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Sonntagmorgen | Beitrag vom 17.07.2016

HeimatDas wärmste Gefühl

Von Oliver Schwesig

 Ein Baum steht am 06.04.2015 in Münzenberg (Hessen) unterhalb der Burganlage an der Kreuzung zweier Wege, die durch die fruchtbaren Felder führen. (dpa / picture-alliance / Frank Rumpenhorst)
Ein Baum steht am 06.04.2015 in Münzenberg (Hessen) unterhalb der Burganlage an der Kreuzung zweier Wege, die durch die fruchtbaren Felder führen. (dpa / picture-alliance / Frank Rumpenhorst)

Lexika berichten beim Thema Heimat von einer Beziehung zwischen Mensch und Raum. Es ist zum einen der geographische Ort, an dem wir geboren wurden. Es ist aber auch ein Ort im übertragenen Sinne, der unsere kulturellen Bezüge prägt, das Sozialverhalten, ein lebenslanges Gefühlsgerüst aufbaut, Werte schafft. Aber dieser übertragene Ort ist der, an den man später immer wieder zurückkehrt.

Heimat – das meint in der Kindheit zunächst einen ganz konkreten Platz. Den Geburtsort, dort wo man aufwächst. Später kann sie aber auch zu einem abstrakten Ort werden. Dann braucht Heimat nicht mehr unbedingt eine geographische Stelle. Für viele Menschen ist sie dann auch ein Gefühl, das man mit den etwas abgetragenen Begriffen Zugehörigkeit oder Geborgenheit umschreibt. Ein Raum, der viel mit Loslassen zu tun hat, wo die Etikette und Schutzmechanismen des Alltags abgelegt werden können.

Heimat meint aber nicht nur das Gefühl von "home sweet home", sondern auch einen Wertekanon, ein emotionales, reflektives Gerüst, das in der Kindheit angelegt und im Erwachsenenalter moralische Richtschnur wird. Wer das erkennt und nutzt, kann lernen, sein Heimatzelt auch in der Fremde aufzuschlagen. Was für ein wertvoller Schatz!

Musikalische Histörchen

Das Newport Jazz Festival gehört seit seiner Gründung im Jahr 1954 zu den wichtigsten und publikumswirksamsten Konzertveranstaltungen weltweit. Mit nur 20.000 Dollar Startkapital starteten der Impresario und Jazzmusiker George Wein und seine Ehefrau Joyce das Treffen der Jazzwelt und konnten sicher nicht ahnen, was sie damit in Gang gesetzt hatten. Bereits im ersten Jahr pilgerten rund 11.000 Fans auf die Courts des örtlichen Tennisclubs, aber auch in das Newport Casino auf der Insel Aquidneck. Zu den ersten Gästen im Jahr 1954 zählten Gerry Mulligan, Oscar Peterson oder Dizzie Gillespie.

Mit den Jahren wurde das Festival aber zu einem Treffpunkt des "Who is Who" der Musiker. Louis Armstrong war sieben Mal dabei, Duke Ellington konnte durch seinen Auftritt 1956 seine Karriere wieder in Schwung bringen und Miles Davis feiert mit seinem Solo um "'Round Midnight" einen Triumph. Durch die Film "Jazz On A Summer’s Day" (1960), der das '58-Festival dokumentierte, hatten dann die Jazzfans in aller Welt die Chance das Festival zu erleben. Bis heute gehört das Newport Jazzfestival zu den Publikumsmagneten der Szene und in diesem Jahr findet es vom 29. Bis 31. Juli statt.

Mehr darüber können Sie auf der Homepage des Festivals www.newportjazzfest.org erfahren.


Rätsel

Anfang der 1970er Jahre schreibt ein Kanadischer Sänger zwei Lieder, die sich mit der rassistischen Vergangenheit der Südstaaten beschäftigen. Als Antwort darauf verfasste eine Southern Rock Band einen Song, der ihre Sicht auf ihre Südstaaten-Heimat klarstellen soll, und in dem sie auch den Namen jenes Kanadischen Sängers auftauchen lassen. Daraus entwickelte sich einer der berühmtesten epischen Musikstreite der Geschichte. Dabei konnten sich die Musiker beider Lager eigentlich recht gut leiden. Der Kandier sang hier und da den Song der Südstaatler. Und der Sänger der Südstaatenrocker wurde regelmäßig mit einem T-Shirt gesehen, das auf den Kanadier verwies. Er wollte wohl zeigen, dass der Süden der US mehr ausmacht als seine rassistische Vergangenheit. Vielleicht hätten die Protagonisten auch gerne mal zusammen etwas auf die Beine gestellt. Aber dazu kam es dann nicht mehr, weil einige Mittglieder der Südstaaten Band 1977 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, darunter der Sänger.
Canadian musician Neil Young performs on stage in Hyde Park, central London, England, 12 July 2014. Neil Young performed as the headline act as part of the Barclaycard British Summer Time series of concerts. (dpa / Will Oliver)Der kanadische Rockmusiker Neil Young bei einem Konzert im Juli 2014 in London (dpa / Will Oliver)  

Auflösung: Der gesuchte Name des Bundesstaates der USA ist Alabama.

1970 veröffentlichte der Kandier Neil Young den Song "Southern Man" auf seinem Album "After the Goldrush" und zwei Jahre später den Titel "Alabama" auf der LP "Harvest". Beide Titel beschäftigten sich mit der rassistischen Vergangenheit der US Südstaaten. Die beiden Lieder waren der Auslöser dafür, dass die Southern Rock Band "Lynyrd Skynyrd" 1974 ihren Titel "Sweet Home Alabama" schrieben. Der Song war als Antwort auf die Lieder von Neil Young gedacht und sollte ihre Sicht auf die Südstaaten darstellen. Im Text beziehen sie sich auch direkt auf Neil Young. 


Brillant oder Bullshit!?
Das Wochenchaos

Diesmal dreht sich alles um Großbritannien: Premier David Cameron tritt zurück und singt dazu fröhlich ein kleines Liedchen. Theresa May ist die Neue und hat als erste Amtshandlung Boris Johnson zum neuen britischen Außenminister ernannt – was weltweit Irritationen auslöste.


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