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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. April 2020

Heavy-Metal-Festival Wacken ist abgesagt

Der Corona-Pandemie ist nun auch das weltweit größte Heavy-Metal-Festival Wacken zum Opfer gefallen: das teilte Festival-Mitbegründer Holger Hübner heute mit. Da die Bundesregierung alle Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt habe, könne auch Wacken Open Air nicht stattfinden. Es war vom 30. August bis 1. August geplant. Was mit den bereits gekauften Tickets passiert, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Das gilt auch für die bereits abgesagten Festivals Hurricane, Southside, Deichbrand, Elbjazz, Limestone, Highfield und M'era Luna.

Shortlist für den EU-Literaturpreis bekannt gegeben

Die Shortlist für den Literaturpreis der Europäischen Union wurde bekannt gegeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung hat das Ziel, noch unbekannte Schriftsteller europaweit bekannt zu machen. Der Preis wurde 2009 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und steht allen 37 Ländern offen, die am Programm Kreatives Europa für die Kultur- und Kreativbranche teilnehmen.
Unter den mehr als 40 Nominierten sind auch fünf aus Deutschland: Paulina Czienskowski mit "Taubenleben", Gunther Geltinger mit "Benzin", Peggy Mädler mit "Wohin wir gehen", Matthias Nawrat mit "Der traurige Gast", und Leif Randt mit "Allegro Pastell".

Schauspieler Brian Dennehy ist gestorben

Der US-amerikanische Schauspieler Brian Dennehy, der an der Seite von Sylvester Stallone durch den Film "Rambo" bekannt wurde, ist tot. Er starb nach Angaben seiner Tochter Mittwochnacht eines natürlichen Todes im US-Staat Connecticut, wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete. Dennehy wurde 81 Jahre alt. Der Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren in Fernseh-Serien wie "Kojak", "Dallas" und "Der Denver-Clan" Auftritte hatte, wirkte in Kinofilmen wie "Gorky Park", "Silverado" und «Staatsanwälte küsst man nicht" mit. Dennehy stand auch häufig auf der Theaterbühne. Der zweifache Tony-Preisträger trat in Broadway-Produktionen wie "Tod eines Handlungsreisenden" auf.

Wörterbuch wegen Corona-Pandemie aktualisiert

Das renommierte Wörterbuch Oxford English Dictionary ist wegen der Corona-Pandemie außerhalb der Reihe aktualisiert worden. Nun findet man auch die Bezeichnung "Covid-19" im umfangreichsten Wörterbuch der Englischen Sprache. Es sei außerordentlich selten für Lexikographen, einen exponentiellen Anstieg des Gebrauchs eines einzelnen Wortes wie für die Lungenkrankheit Covid-19 in einer sehr kurzen Zeitspanne zu beobachten, teilte die leitendende Redakteurin Bernadette Paton mit.

Hamburger Projekt zu Kunstwerken von Benin gestartet

Das Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt - in Hamburg hat ein internationales Projektbüro zu Kunstwerken aus dem afrikanischen Benin gestartet. Es soll die weltweit zerstreuten Kunstwerke aus dem ehemaligen Königreich digital zusammenführen. Dafür sollen in den nächsten zwei Jahren Objektdaten und Dokumentationsmaterial gebündelt werden, teilte die Ernst von Siemens Kunststiftung mit, die das Projekt unterstützt. Ziel sei ein Überblick zu den im 19. Jahrhundert geplünderten Hofkunstwerken. Sie wurden durch die britische Besetzung des Benin 1897 außer Landes gebracht. Einige sollen im Humboldt Forum gezeigt werden, das im September in Berlin eröffnet werden soll.

