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Freitag, 18.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. April 2021

Heino verärgert über Düsseldorfer Tonhalle

Sänger Heino (82) und die Düsseldorfer Tonhalle streiten sich um einen "deutschen Liederabend". "Wir stören uns an dem etwas tümelnden Untertitel", sagte eine Sprecherin des Konzerthauses auf Anfrage. Deswegen werde man diesen Abend mit diesem Untertitel nicht selbst bewerben. Die für Oktober geplante Veranstaltung könne aber natürlich stattfinden. Mittlerweile hat sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) in den Streit eingeschaltet: Er sehe in dem Plakat von Heino keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht. Deshalb habe er mit dem Tonhallen-Intendanten besprochen, dass Heinos Tournee-Plakat doch aufgehängt werde, sagte Keller. Heino erwägt inzwischen allerdings, die Location zu wechseln. Sein Manager Helmut Werner sagte: "Welches absurde Gedankengut muss man haben, um sich am Wort deutsch zu stören?" Der Sänger habe sich in einem Interview 2019 sogar für ein Verbot der AfD ausgesprochen.

Finanzplan für Berliner Museum gekippt

Der Bundesrechnungshof hat den Finanzplan für das Berliner Museum des 20. Jahrhunderts gekippt. Die Bundesbehörde bemängelte eine geplante pauschale Risiko-Vorsorge als Verstoß gegen das Haushaltsrecht. Mehr als 10 Millionen Euro seien zuviel veranschlagt, so die Rechnungsprüfer. Der Finanzplan für den Museums-Neubau müsse deshalb auf 354 Millionen Euro gekürzt werden. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Der Entwurf stammt von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die auch die Elbphilharmonie in Hamburg, das Olympiastadion in Peking und die Allianz Arena in München gebaut haben.

Künstler sollen Versicherung behalten

Damit Künstler wegen fehlenden Einkommens in der Pandemie nicht ihren Versicherungsschutz verlieren, hat die Bundesregierung die jährliche Mindesteinkommensgrenze nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz ausgesetzt. Dies gelte für die Jahre 2020 und 2021, teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit. Auch die parallele Ausübung einer nicht künstlerischen oder publizistischen Beschäftigung soll die Versicherungspflicht nicht grundsätzlich ausschließen. Für den Bereich des Krankenversicherungsschutzes seien aber einige Regelungen zu beachten. Erst zu Wochenbeginn hatte der Deutsche Kulturrat eine Lösung für die in Not geratenen Künstlerinnern und Künstler angemahnt. Viele warteten nicht auf öffentliche Unterstützung, sondern arbeiteten freiberuflich außerhalb ihrer künstlerischen Tätigkeit, hieß es. Damit hätten sie unter Umständen ihre Kranken- und Pflegeversicherung verloren.

Neue Direktorin im Anne Frank Zentrum Berlin

Die Historikerin Veronika Nahm übernimmt am 1. Juni die Leitung des Anne Frank Zentrums in Berlin. Die 42-Jährige folgt auf Patrick Siegele, der zum Institut für Holocaust Education des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung wechselt, wie das Anne Frank Zentrum mitteilte. Nahm leitete bisher bereits den Bereich der Berliner Ausstellung und Pädagogik des Anne Frank Zentrums. Veronika Nahm kenne die Organisation bereits seit vielen Jahren, erklärte der Vorstandsvorsitzende und Mitbegründer des Zentrums, Ulrich Funk. Die Historikerin und Juristin sei eine ausgesprochene Expertin der inklusiven historischen Bildung zum Holocaust für Kinder und Jugendliche. Das Anne Frank Zentrum ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam.

