojekt nun in diesem Jahr in die deutsche Hauptstadt zu holen. "Ich würde mir sehr wünschen, dass das Projekt zum Beispiel im November zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin stattfindet", sagte Tykwer der "Berliner Zeitung". Bis zum Wochenende lief DAU in Paris. In Berlin hatte der Bezirk Mitte im Herbst 2018 unter Berufung auf eine zu kurze Antragsfrist, Sicherheitsbedenken und technische Probleme keine Genehmigung erteilt. Bei dem Kunst- und Sozialexperiment sollen Besucher die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Es geht auf ein europäisches Film- und Performanceprojekt unter Leitung des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky zurück. Nach seinem Besuch des Projektes in Paris zog Tom Tykwer eine positive Bilanz. "Ich bin wirklich selten in meinem Leben von etwas so begeistert gewesen", sagte Tykwer. Die Presse hatte das Projekt allerdings mehrheitlich verissen: Von einem "gigantischen Fiasko" schrieb z.B. die Tageszeitung "Le Figaro".

WhatsApp-Nutzung an Schulen erhitzt Gemüter

Klare Linie gefordert

Der Präsident der Kultusministerkonferenz Alexander Lorz (CDU) fordert eine klare Linie bei der Nutzung von Kurznachrichtendiensten durch Lehrer. "Klar ist in jeden Fall, dass über WhatsApp oder andere Messenger-Dienste Lehrkräfte oder sonstige an den Schulen tätige Personen keine personenbezogenen Daten ausgetauscht werden dürfen", sagte der hessische Kultusminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich warb der Minister um Verständnis, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Nutzung von WhatsApp zwischen Lehrkräften und Eltern von Bundesland zu Bundesland variieren. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger fordert stattdessen Online-Portale für Lehrer und Eltern: "In solchen Elternportalen findet die Kommunikation unter Aufsicht der Schulen in einem passwortgeschützten Bereich statt. Da wären eigentlich die Bundesländer in der Pflicht. Aber genauso wie bei landesweiten Lernplattformen und Schoolclouds hinken sie auch da hinterher", beklagte Meidinger.

Didacta: Digitale Kompetenzen bei Kleinkindern stärken

Bereits ab dem zweiten Lebensjahr

Der Präsident des Didacta-Verbands, Wassilios Fthenakis, hat sich dafür ausgesprochen, digitale Medien verstärkt schon bei der Erziehung kleiner Kinder einzusetzen. Bereits ab dem zweiten Lebensjahr verfügten Kinder über digitale Kompetenzen, die gefördert werden sollten, sagte Fthenakis zum Start der Bildungsmesse Didacta in Köln. "Das ist Aufgabe eines modernen Bildungssystems." Nach der Kita müsse das digitale Lernen dann in der Schule konsequent fortgesetzt werden. Die Digitalisierung ist eines der Schwerpunktthemen auf der Didacta, zu der bis zum Samstag mehr als 100 000 Besucher erwartet werden. Die rund 900 Aussteller zeigen vor allem neue Lehr- und Lernmaterialien - vom Kindergarten über Schule und Hochschule bis zur Beruflichen Bildung. Zum Rahmenprogramm gehören zahlreiche Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie Inklusion oder Fachkräftemangel.

Kinostart für nächsten James-Bond erneut verschoben

April 2020 soll es soweit sein

Der Kinostart für den neuen James-Bond-Film ist erneut verschoben worden. "Wir sind hellauf begeistert, am 8. April 2020 Bond 25 zu veröffentlichen", teilten die Produzenten mit. Bleibt es bei diesem Termin, kehrt 007 im nächsten Jahr unmittelbar vor Ostern zurück. Allerdings wurde der Start bereits mehrfach verschoben: Ursprünglich war der Kinostart in Großbritannien für Ende Oktober 2019 geplant. Zuletzt hieß es, er käme am 14. Februar 2020 heraus. Es wird voraussichtlich der letzte Einsatz von Daniel Craig als Geheimagent sein. Im August 2018 kam es zu einem Eklat, als Danny Boyle nach Meinungsverschiedenheiten als Regisseur des 25. Bond-Abenteuers absprang. Sein Nachfolger ist der Amerikaner Cary Fukunaga, der auch bei der Netflix-Serie "Maniac" Regie führte.

Hans Zimmer sieht Menschheit akut bedroht

"Es ist eine selbstverschuldete Katastrophe"

Film-Komponist Hans Zimmer (61) sieht die Menschheit akut bedroht und sich selbst zu Warnungen verpflichtet. Zimmer arbeitet gerade an dem Soundtrack für eine neue BBC-Doku-Serie mit dem Titel "One Planet, Seven Worlds" (übersetzt: "Ein Planet, sieben Welten"), die den Einfluss des Menschen auf die Umwelt untersucht. "Es ist lustig, ich denke eigentlich, dass dies das Wichtigste ist, woran ich gearbeitet habe", sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA. Es mache ihm auch nichts aus, wenn dies seine Karriere in Hollywood für immer ruinieren sollte. Er befasse sich mit dem Thema Umweltzerstörung seit seiner Kindheit, weil sein Vater "Wissenschaftler durch und durch" gewesen sei. "Ich bin mit dem ständigen Bewusstsein aufgewachsen, dass wir uns in Richtung der letzten Tage der Menschheit bewegen. Es ist eine selbstverschuldete Katastrophe." Zimmer steuerte die Filmmusik zu Werken wie "Fluch der Karibik", "The Da Vinci Code" und "König der Löwen" bei. Der gebürtige Frankfurter wurde mit dem Oscar und mehreren Golden Globes ausgezeichnet.

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