Dresdner Musikfestspiele 2020 fallen auch aus

Wegen der Corona-Pandemie sind nun auch die Dresdner Musikfestspiele abgesagt worden. Zum Schutz von Künstlern und Publikum fallen alle vom 12. Mai bis 12. Juni geplanten Konzerte aus, teilten die Veranstalter mit. Sie folgen damit dem Beschluss von Bund und Ländern, wonach Großveranstaltungen bis zum 31. August nicht stattfinden dürfen. Nach Angaben von Intendant Jan Vogler sollen einige Programmhöhepunkte im nächsten Jahr nachgeholt werden. Zudem will der Cellist ein 24-Stunden-Marathon-Livestream-Festival anbieten. Die genauen Termine sollen Anfang Mai bekanntgegeben werden. Bereits gekaufte Tickets können ab sofort in Gutscheine umgewandelt, zugunsten der Musikfestspiele gespendet oder zurückerstattet werden.

Chilenischer Autor Sepúlveda an Coronavirus gestorben

Der chilenische Schriftsteller Luis Sepúlveda ist tot. Der 70-Jährige sei in Spanien an den Folgen seiner Coronavirus-Infektion gestorben, wie sein Verlag Tusquets mitteilte. Sepúlveda wurde durch Romane wie "Tagebuch eines sentimentalen Killers" oder Kinderbücher wie "Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte" international bekannt. Aus Chile hatte er wegen seines Widerstandes gegen die Militärdiktatur fliehen müssen. Sepúlveda lebte lange Jahre im Exil, vor allem auch in Deutschland. Später zog er nach Spanien, wo er mit seiner Familie lebte. Vor rund sechs Wochen war der preisgekrönte Schriftsteller positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Sibylle Berg erhält Johann-Peter-Hebel-Preis

Die Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg wird mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis 2020 ausgezeichnet - wegen der Corona-Pandemie allerdings erst im Mai 2021, teilte das baden-württembergische Kunstministerium in Stuttgart mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird normalerweise alle zwei Jahre im Rahmen des Hebelfests in Hausen im Wiesental vergeben. Die in Weimar geborene Berg lebt seit 1995 in Zürich. Ihr Werk ist in 34 Sprachen übersetzt. Es umfasst Theaterstücke ebenso wie Romane, Hörspiele und Essays. Sibylle Berg hatte zuletzt unter anderem den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, den Thüringer Literaturpreis, den Schweizer Buchpreis und den Grand Prix Literatur ihrer Wahlheimat erhalten.

US-Saxophonist Lee Konitz ist an Covid-19 gestorben

Der US-Jazzmusiker Lee Konitz ist tot. Er war einer der bedeutendsten Altsaxophonisten der Jazzgeschichte. Wie sein Sohn Josh mitteilte, verstarb der 92-Jährige gestern in einem New Yorker Krankenhaus an einer Covid-19-Infektion. Konitz, der zeitweise in Köln lebte, zeigte sich auch für klassische Musik offen: im November 2000 spielte er mit dem Brandenburgischen Staatsorchester in Frankfurt (Oder) und Potsdam ein für ihn geschriebenes Konzert von Günter Buhles. 2009 erhielt Konitz die NEA Jazz Masters Fellowship, die wichtigste Auszeichnung für amerikanische Jazzmusiker. 2013 wurde ihm die German Jazz Trophy verliehen.

Der brasilianische Schriftsteller Rubem Fonseca ist tot

Der brasilianische Schriftsteller Rubem Fonseca ist im Alter von 94 Jahren in Rio de Janeiro gestorben. Das berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf Familienangehörige. Mit seiner direkten und trockenen Erzählweise, mit der er die Gewalt in den Städten und die Ausschweifungen der Außenseiter beschrieb, gilt Fonseca als Erneuerer der brasilianischen Literatur im 20. Jahrhundert. Fonseca, der Jura studiert und als Polizeikommissar gearbeitet hatte, schrieb vor allem Kriminalgeschichten und Romane. Für sein Werk erhielt Fonseca den höchsten brasilianischen Literaturpreis Jabuti, den Camões-Preis, den "Nobelpreis" der portugiesischen Sprache, sowie den Juan Rulfo-Preis, eine der angesehensten Literatur-Auszeichnungen Lateinamerikas und der Karibik.