Die Stadt Bitche wird Opfer von FB-Algorithmus

Die Facebook-Seite der französischen Stadt Bitche war drei Wochen lang gesperrt, weil der Algorithmus des Online-Netzwerks den Namen mit dem englischen Schimpfwort "bitch" verwechselte. Wie der Bürgermeister von Bitche, Benoît Kieffer, mitteilte, hatte Facebook die Seite "Ville de Bitche" am 19. März wegen eines angeblichen Verstoßes gegen seine Standards gesperrt. Nun ist die Seite wieder zu erreichen, wie Facebook in Frankreich bestätigte. Das Unternehmen räumte ein, die Seite sei wegen einer "fehlerhaften Analyse durch unsere Systeme" gesperrt worden. Beleidigungen wie das englische Schimpfwort "bitch" (zu Deutsch: Miststück, Schlampe) werden demnach automatisch gesperrt.

Jazz-Fachmesse "jazzahead!" digital

Der weltweit größte Branchentreff für Jazzmusiker, Produzenten und Veranstalter, die Bremer "jazzahead!", startet in diesem Jahr pandemiebedingt ausschließlich digital, nachdem sie letztes Jahr komplett abgesagt wurde. Die 15. Fachmesse sei vom 29. April bis zum 2. Mai geplant, sagte Projektleiterin Sybille Kornitschky. Schon am 23. April beginnt ein vorgeschaltetes Jazz-Festival mit 31 Kurzkonzerten. Das Partnerland Kanada verschiebt aber seine Teilnahme auf das kommende Jahr. Damit fallen wichtige Teile des begleitenden Kulturprogramms weg. Die Jubiläen - 15 Jahre Messe und zehn Jahre Festival - sollen trotzdem gefeiert werden, unter anderem mit einem Livestream zum Festival-Auftakt am 23. April aus dem Bremer Sendesaal. Die Fachmesse steht in diesem Jahr unter dem Motto "Close together from afar."

Regisseur Troller erhält Ehrenpreis

Der 99-jährige Regisseur und Drehbuchautor Georg Stefan Troller erhält für sein Lebenswerk den erstmals vergebenen Ehrenpreis des Deutschen Dokumentarfilmpreises. Troller habe stilbildende Filme des Fernsehdokumentarismus geschaffen - "zeitlose Meisterwerke, die bis heute ungebrochen Strahlkraft besitzen", teilte der SWR mit. Intendant Kai Gniffke würdigte Troller laut Mitteilung als "Vorbild für alle Filmschaffenden". Authentisch und mitfühlend, kritisch und hautnah sei ihm in mehr als 150 Filmen bravourös die Balance zwischen atmosphärischer Dichte und präzisem Blick gelungen. Während der NS-Zeit floh Troller in die USA. Als US-Soldat war er an der Befreiung des KZ Dachau beteiligt und durchforstete laut SWR-Angaben Hitlers Bibliothek in dessen Privatwohnung.

Urban kommentiert wieder Eurovision Song Contest

Die ARD hat Details zu ihrem Eurovision-Song-Contest-Abend am 22. Mai veröffentlicht. Peter Urban kommentiert die Musikshow wieder für die deutschen Zuschauer, wie der NDR mitteilte. Urban tut dies seit 1997 - mit Ausnahme von 2009, als er krank war, und von letztem Jahr, als es wegen Corona nur eine Esatzshow gab. Beim Finale am 22. Mai konkurrieren 26 Nationen um den Titel. Deutschland ist zusammen mit Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Ausrichter Niederlande als Finalteilnehmer gesetzt. Für Deutschland tritt der gebürtige Hamburger Jendrik mit seinem Song "I Don't Feel Hate" an.

Streit um Heinos Liederabend beigelegt

Der Streit um einen "deutschen Liederabend" von Sänger Heino in der Düsseldorfer Tonhalle ist beigelegt. In einem Telefonat habe der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller Heino zugesichert, dass er sein Konzert wie geplant bewerben dürfe. Das teilte eine Stadtsprecherin mit. Das beträfe sowohl die Tonhalle als auch ihre Homepage und die Programmhefte. Heinos Manager Helmut Werner sagte der dpa, das Wort "deutsch" dürfe nicht den Rechtspopulisten überlassen werden und nicht in die Nähe von Hetze gerückt werden. Das Tonhallen-Management hatte sich am Begriff "deutscher Liederabend" gestört und ihn als "tümelnd" bezeichnet. Darum wollte die Tonhalle den für den 8. Oktober geplanten Auftritt zunächst nicht selbst bewerben.

Leipziger Buchmesse gibt Shortlist bekannt

Nach einer mehrmonatigen Auswahlphase hat die Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgeben, welche 15 Titel es auf die Shortlist geschafft haben. Der renommierte Literaturpreis wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung vergeben. Je Kategorie wurden fünf Titel nominiert. Für die Bellestristik sind das unter anderen Friederike Mayröcker und Christian Kracht. Beim Sachbuch Heike Behrend und Dan Diner. In der Kategorie Übersetzung Ann Cotten und Timea Tankó. Der Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Wegen Corona ist die Preisverleihung am 28. Mai als Festakt in der Leipziger Kongresshalle geplant. Noch ist unsicher, ob Publikum dabei sein kann.

Impfzentrum am Broadway in New York eröffnet

Ein eigenes Impfzentrum am New Yorker Broadway soll der berühmten Theater- und Musicalszene der Weltmetropole aus der Corona-Pandemie helfen. Bürgermeister Bill de Blasio eröffnete zusammen mit Lin-Manuel Miranda, dem Erschaffer des Hitmusicals "Hamilton", das Zentrum mitten im Theaterviertel von Manhattan. Es hat eine Kapazität von rund 1.500 Impfungen pro Tag und beschäftigt auch rund 80 bis 100 zuvor Arbeitslose aus der Showbranche, berichtet "Broadwayworld". Das Angebot solle vor allem bei Theater-Gewerkschaften und Hilfsorganisationen beworben werden und bevorzugt Menschen aus der Kreativbranche, hieß es weiter. Seit 13 Monaten sind die Theater am Broadway geschlossen. De Blasio erklärte vergangene Woche, dass möglicherweise im September erste Shows zurückkehren könnten.

Oscar-Akademie gibt Starbesetzung für Show bekannt

Knapp zwei Wochen vor der Oscar-Gala hat die Film-Akademie in Los Angeles die Teilnehmer der Show bekanntgegeben. Unter anderem sollen Oscar-Preisträger wie Halle Berry, Reese Witherspoon, Renée Zellweger, Joaquin Phoenix und Brad Pitt bei der Vergabe der 93. Academy Awards mitwirken, teilten die Show-Produzenten mit. Für die Preisverleihung im Stil eines Films hätten sie eine wahre Starbesetzung gewinnen können, hieß es in der Mitteilung. Die Show am 25. April soll mit den Nominierten vor Ort laufen. In Los Angeles ist neben dem traditionellen Dolby Theatre in Hollywood erstmals das Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station als Bühne geplant. Wegen Corona-Auflagen und damit verbundenen Reiseschwierigkeiten sind auch internationale Standorte geplant, von denen Oscar-Kandidaten zugeschaltet werden können.

Carabinieri entdecken in Brüssel antike Statue

Zwei italienische Polizisten haben in einem belgischen Antiquitätenladen zufällig eine gestohlene römische Statue gefunden. Wie die für den Schutz von Kunstwerken zuständige Einheit der Carabinieri in Rom berichtete, konnte die Marmorstatue aus dem 1. Jahrhundert vor Christus inzwischen wieder an ihren Ursprungsort zurückgebracht werden. Sie sei 2011 aus einer Parkanlage in der italienischen Hauptstadt gestohlen worden. Die Beamten seien auf Dienstreise in Brüssel gewesen. Nach ihrer Arbeit zogen sie durch Antiquitätenläden, wo ihnen das Kunstwerk aufgefallen sei, hieß es. Anhand von Fotos hätten sie die Statue später identifiziert. Außerdem sei im Zuge der Ermittlungen der illegale Kunsthandel eines Italieners aufgeflogen. Die antike Statue sei geschätzt mindestens 100.000 Euro wert.