Berliner Stadtmuseum plant eine Corona-Sammlung

Mit Objekten und Erinnerungen aus der Bevölkerung will das Stadtmuseum Berlin eine Sammlung für das neue Corona-Zeitalter aufbauen. "Es ist Geschichte, die jetzt geschrieben wird", sagte Museumsdirektor Paul Spies der Deutschen Presse-Agentur. "Ein historisches Museum schaut natürlich sehr genau, wie die Stadt sich ändert." Neuerungen seien sehr klar wahrnehmbar. Das möchte das Museum mit einer Sammlung "Berlin jetzt!" für später festhalten. Dabei geht es um Fotografien, Objekte und Geschichten. Eine rasche Präsentation sei nicht das Ziel, sagte Spies. Er glaube eher nicht, dass die Leute sich nach Ende der Krise gleich wieder mit einer Corona-Ausstellung beschäftigen wollen.

Grütters: Gute Nachricht für Autoren und Verlage

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Empfehlung von Bund und Ländern zur Wiedereröffnung von Buchhandlungen, Bibliotheken und Archiven in der Coronakrise begrüßt. "Dies ist insbesondere eine gute Nachricht sowohl für die Buchhandlungen als auch für die Autoren und für ihre Verlage", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Gleichzeitig setzt Grütters auf zusätzliche Erleichterungen für die Kulturszene. "Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt und unter Einhaltung hygienischer Vorschriften dazu kommen werden, auch weitere Kultureinrichtungen wieder für die Künstler und ihr Publikum zu öffnen." Seit Beginn der Coronakrise sind etwa Museen, Theater und Opern geschlossen. Konzerte und andere Kulturveranstaltungen müssen seit Wochen abgesagt werden.

Kongolesischer Musiker Kanema gestorben

Einer der berühmtesten Bandleader Ostafrikas ist tot. Der Sänger Kasongo wa Kanema starb am Dienstag im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in Nairobi an einem Schlaganfall, wie kenianische Zeitungen berichteten. Der gebürtige Kongolese gehörte zum Orchestra Super Mazembe, das mit seiner Lingala-Tanzmusik in den 70er und 80er Jahren Furore machte. Die bis zu 13-köpfige Band wurde 1967 in Kinshasa im damaligen Zaire (Kongo) gegründet, bevor sie in wechselnder Besetzung über Sambia und Tansania Anfang der 70er Jahre in Kenia landete, dem Ort ihrer größten Erfolge.

Karl-May-Spiele Bad Segeberg für 2020 abgesagt

Die Karl-May-Spiele im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg haben die Spielzeit für diesen Sommer aufgrund der Coronakrise abgesagt. Das geplante Stück "Der Ölprinz" mit Sascha Hehn in der Titelrolle und Alexander Klaws als Apachenhäuptling Winnetou wird auf 2021 verschoben, wie die Veranstalter mitteilten. Es hätte 2020 vom 27. Juni bis 6. September laufen sollen. Für "Der Ölprinz" waren zuvor schon mehr als 70.000 Tickets verkauft worden, so der Veranstalter. Großveranstaltungen bleiben laut Bundesregierung bis zum 31. August untersagt.

Prager Wenzelsplatz wird umgestaltet

Mit einem symbolischen Hammerschlag haben die Arbeiten zur Umgestaltung des historisch bedeutsamen Prager Wenzelsplatzes begonnen. Geplant ist, die Fußgängerzone zu Lasten des Autoverkehrs zu vergrößern und neue Trinkbrunnen und Grünflächen zu schaffen, wie Radio Prag berichtete. Die Renovierung soll im Dezember 2021 abgeschlossen sein und die Baukosten rund 12 Millionen Euro betragen. Der Platz entstand im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV. als Mittelpunkt der Prager Neustadt. 1848 wurde er nach dem heiligen Wenzel von Böhmen (um 907-935) benannt. Mit rund 750 Metern Länge gehört er zu den größten städtischen Plätzen in Europa. Ende 1989 war er Schauplatz der sogenannten Samtenen Revolution in Tschechien.

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