Euronews in Belarus verboten

In Belarus ist der Fernsehsender Euronews verboten worden. Dies teilte das Informationsministerium in Minsk mit. Begründet wurde das Verbot damit, dass Euronews Werbung auf Englisch ausgestrahlt habe, die ins Russische oder Belarussische hätte übersetzt werden müssen. Die Nichtregierungsorganisation Wiasna kritisierte, das Verbot verschärfe die hoffnungslose Lage, in der sich unabhängige Medien in Belarus befänden. Im August war der belarussische Präsident Lukaschenko durch eine von Betrugsvorwürfen begleitete Wahl im Amt bestätigt worden. Es gab zahlreiche Proteste. Neben der Opposition werden auch unabhängige Medien in Belarus unterdrückt.

Architekturbiennale in Venedig startet im Mai

Die 17. Internationale Architekturbiennale in Venedig wird trotz der Corona-Pandemie am 22. Mai für das Publikum starten. Die Präsentation von Bau-Entwürfen und Konzepten zur Gestaltung von Städten unter dem Motto "How will we live together?" (Wie wollen wir zusammenleben?) soll bis Ende November laufen. Die Präsentation war 2020 wegen des Corona-Ausbruchs um ein Jahr verschoben worden. Kuratiert wird die Biennale vom libanesisch-amerikanischen Architekten Hashim Sarkis. Eingeladen wurden 114 Teilnehmer aus 46 Ländern. Neu dabei sind Aserbaidschan, Grenada, Irak und Usbekistan. Außerdem sollen 63 Länderpavillons zu sehen sein. Im deutschen Pavillon will eine Gruppe von Architekten, Künstlern und Wissenschaftlern unter dem Titel "2038" einen Blick aus einer fiktiven Zukunft auf die Probleme der Gegenwart werfen. Das Konzept war schon länger bekannt. Viele Inhalte sollen dabei in Form von Filmen präsentiert werden. Das haben die Kuratoren angekündigt.

Mulders soll neuer Kölner Opernindendant werden

Der Niederländer Hein Mulders soll neuer Intendant der Kölner Oper werden. Derzeit ist Mulders in Essen als Intendant für das Aalto-Musiktheater und die Philharmonie Essen verantwortlich. Zuvor war der 58-jährige künstlerischer Leiter der Nederlandse Opera in Amsterdam. Der Vertragsbeginn in Köln ist zu Beginn der Spielzeit 2022/23 vorgesehen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, sie freue sich, dem Hauptausschuss mit Mulders jemanden vorschlagen zu können, der aus Sicht der Kommission und auch aus ihrer Sicht ganz hervorragend nach Köln passe. Er bringe internationale Erfahrung ebenso mit wie profunde Kenntnisse der Opernwelt sowie der Kulturlandschaft Deutschlands. Die Kölner Oper befindet sich seit Jahren in einem Ausweichquartier, erst zur Spielzeit 2024/25 soll sie in ihr saniertes Stammhaus aus den 50er Jahren zurückkehren.

Paar bemalt Gemälde während Ausstellung

Nach der unbeabsichtigten Verunstaltung eines etwa 400.000 Dollar teuren Acrylgemäldes des amerikanischen Graffitikünstlers JonOne bei einer Ausstellung in Seoul hat sich der Co-Organisator gegen eine Entfernung der Farbkleckse ausgesprochen. Viele Menschen hätten in den Sozialen Medien kommentiert, die Kleckse sähen "wie ein Teil des Kunstwerks" aus, sagte die Managerin des Ausstellers Content Creators of Culture. Ein junges Paar hatte das etwa sieben mal zwei Meter große Gemälde Ende März mit einigen Pinselstrichen in dem Glauben bekleckst, dass es sich um ein unfertiges Bild handele, an dem man mitwirken könne. Die Frage, ob das Gemälde restauriert werden soll, hängt nun anscheinend vom südkoreanischen Besitzer des Gemäldes ab. Denn JonOne wolle nicht, dass das Paar dafür bezahlt.

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